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Samstag, 4. Juli 2020
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    Ab mit dem Auto und fit in den Urlaub

    Vor der großen Fahrt: Auf die richtige Vorbereitung kommt es an

    (Anzeige). Eis, Spaghetti, Sonne und Meer – viele Deutsche wünschen sich nach der Corona-Krise nichts sehnlicher als einen Urlaub in Italien. Jetzt sind die Grenzen wieder offen. Für eine stressfreie Anfahrt und einen optimalen Start in die Erholung ist die richtige Vorbereitung das A und O. Wir geben Tipps. Und sagen, was Touristen bei der Anreise und vor Ort in diesem Jahr erwartet.

    Vor der Reise: Auto-Check für eine pannenfreie Fahrt

    Vor der Fahrt sollten Reisende das Auto urlaubsfit machen. So können viele Pannen vermieden werden. Der ADAC rät vor Reisebeginn zu einem gründlichen Rundum-Check: Das Auto muss gerade in der Ferienzeit eine lange Strecke zurücklegen und ist oft einer brütenden Hitze und voller Beladung ausgesetzt. Folgende Punkte sind zu beachten:

    • Fahrzeugbeleuchtung: Nur bei einer einwandfreien Funktion der Scheinwerfer können sich Verkehrsteilnehmer frühzeitig wahrnehmen. Bei starker Beladung müssen bei den meisten Pkw die Scheinwerfereinstellungen angepasst werden.
    • Bereifung: Alle Reifen müssen eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern – der ADAC empfiehlt eine Restprofiltiefe von 3 Millimetern – aufweisen. Bei schwerer Beladung muss der Reifendruck entsprechend erhöht werden, um eine zu starke Beanspruchung der Reifen zu vermeiden.
    • Flüssigkeitsstände von Kühlwasser, Motoröl, Brems- und Batterieflüssigkeit gehören vor der Urlaubsfahrt kontrolliert und je nach Bedarf nachgefüllt.
    • Klima/Belüftung: Ein Auto heizt sich im Sommer bei direkter Sonneneinstrahlung auf mehr als 60 Grad Celsius auf. Autofahrer werden dann rasch müde, unkonzentriert und angespannt. Die Hitze führt nicht nur zu gesundheitlichen Problemen, auch das Unfallrisiko steigt stark an. Wer die Temperatur über die Klimaanlage aber zu stark herunterkühlt, kann Kreislaufpro­bleme bekommen. Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte deshalb nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen. Beim Parken sollte man ein möglichst schattiges Plätzchen suchen. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sitze, Lenkrad und Schalthebel mit einem hellen Tuch abgedeckt werden.
    • Sicherheit: Stoßdämpfer, Bremsen, Lenkung, Radlager und Spur sollten auf den technischen Zustand geprüft werden, da ein Defekt das Fahrverhalten gefährlich verändern kann.
    • Richtige Gepäcksicherung: Die Ladung großflächig mit einer Decke oder einem Netz abdecken und mit Spanngurten, die vorher durch die Ösen im Ladeboden gezogen wurden, über Kreuz festzurren. Keine schweren oder kantigen Gepäckstücke mit in den Innenraum nehmen. Bei der Verwendung von Dachboxen darauf achten, dass die Zuladung und die zulässige Dachlast (Gewicht) nicht überschritten werden. Das Gepäck in der Dachbox mit Spanngurten vor dem Verrutschen sichern. Daran denken, dass auch mitfahrende Tiere gesichert werden müssen.
    • Wer einen Teil des Urlaubsgepäcks in einer Dachbox befördert, sollte berücksichtigen, dass das Fahrzeug höher geworden ist und sich der Schwerpunkt nach oben verlagert hat. „Das verschlechtert die Fahreigenschaften“, erklärt Roger Dötenbier, Trainerleiter beim ADAC. Ein höheres Fahrzeuggewicht erfordere auch einen stärkeren Bremsdruck, damit der Bremsweg nicht länger werde, fügt Dötenbier hinzu.
    • Wer Fahrräder oder Gepäck auf dem Dach befördert, sollte auch immer auf die erlaubte Durchfahrtshöhe achten. Vor allem bei Garagen ist Vorsicht geboten. Auch sollte man nach jeder Pause vor der Weiterfahrt die Befestigung der Ladung auf dem Dach überprüfen. Durch Vibration könnten sich Verbindungen gelockert haben.
    • Routenplanung: Vor der Fahrt in das Ausland sollten sich Reisende über die geltenden Verkehrsregeln des Urlaubszieles und der Durchreiseländer informieren. Auskunft zum aktuellen Verkehrsaufkommen gibt es etwa unter www.adac.de, über entsprechende Routenplaner und Apps. Diese bieten aktuelle Länderinformationen, digitale Karten und Informationen zu Sehenswürdigkeiten von Regionen und Städten.

