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Fünfmal 25 Jahre – HECO ehrt Jubilare

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Hauser feiert Wiedereröffnung der Tankstelle: „Tanke-schön-Aktion“ auf dem Berner Feld

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Rottweil
Samstag, 8. August 2020
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    Stunden der Angst. Aber auch der professionellen Einsatzarbeit

    Am Ende herrscht große Erleichterung: „Ich habe meine Tochter im Bus gesehen und wir haben uns zugewunken“, erzählt eine Mutter bei der Sulgener Kreissporthalle. Davor lagen vier Stunden voller Angst und Ungewissheit.

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    8.08 Uhr: Vor dem Schramberger Gymnasium stehen zwei Streifenwagen. Die Beamten ziehen sich ihre Sicherheitswesten über. In der Schule alles ruhig. „Wir haben eine Amoklage“, erzählt einer der Beamten. „Es ist heute Morgen eine E-Mail bei der Schule eingegangen und daraufhin hat die Schule die Polizei eingeschaltet.“ Der Beamte bittet, doch lieber auf der Straße zu warten: „Zur eigenen Sicherheit.“

    Kurz nach Acht sind gerade mal zwei Streifenwagen vor Ort. Fotos: Martin Himmelheber

    Die NRWZ meldet online um 8.24 Uhr, dass am Gymnasium eine Drohung eingegangen sei und die Polizei diese ernst nehme. Ein Schüler, der zu spät  kam, will noch in den Unterricht. Die Beamten stoppen ihn, durchsuchen seinen Rucksack und schicken ihn vom Schulhof. Wenig später treffen die ersten besorgten Mütter und Väter ein. Sie wollen wissen, was los ist. Die Polizisten können nichts sagen, nur dass es eine E-Mail mit bedrohlichem Inhalt gebe.

    Eltern warten bei der Heilig-Geist-Kirche auf Informationen.

    In der Schule

    Die Schüler im Gymnasium erfahren zu dieser Zeit auch nicht viel mehr. Nina erzählt später der NRWZ: „Wir Fünftklässler haben grade einen Test geschrieben, da kam per Lautsprecher die Durchsage, dass eine E-Mail gekommen sei.“ Da habe drin gestanden: „Wir wollen gegen 8 Uhr was machen.“  Daraufhin sei die Polizei zur Schule gekommen.

    Die Lehrkräfte nutzen die Amok-Türen und schlossen von innen ab. „Wir durften das Klassenzimmer nicht verlassen.“

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    Später wird die Polizei bei einer improvisierten Pressekonferenz in der Mediathek etwas geschraubt erklären: „Bei der Schulleitung ist eine E-Mail eingetroffen, deren Inhalt als Androhung einer Straftat gewertet werden kann.“ Aus ermittlungstaktischen Gründen möchte er nichts zum Inhalt sagen. Was über ihren Inhalt im Umlauf ist, wird ebenfalls von der Polizei ausdrücklich nicht kommentiert.

    Vor der Schule

    Auf dem Parkplatz schräg gegenüber dem Gymnasium treffen nach und nach immer mehr Streifenwagen ein. Aus dem gesamten Polizeipräsidiumsbereich werden Kräfte zusammengezogen. Die Polizisten holen ihre Amok-Ausrüstung aus den Autos und legen sich Schutzwesten an. Das Rote Kreuz ist mit einem Dutzend Rettungswagen vor Ort.

    Einsatzbesprechung unter freiem Himmel.

    Auch Oberbürgermeister Thomas Herzog und Fachbereichsleiter Berthold Kammerer sind auf dem Parkplatz. Die Einsatzleiter von Polizei, Rotem Kreuz und Feuerwehr beraten, was zu tun ist. Die Polizei entscheidet: Sicherheit geht vor. So warten alle auf die Spezialkräfte, das SEK. Die Schule wird von außen umstellt, aber ins Gebäude  gehen die Beamten zunächst nicht.

    Die NRWZ wird angehalten, nichts über die Anfahrt des SEK zu berichten. Ein Leser hatte die der Redaktion gemeldet, zehn Wagen hätten sich von Stuttgart aus auf den Weg gemacht, habe er beobachtet. Ein Polizeisprecher erklärt zunächst, dass er das nicht dementieren könne – um dann aus der Haut zu fahren. Die NRWZ solle sich bitteschön zurückhalten. Es gelte, keine Panik zu verursachen. Unterdessen rückt das SEK an. Und besorgte Leser melden sich vermehrt in der NRWZ-Redaktion.

