Festversammlung im Elisabetha-Glöckler-Saal. Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Nach zwei Jah­ren Bau­zeit hat die Stif­tung St. Fran­zis­kus am Frei­tag­nach­mit­tag den Neu­bau der Son­der­be­rufs­schu­le für sin­nes­be­hin­der­te Jugend­li­che St. Kla­ra ein­ge­weiht. Der Stif­tungs­chor „InTakt“ sang  beim  Fest­akt im Eli­sa­be­tha Glöck­ler-Saal  zum Auf­takt das Fran­zis­kus­lied.

Der Neu­bau. Foto: him

Zur Ein­wei­hung waren etli­che Pro­mi­nen­te, Gön­ner, die Schwes­tern und Freun­de der Stif­tung gekom­men, die Stif­tungs­vor­stand Hubert Bern­hard will­kom­men hieß. Dar­un­ter war der Schirm­herr einer gro­ßen Spen­den­ak­ti­on, der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Vol­ker Kau­der.

Gekom­men waren aber auch der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­fan Teu­fel, Land­rat Wolf-Rüdi­ger Michel, Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog, des­sen Vor­gän­ger Her­bert O. Zinell sowie Mar­tin Mau­rer, der wie Zinell als Bot­schaf­ter der Spen­den-Akti­on tätig war.

Erfolgreiche Spendenkampagne für St. Klara

Das „anspruchs­vol­le Ziel“, 750.000 Euro zu sam­meln habe  die Stif­tung bereits um 25.000 Euro über­trof­fen, freu­te sich Bern­hard. “Ein unglaub­li­cher Erfolg!“ Er dank­te den zahl­rei­chen Spen­dern wie etwa der Herm­le-Stif­tung aus Gos­heim oder der Fir­ma Brug­ger aus Hardt für ihre Unter­stüt­zung.

Ins­ge­samt etwa fünf Mil­lio­nen Euro wer­de der Neu­bau kos­ten, davon erhal­te die Stif­tung etwa 1,3 Mil­lio­nen Euro aus Lan­des­för­de­rung. Nach dem Abbruch des aus den 1890er Jah­ren stam­men­den Alt­baus vor zwei­ein­halb Jah­ren habe der Spa­ten­stich für den Neu­bau Ende Juni 2015, statt­ge­fun­den, Richt­feist fei­er­te die Stif­tung im Sep­tem­ber 2016.Pünktlich zum neu­en Schul­jahr im Sep­tem­ber 17 sei­en die Schü­ler und Leh­rer ein­ge­zo­gen. „Ent­stan­den ist ein freund­li­ches, funk­tio­na­les, bar­rie­re­frei­es und moder­nes Schul­ge­bäu­de.“

Fast 60 Berufs­schü­ler und  Haupt- und Werk­re­al­schü­ler ler­nen im Neu­bau. „Die beruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on ist die Basis für die Teil­ha­be in der Gesell­schaft“, ver­deut­lich­te Bern­hard die Bedeu­tung der Schu­le. Es gelin­ge in Zusam­men­ar­beit mit der Agen­tur für Arbeit 70 Pro­zent der Absol­ven­ten auf dem ers­ten Arbeits­markt unter­zu­brin­gen, das sei eine „stol­ze Zahl“.

Im Unter­ge­schoss befin­den sich Räu­me für die päd­ago­gi­sche Audio­lo­gie, ganz oben ein neu­er Kon­fe­renz­raum direkt neben der Schul­kü­che. Ins­ge­samt, so Bern­hard sei die neue Schu­le „geleb­te Inklu­si­on“.

Ein besonderer Geist

Nach einem wei­te­ren Lied, vor­ge­tra­gen vom Stif­tungs­chor nann­te Vol­ker Kau­der die Stif­tung einen „Glücks­fall für die Regi­on und vor allem für die Men­schen mit Behin­de­rung“. Hei­li­gen­bronn unter­schei­de sich von ande­ren Ein­rich­tun­gen für Men­schen mit Behin­de­rung, so Kau­der, denn: „Hier herrscht ein beson­de­rer Geist.“

Er beob­ach­te und beglei­te seit mehr als 27 Jah­ren die Stif­tung und fra­ge sich, „ob das mit dem Bau­en irgend­wann mal auf­hört“. Die Ant­wort sei, sicher nicht, denn die Stif­tung sei immer auf dem Weg, nie am Ziel. Die­ses lau­te: „Den behin­der­ten Men­schen immer das Bes­te geben.

Er wünsch­te der Stif­tung viel Kraft für die nächs­ten Pro­jek­te. „Auch in Zukunft sol­len Men­schen mit Behin­de­rung auf die Welt kom­men kön­nen. Dann müs­sen wir aber auch alles dafür tun, dass sie auf der Welt ankom­men kön­nen.“

Immer wieder neue Pläne

In sei­nem Gruß­wort lob­te Land­rat Wolf-Rüdi­ger Michel die Ein­rich­tun­gen in Hei­li­gen­bronn. Sie sei­en seit 1860 da für Men­schen die beson­de­re Unter­stüt­zung brau­chen. Wenn er oder sei­ne Mit­ar­bei­ter die Stif­tung besuch­ten, dann kom­me der Kreis viel­leicht „etwas ärmer nach Hau­se“, scherz­te er im Hin­blick auf Zuschuss­wün­sche, „aber alle, die hier zu tun hat­ten kom­men mensch­lich rei­cher zurück“.

Schram­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog mein­te schmun­zelnd, wenn er oder städ­ti­sche Mit­ar­bei­ter  nach einem Besuch aus Hei­li­gen­bronn zurück­kehr­ten, hät­ten sie meist Auf­trä­ge für neue Bebau­ungs­plä­ne oder Bau­ge­neh­mi­gun­gen im Gepäck und alles müs­se immer ganz schnell gesche­hen. Die Schu­le sei wich­tig und ver­schaf­fe ihren Absol­ven­ten zu Erfolgs­er­leb­nis­sen, etwa einem Gesel­len­brief.

Micha­el Wühr zustän­dig bei der Stif­tung für das Bau­ma­nage­ment erin­ner­te dar­an, dass ursprüng­lich geplant war, den alten Bau umzu­ge­stal­ten. Geschei­tert sei das schließ­lich an den Anfor­de­run­gen etwa für den Brand­schutz. Der Neu­bau sei aber exakt auf dem Grund­riss des Alt­baus ent­stan­den. Er sei schlicht und zweck­mä­ßig. Man sehe ihm aber auch an, dass  er 2017 gebaut wur­de.

Vor­stand Micha­el Wol­lek kün­dig­te – von Kau­der drauf gestupft –  unter dem Geläch­ter der Fest­gäs­te gleich ein neu­es Pro­jekt an: Den Bau einer neu­en Sport­hal­le. Schul­lei­ter Udo Neu­deck erklär­te, wes­halb die Schu­le den Namen der hei­li­gen Kla­ra trägt: Kla­ra sei eine Frau gewe­sen, die ihre eige­nen Ent­schei­dun­gen getrof­fen habe und ihren eige­nen Weg ging. „Unse­re Schü­ler sol­len genau­so mutig ihren Weg gehen.“

Pfar­rer Chris­ti­an Albrecht seg­ne­te den Neu­bau von St. Kla­ra und sprach davon, das Gebäu­de uns „Hei­mat schen­ken und Sicher­heit bie­ten.“

Beim anschlie­ßen­den Rund­gang durch den Neu­bau weih­te Albrecht  den Bau. Die Gäs­te über­zeug­ten sich beim Blick in die Räu­me davon, dass den Neu­bau gelun­gen ist.