Zwei Jubiläen bilden die Klammer

D’Kräz 37: Neuer Redakteur Ewald Graf

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Stolz auf die 37. Ausgabe: „D’Kräz“- Redakteur Ewald Graf und Martin Maurer, der Vorsitzende des Museums- und Geschichtsvereins (von links). Foto: him

SCHRAMBERG  (him) – An der Qua­li­tät habe sich nichts geän­dert, ver­si­chert der Vor­sit­zen­de des Muse­ums- und Geschichts­ver­eins Schram­berg, Mar­tin Mau­rer bei der Vor­stel­lung der Zeit­schrift D’Kräz, Heft 37. Einen Wech­sel gab es in der Redak­ti­on und in der gra­fi­schen Gestal­tung.

Ewald Graf hat nach elf Jah­ren Redak­ti­ons­lei­tung durch Josef Bulach das Heft des Blatt­ma­chers in die Hand genom­men und die inzwi­schen 37. Aus­ga­be der Zeit­schrift mit Bei­trä­gen zur Geschich­te der Raum­schaft gestal­tet. „Der Über­gang lief geord­net“, freu­te sich Mau­rer und dank­te Bulach, dass er Graf ein­ge­ar­bei­tet hat­te.

Die Ver­än­de­run­gen fin­den sich im Erschei­nungs­bild: Der Satz ist etwas locke­rer und damit leich­ter les­bar. „Das Medi­um Bild bekommt stär­ker sei­nen Raum.“ Auf jeder Sei­te ver­su­che man, „Blick­fän­ge“ durch ein Bild oder eine Zwi­schen­über­schrift zu schaf­fen.

Zwei Jubi­lä­en bil­den die Klam­mer der Bei­trä­ge: Am Beginn des aktu­el­len Hef­tes steht Cars­ten Kohl­manns Auf­satz über die „Geschich­te der Stadt­ju­bi­lä­en Schram­berg“, am Ende schil­dert Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog zehn Jah­re gemein­sa­mes Unter­wegs-Sein von Ten­nen­bronn und Schram­berg.

Kohl­manns Auf­satz wer­fe „ein inter­es­san­tes Licht auf die unter­schied­li­che Geschichts­auf­fas­sung“ bei den ver­schie­de­nen Jubi­lä­en. Her­zog gebe einen „kom­mu­nal­po­li­ti­schen Rück­blick“ auf die Ereig­nis­se seit der Ein­ge­mein­dung Ten­nen­bronns. Bis Ende 2016 habe Schram­berg in Ten­nen­bronn bereits fast zehn Mil­lio­nen Euro inves­tiert, mehr als dop­pelt so viel als im Ein­ge­mein­dungs­ver­trag ver­ein­bart war.

Die Vielfalt macht’s

Eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der NS-Zeit fin­det sich in einem Auf­satz von Gise­la Rom­ing über das Lau­ter­ba­cher Ehren­mal  für die Gefal­le­nen des ers­ten Welt­kriegs. Indus­trie­ge­schicht­lich inter­es­sant sind zwei Bei­trä­ge aus der Geschich­te der Schram­ber­ger Majo­li­ka: Zum Einen schil­dert die Schwe­din Solveig Ueltz­hö­fer-Nyqvist ihre Zeit als Kera­mik-Desi­gne­rin in der Majo­li­ka Mit­te der 60er Jah­re.  „Der Auf­satz gewährt einen Ein­blick ins Fir­men­le­ben die­ser Zeit“, so Graf. Zum ande­ren beschreibt Gün­ter Buch­holz das 25-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der  Vor­gän­ger­fir­ma, der Stein­gut­fa­brik Isi­dor Faist, am Vor­abend der Revo­lu­ti­on von 1848. Der Bei­trag zei­ge „das bür­ger­li­che Selbst­be­wusst­sein und die Bedeu­tung die­ses ers­ten gro­ßen indus­tri­el­len Unter­neh­mens in Schram­berg“, so Graf.

Hans­jörg Fink­bei­ner beschreibt den Brand­schutz und die Brän­de im Klos­ter Hei­li­gen­bronn in den 20er und 30er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts. Damals ist die Jung­hans­feu­er­wehr maß­geb­lich bei der Brand­be­kämp­fung im Klos­ter betei­ligt gewe­sen. Fink­bei­ner sei ein Ken­ner der Mate­rie, ergänzt Mau­rer: „Sein Vater, sein Paten­on­kel und sein Groß­va­ter waren Feu­er­wehr­kom­man­dan­ten bei Jung­hans.“

Zwei längs ver­schwun­de­ne Seen bei Aich­hal­den sind das The­ma von Jür­gen Hils. Der Ver­mes­ser hat deren Grö­ße auch mit­hil­fe der LIDAR-Tech­nik rekon­stru­iert und ihre Ver­wechs­lun­gen auf his­to­ri­schen Kar­ten nach­ge­wie­sen. Aktu­ell ist der Bei­trag von Ernst Huber über den Skan­dal mit dem Fron­leich­nams­kreuz von Erich Hau­ser. Erst seit eini­gen Mona­ten ist die­ses expres­si­ve Früh­werk des Bild­hau­ers wie­der nach Schram­berg zurück­ge­kehrt und hat in der St. Maria-Kir­che einen wür­di­gen Platz gefun­den.

Hubert Haas berich­tet von der Geschich­te des Schul­erhofs aus dem 18. Jahr­hun­dert in Sul­gen, einem der ältes­ten Gebäu­de des Stadt­teils.

Abge­run­det wird D’ Kräz mit der Jah­res­chro­nik und Hin­wei­sen auf Neu­erschei­nun­gen.

Info: „D’Kräz“  ist erschie­nen in einer Auf­la­ge von 1.200 Exem­pla­ren, sie kos­tet wie­der acht Euro und ist zu kau­fen in der „Buch­le­se”, in den Filia­len der Bäcke­rei Brant­ner Sul­gen-Mit­te, Berg­stra­ße und Spit­tel in der Tal­stadt, in der Orts­ver­wal­tung Ten­nen­bronn, im Stadt­mu­se­um, in der „Fri­sche-Ecke“ in Lau­ter­bach und in der Quel­le Agen­tur Leh­rer in Aich­hal­den.

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