Rudolf Mager (rechts) präsentiert dem Verwaltungsausschuss die Idee für einen Wohnmobilstellplatz an der Schiltach. Fotos: him

SCHRAMBERG  (him) – Der Wunsch nach ver­nünf­ti­gen Wohn­mo­bil­stell­plät­zen in Schram­berg ist ein kom­mu­nal­po­li­ti­scher Dau­er­bren­ner. Im Zusam­men­hang mit der Lan­des­gar­ten­schau-Bewer­bung gibt es nun ganz neue Per­spek­ti­ven.

CDU-Spre­cher Cle­mens Mau­rer hat­te im Rah­men der Haus­halts­de­bat­te ein­mal mehr ange­mahnt, dass sich da etwas tun müs­se. Im Ver­wal­tungs­aus­schuss hat der neue Fach­be­reichs­lei­ter Umwelt und Tech­nik Rudolf Mager einen ver­blüf­fen­den Vor­schlag gemacht: Dort, wo heu­te schon Wohn­mo­bi­le über­win­tern, gegen­über der Majo­li­ka am Schiltach­ufer, wäre Platz für etwa 25 Wohn­mo­bi­le.

Skiz­ze mit einem Wohn­mo­bil­stell­platz und einer teil­wei­se zur Fuß­gän­ger­zo­ne umge­stal­te­ten Schiltach­stra­ße. Zeich­nung: Stadt Schram­berg

Wirtschaftsfaktor Wohnmobilisten

Mager prä­sen­tier­te ein „Gemein­schafts­werk der Tou­ris­mus­fach­leu­te und der Stadt­pla­ner“. Er zeig­te zunächst den unbe­frie­di­gen­den Ist-Zustand mit den Tran­sit­plät­zen am Unte­ren Schilta­cher Weg in Ten­nen­bronn, an der H.A.U. und beim Bet­ten­land Ale­si. Plät­ze ohne jeden Kom­fort und mit nur teil­wei­se aus­rei­chen­den Be- und Ent­sor­gungs­ein­rich­tun­gen. Für Schram­berg  sei das zu wenig.

Wenig ein­la­dend: Tran­sit­platz beim Bet­ten­land Ale­si. Archiv-Foto: him

Der Wohn­mo­bil­tou­ris­mus sei bedeut­sam. 440.000 Wohn­mo­bi­le sei­en in Deutsch­land zuge­las­sen, in Euro­pa mehr als 1,3 Mil­lio­nen. „Es sind meist zwei bis drei Per­so­nen an Bord“, so Mager, „und die las­sen im Durch­schnitt pro Per­son und Tag 40 Euro am Ort.“

Auf die­sem Wohn­mo­bil­park­platz lie­ße sich auch eine Wohn­mo­bil­an­la­ge für Gäs­te ein­rich­ten.

In der Tal­stadt hät­ten sich sei­ne Mit­ar­bei­ter vier Plät­ze ange­schaut: eine Wie­se bei Pfaff&Schlauder, 

Zui klein und unat­trak­tiv: Wie­se bei Pfaff&Schlauder.

ein Gelän­de an der H.A.U., eines an der Geiß­hal­den­stra­ße und eines bei der Majo­li­ka an der Schiltach­stra­ße. Letz­te­res habe sich als ide­al erwie­sen: Mit gut 3000 Qua­drat­me­tern sei es aus­rei­chend groß, es sei innen­stadt­nah, Gas­tro­no­mie und vie­le Attrak­tio­nen in der Nähe. Das Anle­gen eines sol­chen Plat­zes wür­de mit den Ver­sor­gungs­sta­tio­nen um die 200.000 Euro kos­ten.

Mit Blick auf die Lan­des­gar­ten­schau­be­wer­bung schlug Mager auch hier eine groß­zü­gi­ge Ver­än­de­rung des Ufer­be­reichs, aber auch der Schiltach­stra­ße vor: „Das soll­te im Sin­ne des ‚Blau­en Ban­des‘ umge­stal­tet wer­den.“  Dort wäre  am Ende der Schiltach­stra­ße eine Fuß­gän­ger­zo­ne mög­lich – mit Anschluss an den ange­peil­ten neu­en Schloss­park.

Wasserkraft wieder in der Majolika?

Mit dem Eigen­tü­mer – Micha­el Mel­vin – habe die Stadt bereits gespro­chen. Mel­vin möch­te bekannt­lich seit Jah­ren die Was­ser­kraft am St. Maria-Wehr wie­der nut­zen. Bis­lang war die Idee, den bestehen­den Park­platz beim Tun­nel­aus­gang umzu­ge­stal­ten. Nun schlägt Mager vor, wie frü­her die Was­ser­kraft in der Majo­li­ka in Strom zu ver­wan­deln. Der Park­platz soll­te für die die Gewäs­ser­durch­gän­gig­keit beim St. Maria-Wehr genutzt wer­den. Am Wehr gibt es zwar eine Fisch­trep­pe aus den 70er Jah­ren. „Ich glau­be aber kaum, dass da je ein Fisch hoch­ge­kom­men ist“, so Mager.

Das St. Maria-Wehr mit der Fisch­trep­pe in der Wand.

Neben  dem mög­li­chen Platz im Tal, so Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog den­ke man auch  an das Wei­her­wa­sen­ge­län­de in Wald­mös­sin­gen: „Auch dort wäre ein  Wohn­mo­bil­stell­platz mög­lich.“ Der Aus­schuss hat die Ide­en wohl­wol­lend auf­ge­nom­men und die Ver­wal­tung beauf­tragt, in die­ser Rich­tung wei­ter­zu­ar­bei­ten.

Melvin prüft bereits

Micha­el Mel­vin bestä­tigt der NRWZ die Gesprä­che mit Ver­tre­tern der Stadt. Er kön­ne sich das gut vor­stel­len. Die Was­ser­kraft wie­der in der Majo­li­ka zu nut­zen, sei sehr sinn­voll, weil das einen viel höhe­ren Ertrag bräch­te. Mager sprach von einer „vier­fach höhe­ren Effi­zi­enz”.

Mel­vin  prüft der­zeit, wie sich das tech­nisch machen und wirt­schaft­lich umset­zen las­se. Die alten Roh­re müss­ten reak­ti­viert wer­den und der Aus­lauf  am Ende in die Schiltach ist pro­ble­ma­tisch. Mel­vin erin­nert dar­an, dass bei Was­ser­kraft sehr vie­le büro­kra­ti­sche Hür­den zu über­win­den sei­en. Ins­ge­samt hält er den Plan aber für sehr inter­es­sant