Vom Schwarzwald in die Welt – ein Kuckuck geht auf Reisen

Uhrmacher aus Waldmössingen schickt Kuckucksuhr auf Weltreise

SCHRAMBERG – Seit  einem Jahr reist die Kuckucksuhr von Uhrmacher Mannke aus Waldmössingen nun schon um die Welt. Mit Aktionen in Kindergärten werden Spenden für die Deutsche Kinderkrebsstiftung gesammelt.

„Kinder sind unsere Zukunft“, erklärt Ralph-Peter Mannke sein Engagement für das „Reisebüro Kuckuck“. Dabei huscht ein Lächeln über das sonst so streng blickende Gesicht des Uhrmachers. Seit fast zehn Jahren betreibt er seine Uhrenteile-Manufaktur in Waldmössingen. Der 62-Jährige ist selbst Vater und Großvater. Daher war für ihn klar, dass er etwas Gutes für Kinder tun wollte, als ein Kunde ihm eine Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Kuckucksuhr überließ. Dessen Wunsch: „Machen Sie etwas Sinnvolles damit.“

In seinem Beruf mischen sich Moderne und Vergangenheit. Nicht selten bringen Kunden Uhren ihrer verstorbenen Eltern oder Großeltern zu ihm und lassen die Erinnerungsstücke reparieren. Und dies obwohl die Kosten meist den Marktwert der Uhren übersteigen. Es bleibt der sentimentale Wert.

Weltweites Netzwerk

Und gleichzeitig nutzt Mannke die modernen Medien, um sich zu vernetzen. Über Facebook hat er so Kontakt zu mehr als 1000 deutschsprachigen Uhrmachern und Uhrmacherinnen auf der ganzen Welt. Diese Kontakte hat der „Uhrendoktor aus dem Schwarzwald“, wie er sich selbst nennt, eingesetzt und die von ihm restaurierte Uhr vor fast einem Jahr auf große Reise geschickt. Sie durchläuft insgesamt 31 Stationen, von Österreich über Norwegen und Italien bis hin zu Brasilien und Australien wird sie viele Kilometer zurücklegen. Im Juni 2021 soll sie dann zurück in der Heimat sein.

An jedem Ort, an dem sie Station macht, wird die Uhr von einem Uhrmacher oder einer Uhrmacherin betreut. Zunächst wird sie bei Bedarf repariert und dann in einem Kindergarten aufgehängt. Dort lernen die Kinder, wie eine Kuckucksuhr funktioniert und erleben so ein kleines Stückchen Schwarzwald-Kultur. Sie ziehen sie auf, hören etwas über ihre Geschichte oder machen Aktionen rund um das Thema Uhr.

In Trichtingen durften die Kinder zum Beispiel eigene Uhren bauen. In der Schweiz machte der Kuckuck Halt auf über 1400 Meter Höhe.

Außerdem werden Spenden gesammelt: bereits 4836,25 Euro für die Deutsche Kinderkrebsstiftung sind so bis Dezember zusammen gekommen und mit jedem neuen Aufenthalt werden es mehr.

Logbuch reist mit

Ehe die Kuckucksuhr dann in den nächsten Kindergarten weiterzieht, verewigen sich die Kinder und ihre Erzieher und Erzieherinnen im mitgeschickten „Logbuch“, damit jede Station in Erinnerung bleibt.

Über eine Messenger-Gruppe koordiniert Mannke im „Reisebüro Kuckuck“ die Weltreise der Uhr. Er will sicher stellen, dass sie heil zurück kommt. Denn dann, so verrät er, hat er einen großen Wunsch: „Die Uhr soll versteigert werden, am liebsten in einer Fernsehsendung“. Doch bis dahin wird sie noch ordentlich Streckenkilometer machen und an verschiedenen Orten Kinder begeistern, unter anderem im Mai in Potsdam und im September in Mexiko City.

Allerdings: Die vielen Flugkilometer der Kuckucksuhr muss Mannke finanzieren: Für die Transportkosten sucht der Waldmössinger deshalb noch einen Sponsor. Dieser soll einen Ehrenplatz auf der bereits bunt mit den Namen der besuchten Städte beklebten Transportkiste bekommen.

Und so wird die Uhr hoffentlich weiter um die Welt reisen und der Kuckuck noch vielen Kindern einen kleinen Einblick in den traditionsreichen Schwarzwald bieten. (Katrin Edinger)

 

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