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Samstag, 7. Dezember 2019
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Die Teilkasko verhagelt

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Regi­on (pm). Hagel­schau­er und Stür­me haben im ver­gan­ge­nen Jahr 635.000 Autos beschä­digt und dabei Kos­ten in Höhe von rund 1,5 Mil­li­ar­den Euro ver­ur­sacht. Nach der aktu­el­len Pkw-Scha­­den­­bi­lanz des Gesamt­ver­ban­des der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) regu­lier­ten die Kraft­fahrt­ver­si­che­rer damit so vie­le Hagel­schä­den wie noch nie.

Die Fol­ge: die Teil­kas­ko wird teu­rer, denn die Scha­dens­klas­se steigt in betrof­fe­nen Regio­nen. Etwa auch im Kreis Rott­weil, der in der Teil­kas­ko tra­di­tio­nell bereits hoch ein­ge­stuft ist.

Im Ver­gleich zum Vor­jahr haben sich die Kos­ten durch Hagel­stür­me mehr als ver­drei­facht. Die Schä­den durch Natur­ge­fah­ren über­stie­gen im Jahr 2013 damit sogar die Kos­ten für kaput­te Auto­schei­ben – für knapp 2,35 Mil­lio­nen Glas­bruch­schä­den zahl­ten die deut­schen Kraft­fahrt­ver­si­che­rer rund 1,15 Mil­li­ar­den Euro. 247.000 Wild­un­fäl­le schlu­gen mit über 560 Mil­lio­nen Euro zu Buche, knapp 139.000 Dieb­stäh­le kos­te­ten die Ver­si­che­rer rund 440 Mil­lio­nen Euro. Ins­ge­samt zahl­ten die Ver­si­che­rer 2013 für Teil­kas­ko­schä­den 3,8 Mil­li­ar­den Euro, das waren 43 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Das mel­det die GDV.
Den größ­ten Teil der Hagel­schä­den ver­ur­sach­ten drei gro­ße Hagel­un­wet­ter, die zwi­schen Mit­te Juni und Anfang August 2013 über Tei­le Deutsch­lands hin­weg­zo­gen. Neben den typi­schen Del­len im Blech hin­ter­lie­ßen unge­wöhn­lich gro­ße und durch Sturm­bö­en beschleu­nig­te Hagel­kör­ner zahl­rei­che zer­split­ter­te Front- und Heck­schei­ben. In Ver­bin­dung mit Feuch­tig­keit, die dar­auf­hin in den Innen­raum ein­drang, führ­ten die Hagel­stür­me und ihre Fol­gen bei vie­len Autos zu Total­schä­den. Wirk­sa­men Schutz vor Hagel­kör­ner fin­den Auto­fah­rer vor allem in Gara­gen und Hal­len, wäh­rend Car­ports bei einem Hagel­sturm nur ein­ge­schränkt sicher sind. Unter frei­em Him­mel eig­nen sich auch Hagel­schutz­mat­ten.

Schä­den, die Natur­ge­fah­ren an Fahr­zeu­gen anrich­ten, deckt die Teil- bezie­hungs­wei­se Voll­kas­ko. Sie ver­si­chert Schä­den und Zer­stö­rung durch Sturm, Hagel, Blitz und Über­schwem­mung. Die Kas­ko­ver­si­che­rung über­nimmt die finan­zi­el­len Fol­gen des Scha­dens abzüg­lich der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Selbst­be­tei­li­gung. Eine Rück­stu­fung im Scha­den­frei­heits­ra­batt erfolgt dadurch nicht.

Aller­dings reagie­ren die Ver­si­che­run­gen auf die Hagel-Unwe­t­­ter. Für zahl­rei­che Auto­fah­rer in Baden-Wür­t­­te­m­berg, ins­be­son­de­re im Regie­rungs­be­zirk Tübin­gen, erge­ben sich nach der aktu­el­len Regio­nal­sta­tis­tik des Gesamt­ver­ban­des der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) höhe­re Ein­stu­fun­gen in den Kas­­ko-Ver­­­si­che­­run­­gen. Der Grund für die neu­en Ein­stu­fun­gen ist die Viel­zahl von Sturm- und Hagel­er­eig­nis­sen im ver­gan­ge­nen Jahr, die zu Schä­den an Kraft­fahr­zeu­gen führ­ten. Ins­ge­samt sind rund 38 Pro­zent der baden-wür­t­­te­m­ber­gi­­schen Vol­l­­­kas­­ko- und etwa die Hälf­te der Teil­­kas­­ko-Ver­­­si­cher­­ten betrof­fen.

