Blitzgefahr – bei Gewitter keine Schirme aufspannen

(pm). Nun kommt der Som­mer 2015 doch noch in Schwung. Klet­tern die Tem­pe­ra­tu­ren nach oben, steigt aber auch das Risi­ko für Gewit­ter und damit für Unwet­ter-Alarm in Deutsch­land. Anhal­ten­de Hit­ze­wel­len wer­den von Gewit­tern mit Stark­re­gen, Hagel­schau­ern und Sturm­bö­en abge­löst. In man­chen Bun­des­län­dern ist die Gewit­ter-Gefahr beson­ders hoch. Denn sta­tis­tisch gese­hen ist die Blitz­dich­te regio­nal sehr unter­schied­lich, wie eine Stu­die des Blitz-Infor­ma­ti­ons­diens­tes von Sie­mens her­aus­ge­fun­den hat. Dem­nach zucken vor allem in Sach­sen und Bran­den­burg die meis­ten Blit­ze vom Him­mel. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist die Anzahl der Blit­ze dage­gen am gerings­ten.

Bei einem Gewit­ter schlägt das Wet­ter oft­mals in kur­zer Zeit um: Gera­de eben schien noch die Son­ne am Him­mel, wenig spä­ter pras­selt Regen nie­der und zahl­rei­che Blit­ze zucken Rich­tung Erde. Vor allem bei Groß­ver­an­stal­tun­gen ist bei Unwet­ter-Alarm Vor­sicht gebo­ten. Wenn vie­le Men­schen auf einer Frei­flä­che – wie bei einem Musik­kon­zert, einem Fes­ti­val oder einem Zelt­la­ger – von einem Gewit­ter über­rascht wer­den, müs­sen Ver­an­stal­ter und Ver­ant­wort­li­che umsich­tig reagie­ren. „Auch wenn die Gefahr bei einem Gewit­ter rela­tiv gering ist, von einem Blitz getrof­fen zu wer­den: Bei sol­chen Groß­ver­an­stal­tun­gen im Frei­en kommt es immer mal wie­der zu Blit­zun­fäl­len, da die Men­schen die höchs­ten Punk­te in der Umge­bung sind“, erklärt Bet­ti­na Möhr­le vom Ser­vice­team der Kauf­män­ni­sche Kran­ken­kas­se in Sin­gen.

Die Gefahr wird ver­grö­ßert, wenn die Besu­cher ihre Regen­schir­me auf­span­nen, da die­se noch wei­ter aus der Men­ge her­aus­ra­gen. Des­halb sind Schir­me, Fah­nen und ähn­li­ches auf den Boden zu legen. In den meis­ten Fäl­len kann es sinn­voll sein, auf­grund des Unwet­ters eine Unter­bre­chung anzu­ord­nen. Gibt es kei­ne Mög­lich­keit für einen Unter­schlupf in einem Gebäu­de, soll­ten die Besu­cher wäh­rend des Unwet­ters auf der Frei­flä­che nicht auf­recht ste­hen, son­dern sich bes­ser mit zusam­men­ge­zo­ge­nen Füßen hin­ho­cken. Dabei soll­ten der Kopf gesenkt und die Knie mit den Armen umfasst wer­den.

Siche­rer ist es zudem, getrennt Schutz zu suchen und nicht in einer gro­ßen Grup­pe bei­ein­an­der zu blei­ben. Zu Bäu­men, Mas­ten, Metall­zäu­nen oder Was­ser­roh­ren ist grund­sätz­lich ein Min­dest­ab­stand von drei Metern ein­zu­hal­ten, da die­se oft vom Blitz getrof­fen wer­den und die elek­tri­schen Strom­schlä­ge wei­ter­lei­ten kön­nen. Ein Mythos ist es, dass Blit­ze ins Han­dy ein­schla­gen kön­nen. Tele­fo­nie­ren und damit Hil­fe rufen ist also wäh­rend eines Gewit­ters erlaubt. Bei einem Fest­netz-Anschluss kann es aller­dings pas­sie­ren, dass der Blitz in die Lei­tung gelangt. Dann ist aber nur ein leich­ter Strom­schlag zu spü­ren, der kei­ne gesund­heits­schä­di­gen­den Aus­wir­kun­gen hat.

Pas­siert es doch und ein Mensch wur­de von einem Blitz erwischt, ist die Angst unbe­grün­det, beim Ers­te-Hil­fe-Leis­ten eben­falls einen elek­tri­schen Schlag zu bekom­men. Der Mensch kann kei­ne Elek­tri­zi­tät spei­chern, und so ent­weicht der Blitz­strom in maxi­mal zwei Sekun­den aus dem Kör­per. „Anfas­sen ist also erlaubt und drin­gend not­wen­dig. Denn die Über­le­bens­ra­te nach einem Blitz­schlag liegt bei 90 Pro­zent, wenn sofort Hil­fe da ist“, erklärt Möhr­le. Ein Blitz­schlag ver­ur­sacht in den häu­figs­ten Fäl­len schwe­re Ver­bren­nun­gen, Atem­still­stand, Bewusst­seins­stö­run­gen, Läh­mun­gen oder Gehirn­schä­den. Eine Reani­ma­ti­on per Herz­druck­mas­sa­ge und eine schnel­le Mund-zu-Mund-Beatmung kön­nen also Leben ret­ten. Vor­sicht ist jedoch gebo­ten, wenn der Strom-Unfall im Haus­halt oder an einer Hoch­span­nungs­lei­tung pas­siert. Hier gilt es, einen Sicher­heits­ab­stand ein­zu­hal­ten und vor dem Beginn mit der Ers­ten Hil­fe unbe­dingt die Strom­zu­fuhr abzu­schal­ten.