Umwandlung statt Umbau

50.000 Euro weniger Zuschuss für Kindergarten

Martin-Luther-Kindergarten: Die Wohnung im ersten Obergeschoss wird zur Kinderkrippe umgewandelt. Foto: him

Kopf­schüt­telnd reagier­ten die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­aus­schus­ses auf die Ent­schei­dung des Regie­rungs­prä­si­di­ums, einen Zuschuss für den Umbau des Mar­tin-Luther-Kin­der­gar­tens nicht wie bean­tragt zu gewäh­ren. Statt der erhoff­ten 70.000 Euro gibt es nur 20.000 Euro.

Die Stadt braucht drin­gend wei­te­re Kin­der­gar­ten­plät­ze. Im Gebäu­de des Mar­tin-Luther-Kin­der­gar­tens ist zum Jah­res­wech­sel eine Woh­nung frei gewor­den. Die­se Woh­nung will die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de so umbau­en, dass die Krip­pen­grup­pe  für die unter drei-jäh­ri­gen Kin­der aus dem Erd­ge­schoss ins Ober­ge­schoss umzie­hen kann. Dann wird der Platz der Krip­pen­grup­pe frei für eine Kin­der­gar­ten­grup­pe.

Umwandlungsmaßnahme, kein Umbau

Weil die neue Grup­pe nicht tat­säch­lich in den umge­bau­ten Räu­men unter­ge­bracht wird, gibt es dafür kei­nen Zuschuss, so das Regie­rungs­prä­si­di­um. Für eine „Umwand­lungs­maß­nah­me“ könn­ten für die zusätz­li­chen 22 Kin­der­gar­ten­plät­ze maxi­mal 20.000 Euro Zuschuss kom­men. „Man tut sich schwer, das zu ver­ste­hen“, so Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog.

Die Ver­wal­tung, Kin­der­gar­ten­team und die Kir­chen­ge­mein­de haben über­legt, wie der höhe­re Zuschuss doch zu ret­ten wäre. Aber aus päd­ago­gi­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den sei es eben ver­nünf­ti­ger, die Kin­der­gar­ten­kin­der auf einer Ebe­ne im Erd­ge­schoss zu betreu­en. Die Krip­pen­kin­der dage­gen hät­ten im Ober­ge­schoss ihren „geschütz­ten Bereich“, so Kers­tin Flaig, Abtei­lungs­lei­te­rin Schu­len und Kitas.

Weil auch zusätz­li­che Auf­la­gen für den Brand­schutz und die Toi­let­ten zu berück­sich­ti­gen sei­en, wer­de der Umbau ins­ge­samt knapp 156.000 Euro kos­ten. Davon müss­te die Stadt etwa 108.000 tra­gen. Weil im Haus­halt nur 42.000 ein­ge­plant sind, bat Flaig um Bewil­li­gung von 66.419 Euro über­plan­mä­ßi­gen Aus­ga­ben. „Dann könn­te der Zeit­plan auch ein­ge­hal­ten  und die neue Grup­pe zum 1. März ein­ge­rich­tet wer­den.“

CDU-Rat Jür­gen Win­ter kri­ti­sier­te das Regie­rungs­prä­si­di­um:  Das Ziel, mehr Kin­der­gar­ten­plät­ze, wer­de doch erreicht. Er habe den Ver­dacht, da sei „eine Siche­rung ein­ge­baut, damit man mög­lichst wenig Geld aus­ge­ben muss“. Der Aus­schuss stimm­te dem Ver­wal­tungs­vor­schlag trotz des Ärgers ein­stim­mig zu.

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog dank­te Pfar­rer Micha­el Jonas, Kir­chen­pfle­ge­rin Mar­ti­na Her­zog und Archi­tekt  Roland Heß: „Wir sind es gemein­sam ange­gan­gen, jetzt zie­hen wir es durch – und ärgern uns zusam­men über die höhe­ren Instan­zen.“

Pfar­rer Micha­el Jonas, Archi­tekt Roland Heß und Kir­chen­pfle­ge­rin Mar­ti­na Her­zog nach der Ent­schei­dung im Ver­wal­tungs­aus­schuss.
Foto: him