„Wir ziehen den Hut “ vor den drei ersten Gemeinderätinnen in Schramberg vor 100 Jahren! (von links): Barbara Olowinsky (Stellvertretende Vorsitzende des Frauenbeirats, Gisela Lixfeld (ehemalige Museumsleiterin und Mitbegründerin des Frauenbeirats), Barbara Kunst (Vorsitzende des Frauenbeirats), Antje Wiedmann- Bornschein (ehemalige Geschäftsführerin des Frauenbeirats). Foto: Mathias Kunst

Der Frau­en­bei­rat der Stadt Schram­berg ehr­te im Rah­men des Jubi­lä­ums „100 Jah­re Frau­en­wahl­recht“ auch die drei ers­ten Frau­en im Gemein­de­rat Schram­berg und lud dazu, am 18. Janu­ar, die ehe­ma­li­ge Muse­ums­lei­te­rin Gise­la Lix­feld zu einem Vor­trag ins Schloss ein. Dar­über berich­tet Bar­ba­ra Olo­win­sky vom Frau­en­bei­rat:

Im Mit­tel­punkt stan­den die ers­ten Gemein­de­rä­tin­nen The­re­sia Bant­le und Ber­ta Kuhnt, bei­de 1919 bis 1922, sowie Jose­fi­ne Wer­ner, 1922 bis 1928. Ihr poli­ti­scher Wer­de­gang und ihre Akti­vi­tä­ten wur­den dabei her­vor­ge­ho­ben, ein The­ma, das die Refe­ren­tin und auch den Frau­en­bei­rat  in Schram­berg schon seit Jah­ren beschäf­tigt.

Wich­tig dabei ist es, die beson­de­re Leis­tung die­ser Frau­en in der dama­li­gen Zeit sicht­bar zu machen, beton­te auch Gise­la Lix­feld. Meh­re­re Aus­stel­lun­gen , Kata­lo­ge und his­to­ri­sche Bei­trä­ge han­del­ten  bereits davon, meh­re­re Anträ­ge des Frau­en­bei­rats  befass­ten sich im Lau­fe der Jah­re mit der Stra­ßen­be­nen­nung nach Schram­ber­ger Frau­en.

Ers­te Erfol­ge gab es vor Jah­ren bei den Stra­ßen­na­men im Gebiet Hal­den­hof mit Hele­ne Jung­hans, Moni­ka Lin­ken­heil, Ursu­la Pla­ke und Eva Zei­sel, sowie Lise Meit­ner (Sul­gen). Eine Fort­set­zung der Frau­en­na­men im Stadt­ge­biet gibt es bis­lang noch nicht.

Bar­ba­ra Kunst, Vor­sit­zen­de des Frau­en­bei­rats dank­te Gise­la Lix­feld ganz herz­lich für die leb­haf­te und fun­dier­te Dar­stel­lung die­ses Jubi­lä­ums bezo­gen auf die Schram­ber­ger Situa­ti­on und beton­te: „ Ich möch­te mir nicht vor­stel­len, wie wir uns als Frau­en heu­te füh­len wür­den, wenn sich vor 100 Jah­ren nicht schon unse­re Vor­gän­ge­rin­nen für das Frau­en­wahl­recht ein­ge­setzt hät­ten.“ Daher for­der­te sie für die bevor­ste­hen­den Wah­len alle Zuhö­re­rin­nen auf: „Frau­en, lasst Euch auf den Lis­ten auf­stel­len, geht wäh­len und wählt Män­ner UND Frau­en! Es wäre schön, wenn wir aus­ge­gli­che­ne­re Par­la­men­te hät­ten!„

Im Zusam­men­hang mit der bun­des­wei­ten Akti­on des KDFB (Katho­li­scher deut­scher Frau­en­bund)  „Wir zie­hen den Hut!“ zum Jubi­lä­um „100 Jah­re Frau­en­wahl­recht“ , die am 19. Janu­ar auch in Schram­berg statt­ge­fun­den hat, prä­sen­tier­te sich Gise­la Lix­feld  gemein­sam mit dem Frau­en­bei­rat „behü­tet“ aus Respekt vor den drei enga­gier­ten Schram­ber­ge­rin­nen vor 100 Jah­ren.