Heuschnupfen: Die Veranlagung wird über die Gene weitergegeben - Kinder von Allergikern haben ein deutlich höheres Risiko, an einer Pollinosis zu erkranken.
Heuschnupfen: Die Veranlagung wird über die Gene weitergegeben - Kinder von Allergikern haben ein deutlich höheres Risiko, an einer Pollinosis zu erkranken. Foto: pm

Kreis Rott­weil (pm). Gereiz­te Augen, eine lau­fen­de Nase, das kön­nen Anzei­chen für eine All­er­gie sein. Schon jetzt begin­nen wie­der die ers­ten Pol­len zu flie­gen und lösen bei vie­len Men­schen Heu­schnup­fen aus. Die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg hat nun die aktu­ells­ten ver­füg­ba­ren Daten aus­ge­wer­tet.

Daten­grund­la­ge sind mehr als 232.000 Ver­si­cher­te, was rund der Hälf­te der Bevöl­ke­rung in der Regi­on ent­spricht, teilt die AOK mit. „Im Land­kreis Rott­weil wur­den 2013 fast 2.900 Ver­si­cher­te wegen Heu­schnup­fen ärzt­lich behan­delt”, sagt Klaus Herr­mann, Geschäfts­füh­rer der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. „Dies ent­spricht 4,1 Pro­zent aller Ver­si­cher­ten.” Im Ver­gleich zum Land (4,7 Pro­zent) ist die Erkran­kungs­ra­te leicht unter­durch­schnitt­lich, aller­dings steigt im Land­kreis die Anzahl der Men­schen mit der Dia­gno­se Heu­schnup­fen seit 2007 um 2,9 Pro­zent jähr­lich.

Noch stär­ker als Heu­schnup­fen nimmt all­er­gi­sches Asth­ma zu”, sagt AOK-Geschäfts­füh­rer Herr­mann. 1.358 AOK-Ver­si­cher­te waren im Jahr 2013 des­we­gen in ärzt­li­cher Behand­lung. Seit 2007 ist die Zahl der Betrof­fe­nen im Durch­schnitt um 7,6 Pro­zent jähr­lich gestie­gen. Das ist in die­sem Zeit­raum die fünft­höchs­te Stei­ge­rungs­ra­te unter allen 44 Stadt- und Land­krei­se in Baden-Würt­tem­berg. Trotz die­ses Anstiegs ist die Erkran­kungs­ra­te von 1,9 Pro­zent aller Ver­si­cher­ten im Land­kreis Rott­weil unter dem Lan­des­durch­schnitt (2,1 Pro­zent).

Eine All­er­gie ist eine Über­emp­find­lich­keits­re­ak­ti­on des Immun­sys­tems”, erklärt die AOK-Ärz­tin Dr. Sabi­ne Knapstein. „Typi­sche Anzei­chen für Heu­schnup­fen sind gereiz­te Augen und eine lau­fen­de Nase. Am bes­ten ist es die Aus­lö­ser, sofern die­se bekannt sind, zu ver­mei­den.” Dabei hel­fe oft ein Blick in den Pol­len­flug­ka­len­der.

Auf­fäl­lig bei allen all­er­gi­schen Krank­hei­ten ist laut AOK, dass im Jugend­al­ter ein sprung­haf­ter Anstieg zu ver­zeich­nen ist. Wäh­rend von den Fünf- bis Neun­jäh­ri­gen im Jahr 2013 4,4 Pro­zent wegen Heu­schnup­fen in Behand­lung waren, sind es bei den Zehn- bis 14-Jäh­ri­gen bereits 7,6 Pro­zent. Die Erkran­kungs­ra­te bleibt dann auf die­sem Niveau und sinkt erst wie­der begin­nend mit der Alters­grup­pe der 20- bis 24-Jäh­ri­gen.

Bei Kin­dern blei­ben All­er­gi­en oft zu lan­ge uner­kannt. Je frü­her man aber die rich­ti­ge Dia­gno­se stellt und eine Behand­lung ein­lei­tet, des­to bes­ser las­sen sich vie­le All­er­gi­en beein­flus­sen”, sagt die Medi­zi­ne­rin Knapstein. „Bei klei­nen Kin­dern soll­te man daher bei ent­spre­chen­den Sym­pto­men früh­zei­tig den Haus- oder Kin­der­arzt auf­su­chen.”