    Später losfahren – ausgeruhter ankommen: Sind die Vorbereitungen abgeschlossen kann die Urlaubsfahrt gestartet werden. Hier gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Wer gut plant, kann Baustellen oder staugefährdete Passagen auf der Reiseroute frühzeitig umfahren.
    Der ADAC rät, antizyklisch zu fahren und nicht, wenn alle inklusive Pendler auf den Straßen unterwegs sind. Knotenpunkte und Ballungsräume sollten gemieden und der Sonntag für die An- und Abreise genutzt werden. So entgehen Reisende dem Großteil der Lkw.

    Ist man allerdings doch in einen Stau geraten, so empfiehlt es sich, Geduld zu bewahren und auf der Autobahn zu bleiben, wenn sich die Staulänge erkennbar nicht über viele Kilometer erstreckt. Von der Autobahn abzufahren, macht meist wenig Sinn, da in der Regel viele Autofahrer dieselbe Stau-Umfahrung nutzen und sich der Stau dadurch nur verlagert. Außerdem sind die Streckenführungen auf Landstraßen und durch Ortschaften nicht auf das erhöhte Verkehrsaufkommen ausgelegt.

    Eine Botschaft an Motorradfahrer

    Defensiv fahren: Wegen ihrer Schnelligkeit und der schmalen Silhouette sind Motorradfahrer für andere Verkehrsteilnehmer oft schlecht sichtbar. „Defensiv und vorausschauend fahren ist das A und O“, betont Höher. Der Fachmann des ADAC empfiehlt, Blickkontakt zu Pkw-Fahrern zu suchen. Ebenfalls wichtig: Immer bremsbereit sein, in Kurven Abstand zum Mittelstreifen halten und die Geschwindigkeit stets dem Streckenverlauf, der Verkehrsdichte und dem eigenen Können anpassen.

    Höher sieht aber auch die Autofahrer in der Pflicht: „Mehr Partnerschaftlichkeit und eine defensive Fahrweise können viele potenzielle Unfallsituationen entschärfen und Kollisionen verhindern.“

    Technik-Check, richtige Kleidung und Fitness: Motorradfahrer sollten ihre Maschine vor Saisonbeginn einem Technik-Check unterziehen und dabei vor allem Reifendruck und -profil, Bremsen, Licht, Motoröl und Antrieb kontrollieren. Zur unverzichtbaren Motorrad-Kleidung gehören Helm, Handschuhe, eine Kombi mit Protektoren, Motorradstiefel und Nierengurt. Reflexionsstreifen an der Kleidung schaffen eine bessere Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer. Frank Höher rät außerdem, den Fitness-Aspekt beim Motorradfahren nicht zu unterschätzen. „Es macht Sinn, mit kürzeren Fahrten auf sicherem Terrain wieder einzusteigen. Außerdem lässt sich die Kondition durch gezieltes Training wieder aufbauen.“

    Italien-Urlaub 2020: Das müssen Reisende jetzt wissen

    VW Käfer an einem Mauthäuschen in Italien bei Trento
    Nach Corona: Italien hat seine Grenzen für ausländische Touristen geöffnet ∙ © ADAC/Rasmus Kaessmann

    • Transitländer erlauben deutschen Auto-Urlaubern die Durchreise
    • Italien begrenzt Anzahl der Mitfahrer im Auto
    • Fähren zu den Inseln sind wieder in Betrieb

    Österreich: Grenzen zu Italien offen

    Wer von Deutschland nach Italien mit dem Auto reist, fährt unweigerlich durch Österreich oder die Schweiz. Die Grenzen zwischen Deutschland und Österreich sind frei befahrbar. Auch die Grenze zwischen Österreich und Italien ist in beiden Richtungen frei passierbar. Transitreisende dürfen daher auch wieder Tankstopps, Pausen oder längere Aufenthalte in Österreich einlegen ohne dass Strafen drohen.

