Der „Schwarz­wäl­der Bote” hat­te am 9. Febru­ar fälsch­li­cher­wei­se den Schwei­zer Unter­neh­mer, den geschei­ter­ten Kran­ken­haus­in­ves­tor  und Came­di-Inha­ber Peter Zuel­lig mit einem Anla­ge-Betrugs­skan­dal in Ver­bin­dung gebracht.(Wir haben berich­tet.)  Das Blatt hat­te den Finanz-Ver­mitt­ler Peter Zül­lig aus Baar in der Schweiz mit dem Schram­ber­ger Kran­ken­haus­in­ves­tor ver­wech­selt.

Heu­te mel­det das Blatt unter der Über­schrift: „Zwei­mal Peter Zül­lig” fol­gen­des: „Der eine Peter Zül­lig macht Geschäf­te mit Hel­muth Penz, der im Ver­dacht steht, das Land Ber­lin zu Las­ten von Flücht­lin­gen um Mil­lio­nen betro­gen zu haben. Der ande­re Peter Zül­lig soll Geld­an­le­ger um ihr Erspar­tes brin­gen.”  Das habe die Zei­tung unter Beru­fung auf das Han­dels­blatt gemel­det. Und wei­ter: „Wie sich mitt­ler­wei­le her­aus­ge­stellt hat, han­delt es sich bei die­sem Peter Zül­lig jedoch nicht um den ehe­ma­li­gen Inves­tor des Schram­ber­ger Kran­ken­hau­ses.”

Der Ein­lei­tungs­satz der Mel­dung bezieht sich auf eine kurz­zei­ti­ge geschäft­li­che Ver­bin­dung von Came­di-Chef Peter Zuel­lig im Herbst und Win­ter 2015/16 mit dem Ber­li­ner Immo­bi­li­en­krö­sus Hel­muth Penz:

Penz ist eine umstrit­te­ne Figur in Ber­lin, er war in Kor­rup­ti­ons­skan­da­le in den 80er Jah­ren ver­wi­ckelt. Er hat  mit dem Senat Dau­er­zoff wegen sei­ner Flücht­lings­hei­me. Im Herbst 2016 gab es eine Durch­su­chungs­ak­ti­on unter ande­rem in sei­nen Büros. Er ist aber bis heu­te nicht wegen Betrugs ver­ur­teilt. Laut Focus online vom 16. Okto­ber 2016 bestritt Unter­neh­mer Penz die Vor­wür­fe: „Der­ar­ti­ge fal­sche Abrech­nun­gen hat es nie gege­ben. Die Pewo­be hat alle Rech­nun­gen kor­rekt und wahr­heits­ge­mäß erstellt“, sag­te er der „Bild”. „Von offi­zi­el­ler Sei­te wer­den die­se Vor­wür­fe auch nicht erho­ben.“

Penz blieb wei­ter in der Kri­tik: In der Ber­li­ner Mor­gen­post  vom 29. März 2017 heißt es: „Die Sozi­al­ver­wal­tung strei­tet seit Mona­ten mit der Ber­lin Cast­le bezie­hungs­wei­se der PeWo­Be um meh­re­re Mil­lio­nen Euro, die ohne nach­voll­zieh­ba­ren Grund über­wie­sen wor­den waren.”

Die geschäft­li­che Ver­bin­dung Zuel­lig-Penz war im Herbst 2015 zustan­de gekom­men. Zuel­lig such­te damals nach einem Co-Inves­tor für das Kran­ken­haus­pro­jekt. Mit Penz war er über einen gemein­sa­men Bekann­ten ins Gespräch gekom­men. Penz hat­te  sich im Herbst 2015 mit 85 Pro­zent an der Came­di Real Esta­te von Zuel­lig betei­ligt.

Penz hat­te auf dem Höhe­punkt der Flücht­lings­kri­se die Idee, im Kran­ken­haus vor­über­ge­hend Flücht­lin­ge unter­zu­brin­gen. Das war aber dar­an geschei­tert, dass das Regie­rungs­prä­si­di­um Frei­burg sofort abge­wun­ken hat­te. Dar­auf­hin war Penz im Janu­ar 2016 wie­der bei der Came­di aus­ge­stie­gen. Die Stadt kün­dig­te die Ver­trä­ge mit Came­di.

Die Betrugs­vor­wür­fe im Zusam­men­hang mit der Flücht­lings­un­ter­brin­gung gegen Penz wur­den erst im Herbst 2016 laut, also als Zuel­lig und Penz schon längst wie­der getrenn­te Wege gin­gen.

Die ers­ten Sät­ze aus der Mel­dung im Schwarz­wäl­der Boten hat sich die Redak­ti­on übri­gens nicht selbst aus­ge­dacht. Der frak­ti­ons­lo­se Stadt­rat Jür­gen Reu­ter hat­te am 9. Febru­ar um 14.02 Uhr an etli­che Gemein­de­rä­te eine Mail geschickt. Dar­in heißt es unter ande­rem: der eine Peter Zül­lig macht Geschäf­te mit Hel­muth Penz, der im Ver­dacht steht, das Land Ber­lin zu Las­ten von Flücht­lin­gen um Mil­lio­nen betro­gen zu haben, der ande­re Peter Zül­lig steht im Ver­dacht, Geld­an­le­ger um ihr Erspar­tes zu brin­gen. 

Mail von Jür­gen Reu­ter.