    Das Gelände um die Schule wird weiträumiger abgesperrt. Die besorgten Eltern werden gebeten, Abstand zu halten. Die Polizisten ziehen Absperrbänder. Die Eltern haben Schirme aufgespannt, die meisten haben ihr Smartphone am Ohr, wollen erfahren wie es ihren Kindern geht oder informieren Verwandte und Freunde.Der nahe gelegene Heilig-Geist-Kindergarten und die Berneckschule fallen in den abgesperrten Bereich. Besorgnis auch dort.

    In der Mediathek, zweihundert Schritt entfernt, richtet das Rote Kreuz eine Auffangstation für besorgte Eltern ein. „Wir möchten Sie bitten, in die Mediathek zu gehen. Dort erfahren Sie mehr“, appelliert ein Beamter an die Eltern, die an der Heilig-Geist-Kirche mit bangem Blick hinüber zur Schule schauen. Nur wenige wollen den Ort des Geschehens verlassen, harren lieber im Regen aus. Dass sie den Einsatz behinderten, wird ein Polizeisprecher später über sie sagen. Es herrscht allgemein Stress.

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    Beamte aus der gesamten Region treffen ein.

    Die Berneckstraße, eine wichtige Durchgangsstraße Richtung Villingen-Schwenningen und Tennenbronn, wird gesperrt. Schnell entwickelt sich ein größerer Stau.

    Um 9.42 Uhr kommt ein Hubschrauber, er bringt die Spezialisten. Etwa zur selben Zeit rollen ein halbes Dutzend Zivilfahrzeuge an. Ihnen entsteigen besonders ausgerüstete Einsatzkräfte. Das SEK ist da. Sie eilen durch den kalten Nieselregen in die der Schule gegenüberliegende Heilig-Geist-Kirche, halten sich für einen Einsatz bereit. In der Kirche versammelt sich auch der Krisenstab.

    Inzwischen wird bekannt, dass es ganz ähnliche Drohungen auch in Offenburg und – ausgerechnet – Winnenden gegeben hat. Was hat das zu bedeuten? Will da ein Unbekannter nur Angst verbreiten? Solange das nicht klar ist, geht die Polizei vom Ernstfall aus und zieht das eingeübte Programm durch. Das dauert. Und spannt die Nerven der Wartenden an. Aber: “Die Sicherheit der Schüler hat für uns Priorität“, so ein Polizeisprecher. Mehr als 100 Polizisten sind vor Ort.

    Die Stadtverwaltung kümmert sich derweil um einen Ort, wo die Schüler untergebracht werden können. Als gar nicht so einfach erweist es sich, genügend Busse zu bekommen: „Wir gehen von maximal 1000 Schülern aus“, sagt Thomas Pahl, der leitende Notarzt. Später  ist zu erfahren, dass einzelne Linienbusfahrten kurzerhand gestrichen  und die Fahrer zum Gymnasium umdirigiert worden sind.

    Der Schramberger Revierleiter Jürgen Lederer kommt vorbei. Er bestätigt gegen 11.25 Uhr: „Die Durchsuchung läuft.“ Die Spezialisten seien im Gebäude und  kontrollierten jedes einzelne Klassenzimmer. „Es geht schneller als gedacht“, sagt der Beamte. Dabei seien auch einzelne Türen zu Bruch gegangen, wenn nicht gleich der passende Schlüssel zu finden gewesen sei, heißt es. In der Schule sei alles ruhig, so Lederer, „da gibt’s keine Panik.“ Auch die Eltern reagierten meist besonnen.

    Aus Fehlern bei früheren Amokereignissen hat die Polizei gelernt. Die Kinder und Jugendlichen werden nicht einfach nach dem Einsatz nach Hause gehen können. Der Krisenstab möchte, dass sie an einen Ort gebracht werden, dass die Lehrer ihre Namen aufschreiben und dass die Kinder dann von ihren Eltern abgeholt werden können.

