SCHRAMBERG (him) – Das pas­siert nur ganz sel­ten: Die Stadt Schram­berg wehrt sich schrift­lich gegen einen Zei­tungs­be­richt. Übli­cher­wei­se erfolgt in sol­chen Fäl­len ein Hin­weis in einer Rats­sit­zung. Doch nach dem Arti­kel unter der Schlag­zei­le „Pla­nungs-Vor­fi­nan­zie­rung ja, aber nicht mehr als 20 Pro­zent“ muss den Ver­ant­wort­li­chen der Kra­gen geplatzt sein. Ver­ständ­lich, wenn schon die Über­schrift voll dane­ben liegt.

Wor­um geht es? Im Gemein­de­rat hat­te Fach­be­reichs­lei­ter Uwe Weis­ser über den Sach­stand bei der Tal­um­fah­rung berich­tet. Neben einer Auf­zäh­lung der zahl­rei­chen Poli­ti­ker­ge­sprä­che, die Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog in der Sache den Som­mer über geführt hat­te, infor­mier­te Weis­ser auch über eine von der Lan­des­re­gie­rung geplan­te Neu­re­ge­lung. Die NRWZ berich­te­te.

Dabei geht es um die Vor- und Mit­fi­nan­zie­run­gen von Pla­nungs- bezie­hungs­wei­se Bau­kos­ten bei Stra­ßen­bau­pro­jek­ten des Lan­des und des Bun­des durch die Kom­mu­nen.

For­dert die Stadt zur Rich­tig­stel­lung her­aus: Arti­kel zur Tal­um­fah­rung vom Frei­tag.

Im „Schwarz­wäl­der Boten“ stan­den nach Ansicht der Stadt­ver­wal­tung Din­ge, die einer Rich­tig­stel­lung bedür­fen. In einer Pres­se­mit­tei­lung der Stadt vom Frei­tag heißt es, man wol­le „den Sach­ver­halt kor­rekt dar­stel­len“. Im Begleit­schrei­ben bit­tet Stadt­spre­che­rin Susan­ne Gorgs-Mager die­se Rich­tig­stel­lung am Sams­tag abzu­dru­cken. Dem ist das Blatt nach­ge­kom­men. Aller­dings ohne den Hin­weis, dass es sich um eine Rich­tig­stel­lung zu einem Bericht im eige­nen Blatt han­delt.

Wir veröffentlichen die Richtigstellung durch die Stadt im Wortlaut:

Sach­stands­be­richt zur Tal­um­fah­rung Schram­berg

Rich­tig­stel­lung zum Bericht im Schwarz­wäl­der Boten über die Sit­zung des Gemein­de­rats am 28.09.2017

Der Lei­ter des Fach­be­reichs Zen­tra­le Ver­wal­tung und Finan­zen, Uwe Weis­ser, hat in der Sit­zung des Gemein­de­rats am 28.09.2017 beim Tages­ord­nungs­punkt „Tal­um­fah­rung Schram­berg, B 462 – Sach­stands­be­richt“ neben ver­schie­de­nen Akti­vi­tä­ten der Stadt­ver­wal­tung in Sachen Tal­um­fah­rung auch eine vom Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ange­kün­dig­te Ände­rung der Vor­schrif­ten zur Finan­zie­rungs­be­tei­li­gung von Stra­ßen­bau­pro­jek­ten ange­spro­chen.

Nach der geplan­ten Neu­re­ge­lung wür­den Vor- und Mit­fi­nan­zie­run­gen von Pla­nungs- bezie­hungs­wei­se Bau­kos­ten bei Stra­ßen­bau­pro­jek­ten des Lan­des und des Bun­des durch die Kom­mu­nen erheb­lich erschwert bezie­hungs­wei­se nahe­zu unmög­lich gemacht wer­den. Hier­über wur­den die Kom­mu­nen vom Städ­te­tag Baden-Würt­tem­berg infor­miert und um Stel­lung­nah­me gebe­ten. Nach Prü­fung der vor­ge­se­he­nen Ände­run­gen ist die Stadt­ver­wal­tung zum Ergeb­nis gelangt, dass sie die geplan­te Ände­rung der soge­nann­ten „Ver­wal­tungs­vor­schrift Finan­zie­rungs­be­tei­li­gung Stra­ßen“ nicht befür­wor­ten kann.

Mit die­ser Ände­rung wür­den näm­lich die bis­he­ri­gen Mög­lich­kei­ten für Kom­mu­nen, sich an Pla­nungs­kos­ten oder Bau­kos­ten von Stra­ßen­bau­pro­jek­ten des Bun­des oder des Lan­des zu betei­li­gen, deut­lich ver­schlech­tert oder gar unmög­lich gemacht wer­den. So könn­ten sich die Kom­mu­nen an den Pla­nungs­kos­ten für Bun­des­stra­ßen­pro­jek­te nur noch im Wege einer Voll­fi­nan­zie­rung betei­li­gen und eine Rück­erstat­tung der Auf­wen­dun­gen wäre aus­ge­schlos­sen.

Am Bei­spiel der Tal­um­fah­rung zeig­te Weis­ser mög­li­che Aus­wir­kun­gen bei­spiel­haft auf. Bei geschätz­ten Bau­kos­ten für die Tal­um­fah­rung von ca. 130 Mil­lio­nen Euro und unter­stell­ten Pla­nungs­kos­ten von cir­ca 20  Pro­zent der Bau­sum­me wür­den die­se cir­ca 26 Mil­lio­nen Euro betra­gen. Ein Betrag, der von der Stadt Schram­berg aller Vor­aus­sicht nach nicht gestemmt wer­den könn­te.

Aus die­sem Grund hat die Ver­wal­tung, respek­ti­ve Ober­bür­ger­meis­ter Her­zog, dem Städ­te­tag schrift­lich mit­ge­teilt, dass  die Stadt Schram­berg eine Ände­rung der Finan­zie­rungs­be­tei­li­gung von Stra­ßen­bau­pro­jek­ten nicht befür­wor­tet.

Dies ist, mit Blick auf die im April die­ses Jah­res vom Gemein­de­rat beschlos­se­ne Reso­lu­ti­on zur Tal­um­fah­rung Schram­berg nur kon­se­quent. Hier hat die Stadt unter ande­rem deut­lich signa­li­siert, sich an Pla­nungs­kos­ten für die Tal­um­fah­rung grund­sätz­lich zu betei­li­gen. Die­se Zusa­ge erfolg­te unter der Annah­me, dass sich die aktu­ell gül­ti­ge „Ver­wal­tungs­vor­schrift Finan­zie­rungs­be­tei­li­gung Stra­ßen“ nicht ändert.