Talumfahrung Schramberg: Wichtiges Ost-West-Infrastrukturprojekt

Talumfahrung Schramberg: Wichtiges Ost-West-Infrastrukturprojekt

„Die Talumfahrung Schramberg zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten der Region“, versicherte Präsidentin Birgit Hakenjos während eines Arbeitsbesuches bei Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr die volle Unterstützung der Industrie- und Handelskammer zur Umsetzung des Vorhabens. Über den besuch berichtget die IGHK in einer Pressemitteilung.

Schrambergs Stadtplaner Bent Liebrich habe der IHK-Delegation, zu der auch IHK-Vizepräsident und Verkehrsausschussmitglied Achim Scheerer sowie IHK-Projektleiter Martin Schmidt zählten, den vom Regierungspräsidium zuletzt veröffentlichten Planungsstand gezeigt. Die Umfahrung sehe demnach zwei Tunnelbauwerke vor, die den Paradiesberg auf 1,65 Kilometern und den Rappenfelsen auf 1,2 Kilometer Länge durchschneiden. Teile der Tunnelbauwerke und ein kleiner überirdischer Teil im Eselsbachtal verliefen auf Aichhalder Gemarkung.

Die Umfahrung würde verkehrstechnisch insbesondere im Winter erhebliche Vorteile bringen, betonte Scheerer. Genauso wichtig seien freilich die städtebaulichen Möglichkeiten, die sich für die Talstadt eröffnen. Wie Eisenlohr und Liebrich informierten, seien die entsprechenden Pläne zur Begrünung und Neugestaltung der Oberndorfer Straße entwickelt und auch zahlreiche anliegende Immobilien erworben.

„Die Talstadt hatte in den vergangenen Jahren einen erheblichen Verlust an Einwohnern zu verkraften. Die Talumfahrung würde für uns die Möglichkeit schaffen, diesen Trend mit attraktiver Gestaltung und neuer Wohnbebauung umzukehren“, sagte Eisenlohr. Ein zentraler Punkt der Planungen sei zudem der Schulcampus, der mehrere Schulen und eine Kindertagesstätte zusammenfassen soll.

Auch im oberen Bereich der Kernstadt würde die Umfahrung eine erhebliche Aufwertung, unter anderem der Museumslandschaft auf dem Gelände der ehemaligen Hamburgisch-Amerikanischen Uhrenfabrik (H.A.U.), ermöglichen.

Birgit Hakenjos betonte, dass die bessere Verkehrsanbindung der gesamten Region zu Gute komme, da die Leistungsfähigkeit der wichtigen Ost-West-Verbindung erhöht werde. „Außerdem benötigen wir Projekte wie dieses und weitere Investitionen etwa in die Breitbandversorgung in der Region, um den Städten Entwicklungspotenziale zu verschaffen. Nur so lassen sich gleichwertige Lebensverhältnisse umsetzen.“

Dorothee Eisenlohr sprach in diesem Zusammenhang die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, ganz konkret weitere Regio-Buslinien, an – „denn Schramberg hat leider keinen Bahnanschluss mehr, weder für Güter, noch für Personen“.

Die Vertreter der IHK und der Stadtverwaltung vereinbarten, das Projekt in ihren jeweiligen Einflussbereichen weiter voranzutreiben, wobei allen Beteiligten klar sei, dass bis zur Fertigstellung voraussichtlich noch Jahre vergehen würden, heißt es abschließend.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 12. November 2020 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/schramberg/talumfahrung-schramberg-wichtiges-ost-west-infrastrukturprojekt/291979