    Schweiz: Ein- und Durchreise möglich

    Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist ebenfalls wieder geöffnet. Die Schweiz jedoch empfiehlt Reisen nach Italien wegen des Infektionsgeschehens im Nachbarland noch nicht. Deutsche Urlauber dürfen dennoch die Schweiz als Transitland nutzen. Rückkehrern aus Italien wird empfohlen, möglichst ohne Aufenthalt durchzufahren. Tankstopps oder kurze Pausen sind erlaubt.

    Auch innerhalb Italiens darf man wieder reisen. Tankstellen und Autobahntankstellen sind in ganz Italien geöffnet.

    Eins, zwei, drei, zu viele? Corona-Regeln für Autofahrer in Italien

    Kommen alle Insassen eines Autos aus demselben Haushalt, gibt es keine Einschränkungen – weder Maskenpflicht noch Abstandsregeln sind in diesem Fall einzuhalten.

    Die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes ist jedoch vorgeschrieben, sobald Personen aus weiteren Haushalten zusammen unterwegs sind. Hier müssen die allgemein geltenden Abstandsregeln beachtet werden. Deshalb ist die Zahl der Mitfahrer in einem Fahrzeug begrenzt: Dem italienischen Außenministerium zufolge dürfen in diesen Fällen höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss frei bleiben.

    Im Beispielsfall eines fünfsitzigen Pkw dürfen somit neben dem Fahrer nur zwei weitere Personen im Fahrzeug Platz nehmen. Sind, wie z.B. in einem Minibus, weitere Sitzreihen vorhanden, so können zwei weitere Personen je Sitzreihe auf den Außenplätzen mitgenommen werden.

    Auf Motorrädern oder Mopeds dürfen nur Beifahrer befördert werden, die demselben Haushalt angehören, da hier der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

    In Südtirol ist die Zahl der Mitfahrer laut Auskunft der Verkehrsmeldezentrale in Bozen hingegen nicht begrenzt. Kommen diese aus verschiedenen Haushalten, müssen sie aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

    Es ist möglich, dass in weiteren Provinzen Italiens oder sogar innerhalb der Provinzen in einzelnen Regionen abweichende Regelungen bestehen. Bei Verstoß gegen diese Vorschriften muss mit einer hohen Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro gerechnet werden. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden.

    Flug-, Bahn- und Fernbusverkehr startet wieder

    Die meisten Flughäfen in Italien sind wieder in Betrieb, außerdem gibt es wieder mehr Bahnverbindungen. Bis Ende Juni will die Deutsche Bahn wieder alle Ziele in Italien anfahren. Die Fernbusse von Flixbus fahren wieder zwischen Deutschland und Italien. Kreuzfahrtschiffe legen aber noch nicht wieder an Italiens Küsten an.

    Maske und Abstand: Corona-Regeln für Italien-Touristen

    Innerhalb des Landes gelten überall Abstandsregeln – auch für Touristen.

    Für Strandbesuche gibt es besondere Auflagen: Sonnenschirme am Strand müssen weit genug voneinander entfernt stehen (pro Schirm zwölf Quadratmeter Fläche). Zwischen den Sonnenstuhlreihen gilt ein Mindestabstand von drei Metern. Buchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten.

    Das gilt für italienische Hotels, Gastronomie und Handel

    Die Hotellerie fährt langsam hoch. Der Grad der Öffnung ist regional unterschiedlich. So sind etwa im Zentrum von Rom viele Unterkünfte noch geschlossen. An den Küsten haben zahlreiche Hotels die erforderlichen Hygieneregeln und Vorschriften zum Abstandhalten etwa beim Essen und beim Sonnen bereits umgesetzt.

