Stadtlogo: Kein Streit mit Amazon

Amazon weiß nichts von angeblichem Markenrechtsverstoß

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Ausschnitt aus der Facebookseite. Foto: him

SCHRAMBERG  (him)  –  Für einen Sturm im Wasserglas hat eine Facebook-Clique in den letzten Tagen gesorgt. Sie hatte behauptet, das neue Schramberger Stadtlogo verstoße laut Rechtsabteilung von Amazon München  „in dieser Form gegen das Markenrecht von Amazon.de“

Ein Mitglied der Gruppe hatte bei der NRWZ angefragt, ob „das neue Logo der Stadt Schramberg rechtlich überprüft“ wurde. Er habe eine Mail von Amazon vorliegen, wonach der Online-Gigant einen Verstoß gegen seine Rechte erkenne.

Der Schramberger Grafiker Stefan Link fällt aus allen Wolken, als die NRWZ ihn auf seinen angeblichen Rechteverstoß anspricht. Link hatte im Auftrag der Stadt das Logo aufgefrischt und dabei einen nach unten gewölbten Bogen unter den Wappengreif gefügt.  Er weist darauf hin, das Amazon einen geschwungenen Pfeil als Symbol verwende: „Wir haben alles von A bis Z.“ Das habe mit seinem Bogen nichts zu tun.

Auch bei der Stadt weiß man nichts von einem angeblichen Verstoß gegen irgendwelche Rechte. Aber da ist die Mail. Amy Müller, von der Kundenbetreuung bei Amazon teilt darin Herrn H., einem aus der FB Gruppe, mit, „nach Prüfung Ihrer Anfrage durch unsere Rechtsabteilung“ müsse sie „leider bitten, Ihr Logo abzuändern, um eine Verletzung der gewerblichen Schutzrechte von Amazon auszuschließen.“

Schramberg wird „Schramazon“

Was war geschehen? Die Facebook-Gruppe hatte das Stadtlogo umgemodelt. Aus dem Bogen wurde ein Pfeil, aus . Dieses veränderte Logo hatte H.  nach München geschickt. Und dafür die Mahnung von Amazon kassiert. Daraus hatte er dann einen angeblichen Markenverstoß der Stadt konstruiert.

Bei Amazon in München sieht Pressesprecher Ole Wulff „das total entspannt.“ Sein Unternehmen habe keinerlei Kontakt mit der Stadtverwaltung gehabt. Das verballhornte Stadtlogo sei „kein Problem, da hat sich halt jemand einen Scherz erlaubt.“ Das offizielle Logo der Stadt sei schon gar kein Problem für sein Unternehmen.

Fazit: Jemand hat versucht, der Stadt zu schaden – und einen klassischen Bauchplatscher gelandet.

Zu meinem Bericht „Kein Streit mit Amazon“ stelle ich fest:

Herr H. hat als einzelner, nicht als Mitglied einer Facebook-Gruppe den Kunden-Service von Amazon kontaktiert.

Er hat – wie er der NRWZ nach der Veröffentlichung mitteilte – das Original-Logo der Stadt vorgelegt. Das ging aus der Antwort von Amazon an ihn, die er der NRWZ vor der Veröffentlichung geschickt hat,  nicht hervor. Im Gegenteil, da war die Rede von „Ihrem“, also H.s Logo.

Das Fazit am Ende des Artikels in der Druckausgabe wurde wegen eines Missverständnisses  fälschlich Stefan Link zugeordnet. Martin Himmelheber.