Szene- 64-Verein hat seine Hausaufgaben gemacht

Der Verein Szene 64 hat seine Hausaufgaben gemacht und dabei den Kostenrahmen wie mit der Stadt Schramberg vereinbart eingehalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mit einem „Open Weekend“ vom 13. bis 15. September lädt er nun die Öffentlichkeit zu einem unverbindlichen Blick in das neue Veranstaltungshaus in der Schramberger Geißhalde ein.

Als im Herbst 2015 der neu gegründete Verein Szene 64 das denkmalgeschützte Backsteingebäude im Junghans-Gewerbepark für einen Euro erwarb, war Eile geboten. Um es vor dem Verfall zu retten, wurde noch im Winter das Dach neu eingedeckt. Mit viel Elan und soweit das Geld reichte, konnten nach und nach sanitäre Anlagen im Keller installiert und die beiden grundrissgleichen, barrierefrei zugänglichen Stockwerke saniert werden.

Erste Aufgabe: Dach sanieren.

Die sehr hohen Sicherheitsauflagen der Stadt Schramberg stellten dabei eine besondere Herausforderung dar. „Bei uns ist die Verwaltung besonders streng“, stellt Uli Bauknecht, Vereinsvorsitzender, fest und vergleicht die Szene 64 mit einem Hochsicherheitsgebäude, das es so weit und breit nicht gibt. „Das geht auch ins Geld.“

Inzwischen fanden zahlreiche öffentliche und private Veranstaltungen statt, und das trotz Bauphase. „Aktuell sind es durchschnittlich sechs im Monat. Tendenz steigend“, weiß Dennis Dieterle, der die Termine koordiniert. Mehr als die Hälfte davon sind nichtöffentlicher Art. „Für 2020 haben wir bereits fünf Buchungen für Hochzeiten. Die Gäste schätzen das besondere Ambiente.“

Viel Arbeit im inneren

Zur Wahl stehen das rustikale Erdgeschoss oder das edle erste Obergeschoss. Oder eben eine Kombination aus beidem. Wie kürzlich, als eine Firma ihre Mitarbeiter zu einer Schulung in die Szene 64 einlud: Oben gab es die Vorträge, im Erdgeschoss das Catering und ein Besuch im benachbarten Terrassenbau-Museum rundete das Tagesprogramm ab.

Kulturförderung

Insbesondere die Förderung von Kultur hat sich der gemeinnützige Verein Szene 64 auf die Fahne geschrieben. „Es ist enorm, wieviele Bands und Musikbegeisterte es in Schramberg und Umgebung gibt“, schwärmt Karin Eichenlaub. Doch oft ist es so: ohne Räume, keine Auftritte und ohne Auftritte, keine Motivation zu proben. Egal ob Rock, Punk, Techno, Klassik, A-Cappella, Jazz oder Schlager, in den letzten knapp vier Jahren waren alle Stilrichtungen schon in der Szene 64 zu erleben. Sämtliche Fasnetsvereine haben den ehemaligen Bau 64 aus dem Jahre 1893 für sich entdeckt.

Die Falkenhexen, Roverballer, Bachnafahrer und seit diesem Jahr auch die Schnupfelfinger Schnoogedatscher feiern hier ausgelassen und fröhlich. „In der Szene 64 ist alles da, was der Mieter für sein Fest braucht“, erklärt Max Neudeck vom Vorstandsteam. Selbst das Kühlhaus ist schon mit Getränken gefüllt, was die Organisation für alle Beteiligten erleichtert. Das Gebäude ist für insgesamt 680 Personen zugelassen. Zehn Bestuhlungspläne wurden für verschiedenste Anlässe erarbeitet.

Die Fenster wurden aufwändig restauriert. Fotos: Karin Eichenlaub/Verein              

Beide Veranstaltungsräume verfügen über eine Gastroküche mit professioneller Spüleinrichtung. Durch die vielen Nachfragen und den Bedarf an Räumen auch für kleinere Feste und Gesellschaften, beabsichtigt das Vorstandsteam der Szene 64 das Dachgeschoss mit den schönen großen Dachfenstern ebenfalls auszubauen. Vereine, Ausstellungen und Jugendtreffs wären hier bestens aufgehoben.

Fast 200.000 Mehrkosten wegen Auflagen

Was indes schmerzt sind die knapp 200.000 Euro, die dem Verein durch Unvorhergesehenes im Laufe der Sanierungszeit auferlegt wurden. Der Fehlbetrag ist entstanden, da der Verein das Haus nicht nur für 200 Gäste ausgelegt, sondern dem Bedarf der unterschiedlichen Veranstalter entsprechend das Maximale aus dem Gebäude mit 680 Gästen herausholte.

Die Ausstattungen der Küchen und der Toiletten haben sich somit mehr als verdoppelt. „Die Erstellung der hohen Zahl an Parkplätzen wurde uns außerdem völlig unerwartet zur Auflage gemacht und fällt stark ins Gewicht, ebenso wie die Beleuchtung der Zufahrtsstraße und die Forderung des Bauamtes, eine aufwendige Brandmeldeanlage zu installieren“, erläuterte Kassierer Markus Mayer letzte Woche bei der Mitgliederversammlung.

Jetzt wird gefeiert

Doch zunächst soll nun das Geleistete mit Tagen der offenen Tür, dem sogenannten „Open Weekend“,  gefeiert werden. Eingeladen ist die gesamte Bevölkerung. Oberbürgermeister Thomas Herzog, der das Projekt Szene 64 von Anfang an großartig unterstützt hat, übernimmt die Schirmherrschaft.

Das GlasBlasSing-Quartett macht am Freitag, 13. September den Auftakt, wenn leere Flaschen als faszinierende Musikinstrumente ertönen und gute Laune garantiert wird.

Am Samstag Nachmittag startet der TeamRun der Tria Schramberg rund um die Szene 64 und abends steigt die große „25 Jahre Old News Geburtstagsparty“. Karten sind im Vorverkauf erhältlich.

Der Sonntag, 15. September ist als Familientag konzipiert. Nach der offiziellen weltlichen und kirchlichen Einweihung können die großen und kleinen Besucher neben spannenden Vorträgen und Bunkerführungen, Spiele, Musik und ein buntes Programm erleben. Ein Shuttlebus pendelt am Sonntag nonstop zwischen Rathausplatz und Szene 64. Für Bewirtung ist an allen Tagen gesorgt.

„Besonders freut uns, dass wir am 13. September mit GlasBlasSing die erste gemeinsame Veranstaltung zusammen mit Harald Burger und seinem Team vom Kulturbesen beziehungsweise der Heimatfabrik durchführen werden“, erklärt Uli Bauknecht. „Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam den Junghans-Gewerbepark zu einer Kulturmeile weit über Schramberg hinaus bekannt machen können.“

Infos unter: www.szene-64.de

 

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