Taubblinde üben Selbstverteidigung und Gewaltprävention in Heiligenbronn

70 Teilnehmer beim elften Herbsttag zum Thema Selbstschutz

Unter dem Thema Selbstschutz stand der diesjährige Herbsttag der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn. Rund 70 Frauen und Männer mit Seh- oder Hörbehinderungen folgten der Einladung an den Hauptsitz der Stiftung, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dabei: ihre Betreuer oder Angehörigen.

Nora Auber ist hoch zufrieden mit der guten Resonanz auf den elften Herbsttag der Stiftung: „Es kamen taubblinde Menschen zwischen 15 und 65 Jahren aus ganz Baden-Württemberg mit ihren persönlichen Taubblindenassistenzen in Heiligenbronn zusammen, um sich auszutauschen und Impulse und Informationen zum persönlichen Schutz mit nach Hause zu nehmen.“ Auber zeigt dies, dass sie mit dem Thema ins Schwarze getroffen hat. „Menschen mit Behinderung und vor allem Menschen mit einer Taubblindheit sind leichter angreifbar, da sie nicht sehen und hören können. Deshalb haben wir dieses Thema gewählt“, erklärt die Sozialarbeiterin, in deren Hände die Organisation der Veranstaltung lag.

Viel Praxis

Auf dem Programm standen neben einem speziell auf das Publikum ausgerichteten Vortrag des Kampfsportlehrers Johnny Witz über Selbstbehauptung, Selbstverteidigung und Gewaltprävention unterschiedliche Workshops. So zeigten Johnny Witz, Leiter einer Kampfsportschule in Schramberg und Oberndorf, sowie der Fitness-Trainer Levente Popp Übungen zum selbstbewussten Auftreten.

Die ehrenamtlich bei der Stiftung tätige Katja Füssl lud zur Duft-Meditation ein, während Renate Weiler vom Verein Frauen helfen Frauen + AUSWEGE Frauen Übungen zu selbstbewusster Körperhaltung und eigenen körperlichen Grenzen vermittelte. Die Mischung aus Zuhören und eigene Aktivität, kam bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut an. „Die Workshops haben Spaß gemacht und alle hätten gerne noch mehr Übungen gelernt“, stellt Auber fest. „Dennoch haben alle Besucher auch in der kurzen Zeit ein paar Tricks und Tipps für selbstbewussteres Auftreten oder zur Selbstverteidigung kennengelernt.“

Darauf könne ja jeder bei Interesse privat aufbauen. Ein geistlicher Impuls des taubblinden Rottweiler Diakons Peter Hepp beschloss den Tag, bevor alle ihre Heimreise antraten.

Der Rottweiler Diakon Peter Hepp (links) beteiligt sich aktiv am Herbsttag und schließt die Veranstaltung mit einem geistlichen Impuls. Foto: Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn

Den Herbsttag für Menschen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung veranstaltet die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn bereits seit elf Jahren an ihrem Hauptsitz. Bisher wurden Themen aus den Bereichen Musik, Sport und Fitness, Wasser, Natur oder Freizeitgestaltung behandelt. Übersetzungen durch Schrift- und Gebärdensprachdolmetscherinnen erleichtern die Kommunikation zwischen Referenten und Teilnehmern. Finanziell unterstützt wurde der diesjährige Herbsttag bereits zum zweiten Mal von Aktion Mensch.

 

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