Schwerpunkt Industriegeschichte

D’Kräz 39 erschienen

SCHRAMBERG – Seit 39 Jahren dasselbe Ritual. Am Freitag vor dem ersten Advent lädt Martin Maurer mit dem jeweiligen Redakteur  zum Pressegespräch, um die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift des Museums- und Geschichtsverein „D’Kräz“ vorzustellen. Das Lokal hat einmal gewechselt, vom Café Brantner zum  Gasthof Hirsch, die Redakteure mehrfach. Maurer selbst hat nur ein einziges Mal passen müssen: „Da hatten wir versehentlich einen  Urlaub gebucht.“

Er wird sicher auch die 40. Ausgabe vorstellen. Dann wird nämlich auch der Verein 40. Dieses Doppeljubiläum werde man mit einem Festakt zusammen am 28. November 2020 in der Aula des Gymnasiums begehen. „Einen prominenten Festredner haben wir auch schon“, kündigte Maurer an. In einer Leserumfrage möchten die Macher der Kräz  bis dahin erfahren, welche Geschichten sie denn besonders beeindruckt haben. Maurer dankte wieder den Autorinnen und Autoren für ihre Bereitschaft ihre Aufsätze honorarfrei  beizusteuern und Graf für dessen Redakteursarbeit.

Der langjährige Redakteur und heutige Archivar der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn hat wieder ein Heft mit 100 Seiten und acht großen Beiträgen zusammengestellt. Schwerpunkt sei mit drei Artikeln mit unterschiedlichen Perspektiven die Schramberger Industriegeschichte, so Graf.

Junghans, Majolika und Moser

Niko Junghans, der Ururenkel des Firmengründers Erhard Junghans, hat die Anfänge der Firma Junghans mit der Ölmühle erforscht und die Baugeschichte der ersten sechs Gebäude an der Geißhalde rekonstruiert.

Günter Buchholz, der an der Geschichte der Majolikafabrik arbeitet hat sich in seinem Aufsatz mit der 100-Jahr-Feier 1920 befasst. Nächstes Jahr feiert die Majolika bekanntlich ihren 200. Geburtstag. Ernst Huber hat ein Porträt von Albert Fritz und Erwin Moser hinterlassen, den Firmenchefs der Möbelwerke Moser. Darin schildert der letztes Jahr Verstorbene Huber die beiden  „pointiert und unterhaltsam“, so Graf.

Pfarrer, Frauen, Oberbürgermeister

. Norbert King  hat  sich eines „reform-katholischen“ Pfarrers angenommen. Der in Schramberg geborene Pfarrer Josef Mauch habe  „für eine Kirche gekämpft, die sich mit modernen Strukturen auseinandersetzt.“

Die ehemalige Leiterin des Stadtmuseums Schramberg Gisela Lixfeld  kommt nochmals auf das Frauenwahlrecht in Schramberg zurück. Sie schildert das sozialpolitische Engagement der drei ersten Schramberger Stadträtinnen Theresia Bantle, Berta Kuhnt und  Josefine Werner in den Jahren von 1919 bis 1928. Ihr Nachfolger Carsten Kohlmann beschreibt die Geschichte der Amtskette  für die Oberbürgermeister. Der Handels- und Gewerbeverein hatte sie 1974 gestiftet. Getragen haben sie bisher nur Konstantin Hank, Roland Geitmann und Bernd Reichert. Herbert O. Zinell und Thomas Herzog trugen sie nie. Dorothee Eisenlohr bevorzugt andre Ketten.

Dieter Kohlmann hat sich in seinem Aufsatz die Geschichte der Steige vorgenommen und schildert das „Leben auf und neben der Straße“. Grundlage ist eine Erzählung von Karoline Grüner aus dem Jahr 1929.

Oberbürgermeister a. D. Thomas Herzog hat wieder einen kommunalpolitischen Rückblick für das Jahr 2018 verfasst und mit einem Blick in die Zukunft verknüpft. Er befasst sich dabei mit der Landesgartenschaubewerbung und dem daraus entwickelten Programm „Stadtumbau 2030 plus“. Abgerundet wird die Kräz wieder durch eine Jahreschronik,  Hinweise auf Neuerscheinungen lokalhistorischer Literatur und die Veranstaltungen des Vereins.

Info: D’Kräz kostet weiterhin acht Euro. Sie ist zu kaufen in Schramberg in der „Buchlese“, im Stadtmuseum und Museum Erfinderzeiten, in den Filialen Bäckerei Brantner beim Spittel und auf dem Sulgen in der Bergstraße und Sulgen-Mitte. In Tennenbronn in der Ortsverwaltung, in der „Frische Ecke“ in Lauterbach und im Toto-Lotto-Laden in Aichhalden wird sie ebenfalls verkauft.

 

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