Weni­ger Ände­run­gen erge­ben sich hin­ge­gen in der Kfz-Haf­t­pflich­t­­ver­­­si­che­­rung. Für rund 75 Pro­zent der Auto­fah­rer bleibt hier alles beim Alten. In neun Zulas­sungs­be­zir­ken, dar­un­ter in Mann­heim, Kon­stanz, Ulm und Pforz­heim, erhö­hen sich die Regio­nal­klas­sen, in Heil­bronn, Sig­ma­rin­gen und dem Zulas­sungs­be­zirk Tübin­gen erge­ben sich nied­ri­ge­re Ein­stu­fun­gen für die Kfz-Haf­t­pflich­t­­ver­­­si­che­­rung. Eine Über­sicht aller in den Zulas­sungs­be­zir­ken Baden-Wür­t­­te­m­bergs gel­ten­den Klas­sen­ein­stu­fun­gen und die Ver­än­de­run­gen zum Vor­jahr stellt der Ver­­­si­che­­rer-Ver­­­band online zur Ver­fü­gung.

Im Kreis Rott­weil zuge­las­se­ne Wagen wer­den in der Teil­kas­ko 2015 eine Stu­fe höher ein­ge­preist. Damit liegt der Land­kreis auf einer Stu­fe mit dem Zol­­lern-Alb-Kreis, der aller­dings gleich um drei Stu­fen klet­tert. Der benach­bar­te Schwar­z­­wald-Baar-Kreis steigt eben­falls um eine Klas­se, liegt dann aber auf 7.

Rott­wei­ler Fahr­zeu­ge wer­den in der Teil­kas­ko damit wei­ter hoch ein­ge­stuft. Höhe­re Regio­nal­klas­sen, aller­dings nur um eine Stu­fe höhe­re, wei­sen in Baden-Wür­t­­te­m­berg im kom­men­den Jahr nur der Alb-Donau-Kreis und die Krei­se Biber­ach und Sig­ma­rin­gen aus.

Bun­des­weit bleibt in der Kfz-Haf­t­pflicht für fast 74 Pro­zent der Auto­fah­rer alles beim Alten, jeweils rund 13 Pro­zent der Fahr­zeu­ge wer­den her­auf- oder her­un­ter­ge­stuft. Beson­ders nied­ri­ge Ein­stu­fun­gen erge­ben sich wei­ter­hin für Auto­fah­rer in Bran­den­burg, Nie­der­sach­sen und Meck­­len­burg-Vor­­­pom­­mern, hohe Regio­nal­klas­sen in der Haft­pflicht­ver­si­che­rung gel­ten vor allem in Groß­städ­ten sowie in Tei­len Bay­erns. Auch in den Kas­ko­ver­si­che­run­gen blei­ben bun­des­weit für knapp 75 Pro­zent der Fahr­zeu­ge die bis­he­ri­gen Regio­nal­klas­sen erhal­ten.

Die Regio­nal­klas­se ist eines von zahl­rei­chen Tarif­merk­ma­len, das Ver­si­che­rer bei der Berech­nung des Ver­si­che­rungs­bei­tra­ges berück­sich­ti­gen. Je nied­ri­ger die Ein­stu­fung in der Regio­nal­klas­se, des­to güns­ti­ger wirkt es sich auf den Ver­si­che­rungs­bei­trag aus. Aller­dings lässt sich über eine Ver­än­de­rung bei der Regio­nal­klas­se kei­ne Aus­sa­ge über die Ent­wick­lung des gesam­ten Kfz-Ver­­­si­che­­rungs­­bei­­tra­ges tref­fen. Wie sich ein Kfz-Ver­­­si­che­­rungs­­bei­­trag zusam­men­setzt und wel­che Tarif­merk­ma­le es gibt, erfah­ren Inter­es­sier­te auf gdv.de.

 

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