Taskforce für alle Gefahrenlagen

Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Schramberger Feuerwehr

SCHRAMBERG (him) –  Die Aula des Schramberger Gymnasiums reichte nicht für alle Gäste aus, einige Feuerwehrleute saßen bis hinaus ins Foyer, als am Freitagabend der Festakt zum 150-jährigen Bestehen begangen wurde. Zur Freude der Schramberger Feuerwehrleute kamen einige der Gastredner nicht mit leeren Händen.

Das Bläserquintett der Stadtmusik begleitete den Festakt
Kleiner Umschlag…

Oberbürgermeister Thomas Herzog hatte als Hausherr das erste Wort, erteilt vom Feuerwehrmann Jochen Schaub, der souverän und locker durch den Abend führte. Herzog begrüßte unter den zahlreichen Gästen unter anderem den Landtagsabgeordneten Daniel Karrais, Landrat Wolf-Rüdiger Michel und Ehrenbürger Herbert O. Zinell.   

Ganz besonders hieß er den ehemaligen Innenminister Reinhold Gall, MdL, als Festredner willkommen. Im Gegensatz zu ihrer Frühzeit sei die Feuerwehr heute „eine Taskforce für die unterschiedlichsten Gefahrenlagen“. Herzog erinnerte an den Erdrutscheinsatz im Januar. Für die Kameradschaftskasse gab es einen Scheck.

… großer Umschlag.

Landrat Michel hatte einen deutlich größeren Umschlag dabei: Darin steckte ein Zuwendungsbescheid über 92.000 Euro für den Kauf eines Löschfahrzeugs HLF 20. Wegen der Vielzahl an Industriebetrieben habe die Schramberger Feuerwehr eine besondere Verantwortung, hob Michel hervor.

Stadtbrandmeister Werner Storz sprach von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk, als er den Umschlag entgegennahm. Er dankte für die sehr gute Ausstattung, die die Stadt, der Landkreis und das Land ermögliche. Mit der Jugendfeuerwehr und der Alterswehr umfasse die Feuerwehr Schramberg 270 Mitglieder.

Festredner Reinhold Gall mit passender Feuerwehrauto-Krawatte. Foto: him

In seiner Festrede erinnerte Gall, selbst aktiver Feuerwehrmann in seiner Heimat, an die Großbrände in Schramberg im 18. Und 19. Jahrhundert, die Schließlich zur Gründung der Feuerwehr 1869 führten. Bei allen Veränderungen geblieben sei die Grundidee, „dass sich Menschen freiwillig in den Dienst der Gemeinschaft stellen“, so Gall. Ohne die freiwillige Feuerwehr funktioniert unsere moderne Welt genauso wenig wie vor 150 Jahren.“

Der Stellvertretende Stadtbrandmeister  Patrick Wöhrle machte einen „Ausflug in die Vergangenheit“ und erinnerte an die Entwicklung der Feuerwehr in Schramberg. Bis heute gelte es, “an einem Strang zu ziehen“. Das hätten die fünf Abteilungen grade erst beim Aufbau des fewstzeltes bewiesen…

Stolz präsentiert: Die erneuerte Fahne der Schramberger Feuerwehr mit dem Tennenbronner Rathaus.

Ein Höhepunkt war die Vorstellung der erneuerten Feuerwehrfahne, auf der nun auch das Tennenbronner Rathaus eingestickt ist. Karl Heinz Jahn habe sich darum besonders verdient gemacht.

Frank Müller als stellvertretender Kreisbrandmeister lobte den Idealismus der Feuerwehrkameraden. „Der Einsatz von Leben und Gesundheit für die Gemeinschaft ist nicht selbstverständlich.“

Frank Müller

Für den Kreisfeuerwehrverband hatte Jürgen Eberhard ein besonderes Geschenk dabei. Die silberne Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands für den langjährigen Stadtbrandmeister Werner Storz.

Jürgen Eberhard vom Kreisfeuerwehrverband (links) gratuliert zur silbernen Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands Stadtbrandmeister Werner Storz. Foto: him

Der Landtagsabgeordnete Karrais hob das Ehrenamt als „tragende Säule unserer Gesellschaft“ hervor. Die Schramberger Feuerwehrleute hätten sich „das Fest redlich verdient“.

Kurz fasste sich Walter Gentner vom Technischen Hilfswerk  („bin schon bissle durstig…“), erinnerte an den 60. Geburtstag des THW in diesem Jahr und überreichte eine Gutschein für ein gemeinsames Vesper.

Schalk im Nacken und Durst im Bauch

Jochen Schaub stellte schließlich die druckfrische Festschrift vor und lobte den Designer Stefan Link für die Gestaltung und den Redakteur der Schrift Ewald Graf als großartigen Teamplayer.

Moderierte den Abend: Jochen Schaub.

Im Anschluss konnte nicht nur der THW-Vertreter im Foyer seinen Durst und Hunger stillen, sondern alle Gäste, die noch lange beisammen standen und auf einen gelungenen Festakt anstießen.

 

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