Teures „Tempo 30“ in der Schillerstraße

Ausschussmitglieder ärgern sich, aber stimmen zu

SCHRAMBERG  (him) –  Die Stadt möchte –wie berichtet  – in der Schillerstraße Tempo 30 einführen. Für zwei Schilder wären 7000 Euro zu blechen. Das schmeckte einigen Gemeinderäten im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) gar nicht.

Oberbürgermeister Thomas Herzog erläuterte, dass eine Änderung der Straßenverkehrsordnung es Kommunen erlaube, auch an Durchgangsstraßen Tempo 30 anzuordnen, wenn Kindergärten, Schulen oder Alten- und Pflegeheime an diesen Straßen liegen. „Wir hatten gehofft, es wird einfacher.“

Doch eine Ausführungsbestimmung aus dem Landesverkehrsministerium sorge für Kopfschütteln. So ist das Gymnasium zu weit von der Straße weg. An der Berneckstraße sei deshalb  Tempo 30 nicht möglich. „Für mich ist das lächerlich“, schalt Herzog. Es blieben nur die beiden Kindergärten „Heilig Geist“ und „Arche Noah“ und die Berneckschule an der Schillerstraße.

In Konstanz habe er das vom Landkreis vorgesehene Klappschild gesehen, das sei typisch für deutsche Gründlichkeit. Das Verkehrsministerium hatte nämlich angeordnet, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nur während der Zeiten gelten solle, in denen Schulen und Kindergärten genutzt würden. So will man die „Akzeptanz der Autofahrer“ erhöhen. Deshalb steht auf dem Schild, dass die Tempobeschränkung nur von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr gilt. Und in den Ferien muss der Bauhof das Schild zuklappen.

Monstermäßige Schilder

Ordnungsamtsleiterin Cornelia Penning führte aus, eine Verkehrsschau habe ergeben, dass nur an der Schillerstraße die Tempobeschränkung angeordnet werden könne. Alle anderen Schulen und Kindergärten lägen entweder schon in Tempo 30 Zonen oder seien  zu weit von der Straße weg. In der Schillerstraße will sie die „monstermäßigen Schilder“ bei den Gebäuden 89 und  65 aufstellen lassen. Jedes Schild koste etwa 3.500 Euro. Hinzu komme die Montage. Das Aufhebeschild komme in Höhe  Schillerstraße 43.

Solche Klapptafeln will die Stadt an der Schillerstraße aufstellen. Foto: Stadt

Aus der Fraktion SPD-Buntspecht kam der Vorschlag, ob es nicht einfachere Schilder auch täten. Die könnte man in der Ferienzeit doch einfach mit zwei roten Balken durchstreichen. Auch Uli Bauknecht, CDU, und Josef Günter, SPD-Bundspecht, fanden, man solle eine simplere Lösung wagen und abwarten, was passiert. Günter fand die 7000 Euro im Vergleich zu etwa 1200 Euro für einfache Schilder happig.

Oberbürgermeister Herzog und Penning verwiesen auf die Vorschriften. „Zähneknirschend“ müsse man die hinnehmen, so Herzog. „Wir können nichts anordnen, was gegen die Vorschrift verstößt.“ Penning verwies auf Probleme, die entstünden, wenn ein Temposünder erwischt werde, die Stadt die Schilder aber nicht vorschriftsmäßig angebracht habe.

Mit sieben Ja- bei drei Gegenstimmen empfahl der AUT dem Gemeinderat die Schilder wie von der Stadt vorgeschlagen anbringen zu lassen.

 

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