BU: Claudio Di Simio (zweiter von links) informiert die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik über die Fortschritte beim Umbau des Paradieshofs in ein Tierheim.Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – Der  Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik (AUT) hat sich am Don­ners­tag­abend vor Ort im Para­dies­hof am Ende des Lien­bergs ein Bild vom Bau­fort­schritt beim Umbau in ein Tier­heim gemacht. Die Mit­glie­der des Tier­schutz­ver­eins haben schon viel geschafft, aber bis zur geplan­ten Eröff­nung im kom­men­den Jahr steht noch viel Arbeit an.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog begrün­de­te den Besuch damit, dass der Aus­schuss sich selbst ein Bild machen sol­le, wofür „die Gel­der flie­ßen“. Die Maß­nah­me wer­de  sowohl vom Land als auch von der Stadt mit jeweils 100.000 Euro unter­stützt.

Noch viel Arbeit liegt vor den Tier­schüt­zern. Uli Bauknecht staunt.

Der Vor­sit­zen­de des Tier­schutz­ver­eins Clau­dio di Simio berich­te­te, dass der Ver­ein Fund­tie­re bis­her pri­vat unter­brin­gen müs­se und sich des­halb vor Jah­ren auf die Suche nach einem geeig­ne­ten Gebäu­de für ein Tier­heim auf­ge­macht habe. „Der Para­dies­hof war eines der weni­gen Objek­te die für uns erschwing­lich waren.“

Vor fast genau vier Jah­ren hat­te di Simio das Pro­jekt im AUT vor­ge­stellt. Im Okto­ber 2013 erklär­te er, als Zeit­raum für die Umset­zung des ers­ten Bau­ab­schnitts sei­en die Jah­re 2014/2015 vor­ge­se­hen. Die Kos­ten­schät­zung für die Gesamt­maß­nah­me lag bei 550.000 Euro. Nun schil­der­te er den Aus­schuss­mit­glie­dern die schwie­ri­gen Umbau­ar­bei­ten: Die Mit­glie­der hät­ten das  Gebäu­de „kom­plett ent­kernt. Es hat fast ein Jahr gedau­ert, alles raus­zu­räu­men.“ Seit­her arbei­te­ten sams­tags die Mit­glie­der ehren­amt­lich auf dem alten Bau­ern­hof.

Tierheim für 25 bis 30 Tiere

Im Erd­ge­schoss ist das eigent­li­che Tier­heim geplant. Hier will der Ver­ein eine Qua­ran­tä­ne- und eine Kran­ken­sta­ti­on für auf­ge­fun­de­ne Kat­zen ein­rich­ten. Außer­dem meh­re­re Kat­zen­zim­mer, einen Ein­gangs­be­reich und eine Fut­ter­kü­che. „Wir wer­den hier 25 bis 30 Tie­re unter­brin­gen“, so di Simio auf Nach­fra­ge. Das sei­en in ers­ter Linie Kat­zen. Hun­de wür­den recht schnell von ihren Besit­zern abge­holt. In die­sem Zusam­men­hang for­der­te di Simio auch eine Kenn­zeich­nungs- und Kas­tra­ti­ons­pflicht für Kat­zen.

Bohr­ma­schi­ne für Geo­ther­mie vor dem Para­dies­hof.

Beheizt wer­den soll das Tier­heim mit Geo­ther­mie. Der­zeit lässt der Ver­ein dazu drei Löcher mit jeweils 110 Meter Tie­fe boh­ren. Bis­her habe der Ver­ein vom Land und von der Stadt für den ers­ten Bau­ab­schnitt je 55.000 Euro abge­ru­fen,  zusam­men 90.000 Euro sei­en noch offen.

In einem zwei­ten Bau­ab­schnitt will der Ver­ein die frü­he­re Ten­ne zu Semi­nar- und Auf­ent­halts­räu­men umbau­en, wie di Simio schon 2013 ankün­dig­te. Dafür wären wei­te­re 240.000 Euro erfor­der­lich.

Hier sind Semi­nar- und Auf­ent­halts­räu­me geplant. Fotos: him

Auf Nach­fra­ge mein­te di Simio, der ers­te Bau­ab­schnitt wer­de „im Jahr 2018“ fer­tig und eröff­net.

Hauptamtliche Kraft für Tierheim erforderlich

Stadt­rat Emil Rode woll­te wis­sen, wie das Tier­heim dann betrie­ben wer­den soll. Di Simio mein­te: „Um eine Voll­zeit­kraft wer­den wir wohl nicht her­um kom­men.“ Ehren­amt­li­che Hel­fer wür­den die­se Kraft dann unter­stüt­zen. Über die Fund­tier­ab­ga­be soll die Stel­le bezahlt wer­den. Dabei will der Ver­ein auch das Umland  betei­li­gen.

Die Kom­mu­nen sind ver­pflich­tet, Fund­tie­re auf zu neh­men. Die­se Auf­ga­be über­neh­men oft  die Tier­schutz­ver­ei­ne und bekom­men dafür eine Fund­tier­pau­scha­le. Im Gespräch ist in Schram­berg 1,20 Euro je Ein­woh­ner. Mit Schiltach sei der Ver­ein sich einig. Schiltach wol­le 1,50 Euro zah­len. Mit Aich­hal­den und Hardt sei man im Gespräch, so di Simio. Lau­ter­bach wol­le die Ergeb­nis­se die­ser Gesprä­che abwar­ten.

OB Her­zog dank­te für die Füh­rung und das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment. Er sei sicher, dass die Stadt und der Ver­ein bei der Fund­tier­ab­ga­be eine Lösung fin­den wer­den. „Der Ver­ein kann stolz auf das Geleis­te­te sein, wenn das Tier­heim in Betrieb geht.“