„Verantwortungsbewusstsein und Weitblick“

Schrambergs OB Herzog verabschiedet Gemeinderat

SCHRAMBERG  – In einer „Phase, die nicht nur klimatisch sehr heiß“ sei, hat Oberbürgermeister Thomas Herzog am Donnerstagabend eine Reihe von Gemeinderätinnen und- Räten verabschiedet und weitere geehrt. Es sei “erstmalig und einzigartig in der Geschichte der Stadt Schramberg, dass nur wenige Wochen nach den Kommunalwahlen, den Wahlen zum Gemeinderat, auch die Wahl für die Position des Oberbürgermeisters ansteht“,  so Herzog.

Mit Hilfe eines mobilen Klimagerätes hatte die Verwaltung versucht, die Temperatur ein wenig zu senken. Dennoch  blieb es sau(na)mäßig heiß. Und  so fasste sich Herzog kurz, damit die Anwesenden nicht allzu lange im Glutofen Sitzungssaal ausharren mussten.

Großer Arbeitsaufwand und zeitlicher Einsatz

Er verabschiede erstmals einen Gemeinderat, den er seine gesamte Amtszeit begleiten durfte und der ihn „die vergangenen fünf Jahre gefordert und manches Mal auch herausgefordert“ habe. Es sei in dieser Zeit viel bewegt worden, wenngleich natürlich nicht alles gelungen sei. Er hob hervor, dass alle Mitglieder des Gremiums ihre Kraft, Zeit, Ideen und Erfahrungen eingebracht hätten und dies „mit großem Verantwortungsbewusstsein und mit Weitblick“.

Es werde in der Debatte „oft verkannt, dass es sich bei der Kommunalpolitik um ein freiwilliges und unbezahltes Engagement handelt, das allen einen großen Einsatz abverlangt“. Davon sei in den Medien kaum die Rede. Oft werde „unberechtigte Kritik geübt oder gemeckert“. Herzog hob den großen Arbeitsaufwand und zeitlichen Einsatz der Rätinnen und Räte hervor.

„Der Partner, die Familie, die eigenen Hobbys und vielleicht sogar der Beruf treten manches Mal in den Hintergrund“. Herzog dankte dem Gremium für Fairness ihm gegenüber: „Auch wenn wir bei einigen Sachthemen nicht immer einer Meinung waren, schätze ich es doch sehr, dass man sich danach immer wieder in die Augen schauen und bei einem gemeinsamen Bier zusammen sitzen kann.“

Sieben Mitglieder verlassen den Rat einige wurden geehrt

Herzog wandte sich anschließend an die sieben Ratsmitglieder, die entweder nicht wieder angetreten oder nicht wieder gewählt worden waren.

Gabriele Flaig (CDU), fünf Jahre Mitglied des Gemeinderats habe nicht mehr kandidiert, wohl um sie mehr um ihre Enkel kümmern zu können, vermutete Herzog. Als Mitglied im Verwaltungsausschuss habe sie sich um Schramberg als Schulstandort  und Senioren gekümmert.

Ute Graf (SPD/Buntspecht) war 2017 als Nachrückerin für Renate Much in den Rat gekommen. Herzog hob besonders ihre ruhige und vermittelnde Art hervor, die dem Gemeinderat gut getan habe.

Renate Hilser (CDU)  hatte nach zehn Jahren nicht wieder kandidiert. Sie habe „rühriges Schwarzwälder Temperament“ für ihren Heimat-Stadtteil Tennenbronn gezeigt, aber dabei immer die Belange der Gesamtstadt im Auge gehabt. Für zehn Jahre Mitgliedschaft erhielt sie die Ehrennadel des Gemeindetags.

Klaus Armbruster (CDU), war nach fünf Jahren im Gremium nicht wieder angetreten. Seine Schwerpunktthemen waren laut Herzog Finanzpolitik Wohnraum und Arbeitsplätze. Auch habe er sich für die jährliche Ausbildungsmesse JAMS engagiert.