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    Als besonders geeignet als Übergabe- und Registrierungsort erscheint die Kreissporthalle auf dem Sulgen. Dr. Thomas Pahl, der leitende Notarzt, erklärt warum: „Hier ist viel Platz, es gibt eine Küche, wir können die Schüler mit Getränken versorgen.“ Manche würden inzwischen Ball spielen, um sich die Zeit zu vertreiben Ein weiterer Grund: Dort haben die Busse Platz, um halten zu können. Die Polizei und der Krisenstab wollen die Information noch zurückhalten, bis klar ist, dass es auch wirklich klappt mit der Halle. Gleichzeitig beschließen die Verantwortlichen, die Eltern im ein paar hundert Meter entfernten Feuerwehrgerätehaus warten zu lassen.

    Um 11.30 Uhr ist der Einsatz in der Schule offenbar beendet. Ein Polizeisprecher bestätigt: „Wir haben nichts gefunden.“ Die Busse fahren langsam Richtung Schule. Ein Beamter erklärt den wartenden Eltern, sie mögen bitte auf den Sulgen fahren, dorthin würden ihre Kinder gebracht. Wenig später verlassen die Einsatzkräfte die Kirche und rollen in ihren Kleinbussen davon. Auch der Polizeihubschrauber hebt kurz darauf ab.

    Spezialeinsatzkräfte brauchen nicht einzugreifen.

    Um, 11.55 Uhr der erlösende Moment: „Da kommen die ersten“, ruft eine Mutter, die seit zwei Stunden bei der Kirche gewartet hat.

    Der erlösende Moment: die ersten Schüler können das Gymnasium verlassen. Foto: him

    Begleitet von Polizeibeamten und Rot-Kreuz-Helfern überquert die Schulklasse den Schulhof und besteigt – diszipliniert wie selten – den wartenden Linienbus.

    Auf dem Sulgen

    An der alten Rottweiler Straße steht eine lange Autoschlange, links und rechts haben die Eltern ihre Autos abgestellt und sind ins Sulgener  Feuerwehrgerätehaus geeilt. „Ich hab‘ um halb neun erfahren, dass da was los ist“, erzählt Recep K., „ich bin dann gleich von der Arbeit weg zur Schule gekommen.“ Er findet, die Einsatzkräfte machten das alles sehr professionell. „Aber wir würden jetzt schon gern unsere Kinder sehen“, wirft ein anderer Vater ein. Er muss sich noch gedulden, denn in der Kreisporthalle nehmen es die Helfer mit der Registrierung genau.

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    Im Feuerwehrgerätehaus warten die Eltern.

    Es dauert, bis die Schüler klassenweise alle registriert sind. Sobald eine Klasse vollzählig in der Halle ist, informiert das DRK die wartenden Eltern, die dann ihre Sprösslinge in die Arme schließen können.

    Ein Kameramann filmt die Ankunft der evakuierten Schüler bei der Kreissporthalle.

    Um 12.50 Uhr ist es amtlich, die Polizei gibt Entwarnung: Die „per E-Mail bei der Schulleitung des Gymnasiums Schramberg eingegangene Amokandrohung“ habe sich nicht bestätigt. Die Polizei versuche, den Verfasser der E-Mail zu ermitteln. „Ob dieser auch für ähnlich gelagerte Drohschreiben in Baden-Württemberg oder anderen Bundesländern verantwortlich ist, wird überprüft.“

    Es dauerte noch einige Zeit, bis schließlich alle etwa 700 Schüler die Busse verlassen haben, registriert sind. Doch nach und nach leert sich das Feuerwehrgerätehaus, in der Talstadt rücken die Polizeikräfte ab, das DRK räumt seine Utensilien auf und es kehrt wieder Alltag ein im Städtle.

    Nachtrag: Schrambergs OB Thomas Herzog, selbst Vater von zwei Kindern, die in der Schule waren, ist „froh dass es glimpflich ausgegangen und den Kindern nichts passiert ist“. Herzog bedankt sich bei allen Einsatzkräften  für ihr Engagement. Ein besonderes Lob hat er für die Schulleitung und die Lehrkräfte des Gymnasiums und deren besonnene Reaktion: „Die Kinder haben sich sehr gut betreut gefühlt.“

    Bevor er das Rathaus verläßt, muss er noch in der Pizzeria vorbei: „Zwei Familienpizzen abholen, Auftrag meiner Kinder.“

     

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