Smartphone statt Parkschein?

Smartphone statt Parkschein?

ModerneTechnik auch beim Parkgebührenzahlen: Wenn der Gemeinderat  zustimmt, könnte noch in diesem Frühjahr die Zehnerle-Sucherei ein Ende haben.

In einer Vorlage für den Gemeinderat schlägt die Verwaltung vor das bargeldlose Bezahlen „von Parkgebühren bei Nutzung der bewirtschafteten öffentlichen Stellplätze in Schramberg“ zu ermöglichen. Die Digitalisierung mache es möglich, immer mehr Städte setzten moderne Technologien ein, um ihren Service zu verbessern. Dank der inzwischen in Schramberg vorhandenen flächendeckenden und modernen Breitbandinfrastruktur sei das nun möglich.

Mit dem Verfahren der Firma sunhill technologies blieben „den Nutzern lästige Wege zu den Parkscheinautomaten und das Vorhalten von Kleingeld erspart“, heißt es in der Vorlage. Wenn genügend Autofahrer mitmachten, ergäben sich mittelfristig ergeben sich „neue Möglichkeiten in der Parkraumbewirtschaftung“.

 „sunhill technologies“ ist eine Tochter der Volkswagen Financial Services und derzeit Marktführer beim bargeldlosen Zahlen von Parkgebühren in Deutschland In einem Vertragsentwurf bietet die Firma aus Erlangen an, bei einer Laufzeit von 48 Monaten der Stadt 100 Prozent der anfallenden Gebühren zu erstatten.

Bezahlen würden die Parkplatznutzer. Sunhill Technologies kassiert pro Transaktion eine Servicegebühr in Höhe von 14 Prozent aus den Parkgebühren und weitere14 Cent pro Parkvorgang. Bei einem Euro Parkgebühr legt der Autofahrer also nochmals 28 Cent drauf. Wer per SEPA-Lastschriftverfahren oder Kreditkarte abrechnet und über die App TraviPay meldet, kommt billiger davon und zahlt eine Servicegebühr von 7 Prozent aus den Parkgebühren und 7 Cent, Bei einem Euro parkgebühr also 14 Cent je Bezahl-/Parkvorgang.

 Der Vorteil des Verfahrens laut Stadtverwaltung: Das System wäre sofort und ohne Voranmeldung oder Registrierung, entweder per SMS oder per Park App nutzbar. Die Abrechnung der Parkgebühren erfolgt einfach über die Handyrechnung oder das Prepaid-Guthaben oder bei einer Registrierung, alternativ auch über Lastschrift oder Kreditkarte.

Die Einführung und der Betrieb wäre für die Stadt Schramberg über die gesamte Laufzeit des Vertrags von 48 Monaten kostenneutral. Sunhill würde auch den Druck der Aufkleber bezahlen, die an den Parkscheinautomaten angebracht werden.

Mit dem Handels- und Gewerbeverein Schramberg habe man gesprochen; dieser würde sich über den neuen Service in Schramberg freuen. Mittelfristig  könnte man auch im Parkhaus das bargeldlose Bezahlen einführten. Allerdings müsste dazu die Schrankenanlage aufgerüstet werden. (Wenn wieder mal ein  Autofahrer dagegen brettert, wäre eine günstige Gelegenheit.)

Mit den vorhandenen geeigneten Handgeräten undSmartphones können die städtischen Mitarbeiter auch kontrollieren, ob die Gebühren bezahlt sind. Wenn der Gemeinderat zustimmt, könnte der Systemstart innerhalb von etwa sechs Wochen beginnen. Die Stadt habe auch das Angebot eines Konkurrenzunternehmens geprüft, aber Im Vergleich sei das Angebot der „sunhill technologies“ deutlich vorteilhafter, heißt es abschließend.

Das Sunhill-Angebot gibt es bereits in einer Vielzahl deutscher Städte: von Aachen bis Zirndorf. In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg wäre Schramberg Vorreiter. Horb ist die nächste Stadt, in der das System schon installiert ist.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 18. Januar 2018 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/schramberg/smartphone-statt-parkschein/192342