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Montag, 1. Juni 2020
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    Corona ist nicht die einzige Krankheit, die zum Tod führen kann

    Mit Maskenpflicht und Abstandsregeln ist das Coronavirus allgegenwärtig geworden, gleichzeitig werden immer weniger Patienten in Notaufnahmen eingeliefert und auch Kardiologie-Praxen behandeln weniger Fälle. Dr. Madline Gund, Vorsitzende des Arbeitskreises Gesundheit der CDU Südbaden: "Patienten dürfen nicht an Herzinfarkten und Schlaganfällen sterben, weil sie Angst vor Corona-Ansteckungen im Krankenhaus haben." Auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums rät davon ab, Arzttermine wegen Corona auf die lange Bank zu schieben.

    "Den Menschen muss klar sein, dass ihnen die Ressourcen des Gesundheitssystems weiter zur Verfügung stehen", so die Vorsitzende des Arbeitskreises Gesundheit der CDU Südbaden, Gund. Außerdem müsse der Hinweis, dass man nach einer Corona-Erkrankung nicht zwingend immunisiert ist, deutlicher kommuniziert werden. Die Forschung sei hier noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen.
     
    Gund stellt klar: "Ein weiterer Lockdown muss vermieden werden, weil dies weder wirtschaftlich noch menschlich vertretbar ist." Wichtig sei deshalb, die Hygieneregeln einzuhalten. Essentiell sei in der aktuellen Phase die Gesundheit des medizinischen Personals: "Maschinen behandeln Patienten nicht von alleine. Deshalb müssen Menschen, die direkt mit Corona-Patienten arbeiten, besser vor einer Infektion geschützt werden." Die Schutzausrüstung, etwa FFP2-Masken und Schutzanzüge, müsse laut Gund daher zielgerichtet dort hingeliefert werden, wo sie benötigt wird. Dies habe der Arbeitskreis Gesundheit der CDU Südbaden in einer Telefonkonferenz mit Bundesminister Jens Spahn nochmals deutlich gemacht.
     
    Gund: "Notwendig sind flächendeckende Tests. Nur damit kommen wir weg von wenig repräsentativen Hochrechnungen und spekulativen Zahlen." Ziel müsse eine niedrige Neu-Infektionsrate sein, sodass die Gesundheitsämter detailliert aufarbeiten können, wann die Betroffenen mit wem und wie Kontakt hatten. Die Bevölkerung müsse dafür sensibilisiert werden, dass auf die erste Corona-Welle eine zweite, "deutlich schlimmere Welle" folgen könnte, weil sich das Virus heimlich ausbreitet und die Fallzahlen daher sprunghaft ansteigen könnten. Gund: "Jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit, dass es ein böses Erwachen gibt, zu minimieren. Und zwar, indem wir Hände desinfizieren, mindestens eineinhalb Meter Abstand halten, die Wohnung nur unter dringenden Umständen verlassen und konsequent Masken tragen."

    Arzttermine aus Furcht vor dem Coronavirus auf die lange Bank schieben? Davon rät der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ab. Symptome und Schmerzen sollten ernst genommen und vom Arzt abgeklärt werden. In den meisten Fällen wird es sich nicht um eine schwerwiegende Erkrankung wie Krebs handeln. Wenn aber doch, dann ist es besser, sie möglichst früh zu erkennen und, wenn nötig, sofort zu behandeln – dies erhöht die Heilungschancen und wirkt sich positiv auf die Prognose aus.

    Die Gefahr, sich beim Arztbesuch mit dem Coronavirus anzustecken – sei es an der Rezeption, im Wartezimmer oder auch bei der Behandlung – ist inzwischen deutlich gesunken. Die Arztpraxen halten sich an die offiziellen Hygiene-, Schutz- und Abstandregeln und viele haben zudem ihre Praxisabläufe umorganisiert, so dass Begegnungen zwischen Patienten vermieden werden können.

    Umso eindringlicher ist die Botschaft an alle mit akuten Beschwerden oder starke Schmerzen, aber auch leichteren Symptomen, die nicht innerhalb weniger Wochen verschwinden: Geht zum Arzt und lasst Euch untersuchen. Schwere Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs können so sicher ausgeschlossen oder aber im Ernstfall frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das kann Menschenleben retten. Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums dazu: „Verlieren Sie keine Zeit, wenn Sie Symptome haben, die auf eine Krebserkrankung hinweisen könnten, beispielsweise eine fühlbare Verhärtung in der Brust. Suchen Sie Ihren Arzt auf.“

    Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann sich im Vorfeld telefonisch über die Corona-bedingten Vorkehrungen in der Praxis informieren. Bei der Gelegenheit können auch die Beschwerden schon mal dargelegt werden. Seit wann bestehen sie, welcher Art und wie stark sind sie? Das sind wichtige Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen. „Aus Furcht vor einer Ansteckung zu Hause zu bleiben und im Falle einer ernsthaften Erkrankung dadurch eventuell wertvolle Zeit zu verlieren – davon ist dringend abzuraten“, betont Weg-Remers.

    Der Krebsinformationsdienst berät Patienten, Angehörige, Fachkreise und Interessierte zu allen Fragen rund um Krebs. Ärztinnen und Ärzte sind täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800-420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de erreichbar Zum Thema Coronavirus werden auf unter www.krebsinformationdienst.de laufend aktuelle Informationen bereitgestellt. Unter https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/coronavirus-krebs-haeufige-fragen.php gibt es eine Liste der häufigsten Fragen. Hier wird außerdem stundenweise ein Corona-Chat angeboten

     

     

     

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