    Büfetts in Hotels sind verboten. In Restaurants und Cafes gilt eine Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss selbst mitgebracht werden. Zum Essen darf er abgenommen werden. Desinfektionsmittel müssen überall bereit stehen.

    In einigen Geschäften besteht die Pflicht, Einweghandschuhe zu tragen. Diese werden bereitgestellt. Es darf Fieber gemessen und der Zutritt ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad verweigert werden.

    Hohe Strafen bei Verstößen gegen die Regeln möglich

    Bei Verstoß gegen die Abstandsregel (landesweit ein Meter) bzw. Maskenpflicht gibt es keine einheitliche Regelung, da die jeweiligen Regionen zuständig sind. In einigen Provinzen gibt es keine explizite Regelung.

    Zum Teil wird auch noch unterschieden, wo man gegen die Maskenpflicht verstößt. In öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Strafe beispielsweise höher ausfallen als anderswo. Grober Richtwert ist aber ein Strafrahmen von 400 bis 3000 Euro, bei Sofortzahlung kann es Nachlässe geben.

    Kulturstätten in Italien haben wieder geöffnet

    Touristenmagnete wie das Kolosseum und der Petersdom in Rom, die Uffizien in Florenz, die Kathedralen in Mailand und Florenz, der Schiefe Turm von Pisa und die Ausgrabungsstätte Pompeji sind wieder geöffnet.

    Reiseziel Italien: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Tipps und Infos

    Service vor Ort: In Ihrer ADAC Geschäftsstelle

    Aktuelle Informationen zu Ihrem Reiseziel, Toursets und die aktuelle Motorwelt exklusiv für ADAC Mitglieder, außerdem Reiseführer, Vignetten und persönliche Beratung rund um Ihre Mobilität: Das alles bieten die ADAC Geschäftsstellen ganz in Ihrer Nähe.

    Und auch telefonisch ist der Club für Sie da – unter Tel. 0800 5 10 11 12 (Mo-Sa 8-20 Uhr).

    Auf adacreisen.de finden Sie ebenfalls umfassende Informationen zu unterschiedlichen Destinationen weltweit sowie aktuelle Reiseangebote.

    Sardinien: Fähren fahren wieder

    Bei Fährfahrten, etwa nach Sardinien, kann es Fieberkontrollen beim Check-In geben. Die Reedereien dürfen die Schiffe nicht voll auslasten, auf Mindestabstand muss geachtet werden. Es wird dringend empfohlen, sich vor der Abreise beim entsprechenden Anbieter über die genauen Regelungen für die Überfahrt zu informieren.

    Bei der Ankunft wird Sardinien-Touristen Fieber gemessen. Zudem benötigen sie eineunterschriebene Selbstauskunft*, in der Angaben über den derzeitigen Gesundheitszustand gemacht werden sollen. Die Registrierung der Urlauber auf einer Tracing-App soll auf freiwilliger Basis geschehen.

    Südtirol: Freiwillige Corona-Tests für Gäste

    In der autonomen Provinz Südtirol haben Bergbahnen und einige Hotelsbereits geöffnet. Mittels eines eigenen Südtiroler Landesgesetzes wurden umfangreiche Sicherheitsauflagen eingeführt, die die Bevölkerung, aber auch künftige Gäste schützen sollen: Wenn die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann, gilt in ganz Südtirol Maskenpflicht.

    Restaurants und Bars dürfen nicht mehr Gäste empfangen, als es Sitzplätze gibt, und die Tische müssen so gereiht sein, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Auch im öffentlichen Nahverkehr und in den Seilbahnen werden Kapazitäten begrenzt, Mindestabstände und regelmäßige Desinfektion müssen gewährleistet sein.

    Demnach sind auch weitreichende Tests für Mitarbeiter im Tourismus und bei Gästen geplant. Bei den Gästen handelt es sich um freiwillige Corona-Tests, die von den Betrieben angeboten werden können, so die Auskunft von Südtirol Tourismus in Bozen auf Anfrage des ADAC.