Den erkrankten Freie Liste Stadtrat Peter konnte Herzog nicht persönlich verabschieden und für 20 Jahre Tätigkeit danken.

Franz („Schnapser“) Rapp, Freie Liste,  scheide nach 15 Jahren  aus, weil er ebenfalls nicht wieder kandidiert hatte. Er erhielt ebenfalls  die Ehrennadel für zehn Jahre Mitgliedschaft, die erst neu eingeführt worden sei, wie Herzog erläuterte. Rapp habe sich insbesondere für seinen Stadtteil Sulgen, die Wirtschaft und den Einzelhandel stark gemacht, Auch die Vereinsförderung lag ihm am Herzen.

Den „SPDler durch und durch“ Mirko Witkowski verabschiedete Herzog schließlich, der den Wiedereinzug denkbar knapp verpasst hatte Seine Schwerpunktthemen seien Soziales und ÖPNV. Er war 2016  für Hans Jörg Fahrner nachgerückt.

Weitere Ehrungen für langjährige Ratstätigkeit

Anschließend ehrte Herzog langjährige Ratsmitglieder, die auch in der nächsten Periode dem Gremium angehören: Für zehn Jahre erhielt Martin Himmelheber (SPD/Buntspecht) die Ehrennadel. Herzog dankte ihm auch dafür, dass er ihn immer wieder Geburtstagen, Jubiläen und Veranstaltungen als einer der ehrenamtlichen Stellvertreter vertreten habe.

Schon 20 Jahre im Gemeinderat „und kein bisschen amtsmüde“ sei Thomas Brantner (CDU).  Von seinen beruflichen Kenntnissen als Wirtschaftsfachmann profitierten sowohl der Rat als auch die Verwaltung, so Herzog.

Reinhard („Gitarrenlehrer“) Günter (SPD/Buntspecht) war bereits Mitglied im Tennenbronner Ratsgremium, bevor er mit der Eingemeindung auch im Schramberger Rat Einzug hielt. Auch er erhielt eine Ehrung für 20 Jahre.

Ebenfalls seit 20 Jahren dabei ist Udo Neudeck (Freie Liste). Er habe immer ein gesamtstädtisches Denken eingefordert, sich um Freizeitwert, Tourismus und eine lebenswerte Stadt eingesetzt. Auch er unterstütze in als ehrenamtlicher Stellvertreter.

Auch Jürgen Winter (CDU) wurde für 20 Jahre ausgezeichnet. Winter sei „die philosophische Koryphäe im Gremium“ und habe bei manchen Debatten das Niveau so weit erhöht, dass er ihm nicht immer habe folgen können, bekannt Herzog und erntete zustimmendes Gelächter aus dem Gremium. Auch Winter dankte er auch für dessen Tätigkeit als ehrenamtlicher Stellvertreter.

Die „Dienstältesten“ am Ratstisch und sage und schreibe schon 30 Jahre dabei sind Josef Günter (SPD/Buntspecht) und Bernd Richter (ÖDP). Sie erhielten die Ehrenstele des Gemeindetages Baden-Württemberg.

Auch Dr. Günter war schon Mitglied im Gemeinderat Tennenbronn. Er habe sich besonders im Umweltbeirat und im Tourismusbeirat engagiert. Richter sei mit 76 Jahren der älteste aktive Schramberger Gemeinderat in der gesamten Stadtgeschichte überhaupt.  Er kümmere sich um Energie, Klima, öffentlichen Personennahverkehr und besonders um die Familienpolitik.

Weil Clemens Maurer (CDU)  und Uli Bauknecht (CDU) aus beruflichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen konnten, werde er die Ehrung für zehn beziehungsweise 25 Jahre nachholen, kündigte Herzog an.

Zum Abschluss der Legislaturperiode lud die Stadt alle Gemeinderatsmitglieder mit ihren Partnerinnen und Partnern zum Ausklang ins Gasthaus „Zum Frieder“ in Waldmössingen ein. Dort wehte dann auch ein milder Sommerabendwind und sorgte für Erfrischung.

 

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