Sulgen: Kein Asphalt auf Feldweg

Ausschuss beschäftigt sich mit Verbindungsweg Beschenhof Lambrechtshof

SCHRAMBERG  (him) –  Nach Ansicht der Stadtverwaltung und schließlich auch des Ausschusses für Umwelt und Technik soll der Verbindungsweg zwischen dem Beschenhof und dem Lambrechtshof  wie seit Jahrzehnten schon geschottert bleiben und nicht asphaltiert werden.

Der einzige direkte Anlieger an dem Weg hatte gefordert, den Weg zu asphaltieren, weil nach Starkregen Auswaschungen und gefährliche Rinnen entstünden. Auch ein Landwirt vom Lambrechtshof hatte sich hinter die Forderung nach einem Ausbau gestellt. Er brauche den Weg, um zu seinen Flächen zu kommen.

Tiefbau-Chef Klaus Dezember führte in der Sitzung aus, dass „wie bei jedem Feldweg“ diese Auswaschungen auch an diesem Weg aufträten und zwar auf einem Teilstück mit einem Gefälle von etwa fünf Prozent. „Das ist völlig normal.“ Für Traktoren seien im Übrigen die Ausspülungen überhaupt kein Problem.

Obwohl der Weg nur „für Anlieger frei“ sei, werde er relativ viel befahren, weil er als Abkürzung von der Mariazeller Straße zur Bundesstraße B 462 genutzt werde.

Der Bauhof richte den Weg regelmäßig. Die Kosten beliefen sich pro Jahr auf 1500 bis 2000 Euro. Im Jahr 2018  habe einerseits ein besonders heftiger Regen für Mehrarbeit gesorgt. Außerdem habe ein Landwirt Mais auf einem Feld angebaut und die Furchen hätten das Wasser direkt auf den Weg geleitet. Schließlich habe der Bauhof einen Graben entlang des Wegs angelegt, um das Wasser besser ableiten zu können. Deshalb seien 2018 die Bauhofkosten auf etwa 3500 Euro gestiegen.

Maisfeld rechts des Feldwegs vom Beschenhof zum Lambrechtshof. Archiv-Foto: him

Wenn der Weg asphaltiert werden soll, müsste die Stadt Grundstücke hinzukaufen, denn bisher ist der Weg nur 2,50 Meter breit. Erforderlich wären drei Meter, weil sonst die landwirtschaftliche Fahrzeuge auf dem Randstreifen führen. Hinzu kämen links und rechts weitere 50 Zentimeter für den Randstreifen und  je ein Meter die Entwässerung. Für den Grunderwerb auf der gesamten Länge von 400 Metern wären also erhebliche Mittel  nötig. Es habe bisher aber noch keine Gespräche mit den Grundeigentümern gegeben.

Man könnte auch nur das Gefällstück auf  etwa 250 Metern ausbauen. Das würde schätzungsweise 70.000 Euro kosten. Der Gesamtausbau, so Dezember, käme auf etwa 110.000 Euro. Dass ein solcher Weg geschottert sei, sei „üblich und ausreichend“, betonte Dezember. „Wir sehen die Asphaltierung als nicht dringlich an.“

OB: „Es gibt dringlicheres“

Emil Rode (Freie Liste) meinte, er habe mit Landwirten dort gesprochen. Nach Starkregen sehe der Weg „übel“ aus. Oberbürgermeister Thomas Herzog verwies darauf, dass es auch in anderen Außenbereichen solche Schotterwege gebe. Er sehe dringendere Maßnahmen. „Bei den Kosten können wir lange reparieren.“

Die Idee von Ralf Rückert (Freie Liste), mit  Rasengittersteinen wie in den Bergen die Strecke zu stabilisieren, verwarf Dezember. Dafür seien spezielle Steine mit Noppen erforderlich, die auch die schweren Traktoren aushalten. Solche Steine seien teuer. Normale  Rasengittersteine würden ausgewaschen. Die müssten immer wieder gefüllt werden, oder Fußgänger und Radfahrer würden sich beschweren. „Das funktioniert nicht dauerhaft und die Pflege ist teurer als beim Asphalt“, so der Fachmann. Die Ausschussmitglieder waren schließlich überzeugt und stimmten einmütig den Vorschlägen zum Straßenunterhalt der Verwaltung zu.

 

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