SCHRAMBERG  (him) – Kriegen die Schramberger Gemeinderäte noch vor den Sommerferien einen Knopf dran an die leidige Frage der Schulentwicklung? Am Donnerstagabend haben sie jedenfalls einen Plan der Stadtverwaltung auf dem Tisch.

Und der sieht vor, die Realschule am bisherigen Standort Schillerstraße zu belassen. Die Verwaltung möchte den Schulverbund von Realschule und Gemeinschaftsschule aufgeben, die Gemeinschaftsschule auf den Sulgen verlegen und gegebenenfalls einen Schulverbund mit der Werkrealschule bilden. Ob die Werkrealschule eine Zukunft hat – da solle die „weitere Entwicklung abgewartet“ werden, heißt es in der Vorlage.

Komplizierte Gebäudefragen

Wie kommt es zu diesem Vorschlag? Die Stadträte hatten im Februar die Verwaltung beauftragt, nach Alternativen zu den großen Campus-Plänen  zu suchen. Sie sollten prüfen, welche Schulgebäude für die Werkrealschule und die Gemeinschaftsschule am geeignetsten wären. Gymnasium und Realschule sind „gesetzt“. Außerdem sollte die Verwaltung die Kosten für  eventuell nötige An-, Neu- oder Umbauten berechnen. Schließlich wollten die Räte wissen, wie viel Geld die Sanierung der drei Schulgebäude an der Schiller-, der Graf-von-Bissingen- und der Sulgauer Straße kosten würde.

Die letzte Frage zuerst: Bei der Realschule brauche man knapp 4,4 Millionen, bei der GvB-Schule gut 5,2 Millionen und auf dem Sulgen 5,4 Millionen Euro einschließlich einer energetischen Sanierung.

Die Schul- und Baufachleute haben dann alle möglichen Modelle der Schulentwicklung durchgerechnet. Kombinationen aus Grundschule, Gemeinschaftsschule, Werkrealschule und Realschule, mal zwei-, mal drei-, mal vierzügig. Je nach Variante müssten Wohngebäude an der Hermann-Haas-Straße abgerissen, ein Grundstück hinter der alten AOK bebaut, die Turn- und Festhalle auf dem Sulgen verlagert oder der Technikpavillon überbaut werden.

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Pädagogisch nicht sinnvoll

Gegen die Auflösung des bisherigen Schulverbunds von Gemeinschafts- und Realschule gibt es pädagogische Gründe. Die Leiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen Sabine Rösner hat Mitte Mai davor gewarnt, viel Erfahrung ginge dann verloren. Sie hat sich dafür ausgesprochen, dass Schramberg neben dem Gymnasium und der Realschule sowohl eine Werkrealschule als auch eine Gemeinschaftsschule behalten sollte.

Doch die Planer sehen keine Möglichkeit, die erforderlichen Klassen- und anderen Räume für Real- und Gemeinschaftsschule zu vernünftigen Kosten in einem Gebäude unterzubringen. Am Standort Schillerstraße müssten mehrere Mehrfamilienhäuser in der Hermann-Haas-Straße abgerissen werden. An der Graf-von-Bissingen-Straße reichte der Platz nicht. Auf dem Sulgen müsste die Festhalle oder der Altbau weichen.

Im Ergebnis bleibt für die Stadtverwaltung nur das Aufdröseln des bisherigen Schulverbunds. Um Platz für die Gemeinschaftsschule auf dem Sulgen zu schaffen, soll der Werkpavillon einem Neubau weichen. Einschließlich der Sanierung des alten Gebäudes würde das etwa 17 Millionen Euro kosten.

Alles offen

Ob das Schulamt dies alles aber überhaupt genehmigt, steht in den Sternen. Die Behörde prüft nämlich erst, wenn die Stadt einen Antrag stellt. Auch nach einer möglichen Entscheidung im Gemeinderat bleibt deshalb offen, wie die Schulentwicklung in Schramberg künftig aussehen wird.