Stadt braucht mehr Kindergartenplätze

Auch in die Qualität der Betreuung will man investieren

SCHRAMBERG  –  Weil die Einwohnerzahlen und die Nachfrage nach Krippenplätzen steigen und weil die Eltern längere Öffnungszeiten wünschen,  muss die Stadt weitere Krippen-  und Kindergartenplätze schaffen. Aber auch, weil sich die Attraktivität einer Kommune immer mehr daran messen lässt, „wie gut es ihr gelingt, junge Familien, Gewerbetreibende und Unternehmen für sich zu gewinnen“, heißt es in einer Vorlage für den Ortschaftsrat mit Blick auf den Kindergartenbedarf.

Abteilungsleiterin Kerstin Flaig berichtet, dass die Geburtenzahlen in den vergangenen beiden Jahren wieder auf etwa 190 zurück gegangen seien. Der deutliche Anstieg in den Jahredn 2015 und 2016 sei wohl auch auf die Bevölkerungszunahme durch Geflüchtete  in diesen beiden Jahren zurückzuführen gewesen. „Die Geburtenzahlen werden sich wohl auf dem jetzigen Niveau einpendeln“, so Flaig auf Nachfrage der NRWZ.

Mehr Zeit für die Kita-Leitungen

Neben der Zahl an Betreuungsplätzen müsse die Stadt aber auch auf die Qualität des Betreuungsangebotes achten. „Denn gerade die frühen Lebensjahre sind prägend für die persönliche und soziale Entwicklung und bilden die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Bildungsbiografie“, heißt es in der Vorlage. Deshalb hätten sowohl der  Bund als  auch das Land in diesem Frühjahr Förderprogramme beschlossen. Die Stadt wolle Mittel aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ des Bundes wie auch vom „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ des Landes beantragen.

Damit möchte Flaig insbesondere die Kita-Leitungen stärken, denn das habe „unmittelbar Auswirkungen auf die Qualität einer Kita“. Auch strebe sie an, Hauswirtschaftskräfte einzustellen. „Nach wie vor gibt es trotz eines warmen Mittagessensangebotes in einigen Kindergärten keine Stellen für Hauswirtschaftskräfte.“ Deshalb müssten die Erzieherinnen zusätzlich auch die anfallenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten ausführen.

Weitere Erkenntnisse zur Qualitätsverbesserung verspricht sich Flaig von einer Elternbefragung, die derzeit ausgewertet werde.

Neu-, An- und Umbauten für mehr Plätze in der ganzen Stadt

Um den zusätzlichen Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen zu decken, sollen beim Neubau des Don-Bosco-Kindergartens in der Talstad im nächsten und übernächsten Jahr eine weitere Krippengruppe und zusätzliche Kindergartenplätze vorgesehen werden.

Auf dem Sulgen ist eine weitere Kindergartengruppe am Kirchplatz ab diesem Sommer geplant. Dort soll  die ehemalige Schule ab 2020 zu einem Kindergarten umgebaut werden. Am Kindergarten Oberreute entstehen derzeit neun Kindergartenplätze. In Waldmössingen schlägt die Verwaltung vor, den dortigen Kindergarten um weitere Plätze  und eine neue Krippengruppe zu ergänzen.

In Tennenbronn  möchte die Stadt beim Kindergarten Regenbogen der evangelischen Gemeinde eine zusätzliche Kleingruppe ab Januar 2020 anbieten. Außerdem sollte bald auch eine Krippengruppe angeboten werden, denn die Kinderzahlen und die Platznachfrage zeigten, „dass in Tennenbronn der Bedarf an einer zusätzlichen Krippengruppe mit 10 Plätzen sowie weiteren Kindergartenplätzen unter anderem auch mit einem Ganztagesangebot gegeben ist“, so Flaig.

Info: Der Tennenbronner Ortschaftsrat wird sich am 9. Juli mit dem Kindergartenbedarfsplan beschäftigen, der Verwaltungsrat des Gemeinderats hat das Thema am 11. Juli auf der Tagesordnung.

 

-->

Mehr auf NRWZ.de