Region Schwarzwald-Baar Heuberg: noch etwa 1800 unbesetzte Ausbildungsplätze

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Gute Nachricht für alle, die noch eine Lehrstelle suchen: Es ist noch nicht zu spät. In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg suchen noch zahlreiche Unternehmen nach Nachwuchskräften. Knapp 1800 offene Ausbildungsplätze warten auf Bewerberinnen und Bewerber, berichtet die Arbeitsagentur.

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Wie steht es um die Duale Ausbildung und ihren Ausbildungsplätzen

Wie sieht es eigentlich mit der Ausbildung für unsere Jugend aus? Gibt es ausreichend Ausbildungsplätze in diesen schwierigen Zeiten? Kommt die Digitalisierung voran? Was wird für lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen und Migranten getan und wie läuft die Vorbereitung auf die Ausbildungszeit? Und wie stellt sich die Lehrerversorgung in den beruflichen Schulen dar? Diesen und weiteren Fragen ist der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Teufel, nachgegangen und hat sich im Rahmen einer kleinen Anfrage bei der Landesregierung erkundigt.

Es sieht laut einer Mitteilung seines Büros besser aus als vielleicht mancher vermutet hätte: Eine hohe Ausbildungsbereitschaft seitens der Betriebe ist zu verzeichnen. Gab es zum 30.09.2020 landesweit rund 7.600 weniger neue Ausbildungsverträge als im Vorjahr (-10,3 Prozent), so kommen im Juni 2021 auf 100 Bewerberinnen und Bewerber landesweit 144 Ausbildungsstellen. Zu diesem Zeitpunkt sind in der  Region Schwarzwald-Baar-Heuberg 1.791 unbesetzte Ausbildungsstellen gezählt worden. „Die Landesregierung sieht das Problem nicht in einem mangelnden Ausbildungsplatzangebot, sondern darin, dass die Betriebe nicht ausreichend viele geeignete Bewerberinnen und Bewerber finden“ so Teufel. Die im Juni 2021 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber fielen im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent (6.642) auf 46.376 aber deutlich stärker aus als der Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen – 5,5 Prozent (3.931) auf 66.907.

Mit einem „Endspurt zur Ausbildung“ sollen nun möglichst viele Jugendliche und Betriebe noch kurzfristig für die Ausbildung im Jahr 2021 zusammengebracht werden. Hierzu werden verschiedene Aktionen wie digitale Azubi-Speed-Datings und Ausbildungsmessen, Schüler- und Azubi-Camps, Bewerbungs-Webinare und Berufsorientierungs-Webinare für Eltern von den Partnern des Ausbildungsbündnisses angeboten. „Es wird seitens der Ministerien einiges unternommen: Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus macht die Zielgruppe der ausbildungswilligen jungen Menschen mit einer Social-Media-Aktion „#AusbildungJetzt“ gemeinsam mit den Bündnispartnern auf die Veranstaltungen aufmerksam. Das Ministerium hat zudem einen Informationsflyer „NEXT LEVEL: ZUKUNFT“ mit zentralen Angeboten der beruflichen Orientierung und Ausbildungsvermittlung im Internet und den sozialen Medien erstellt und mit den Bündnispartnern abgestimmt“ so Teufel, der sich für die Duale Ausbildung starkmacht und alle Unentschlossenen ermuntert, sich den Angeboten anzunehmen.

Was bei anderen Schularten anders aussieht, so kann im der beruflichen Bildung nicht von einem Lehrermangel gesprochen werden. „Die berufliche Bildung wurde im vergangenen Jahrzehnt mit mehreren hundert zusätzlichen Stellen gestärkt. Damit wurden gleichermaßen qualitative Maßnahmen (etwa Ausbau der Beruflichen Gymnasien, Erzieherausbildung, Inklusion und Sprachförderung), wie auch die landesweite strukturelle Unterrichtsversorgung gestärkt. Der Versorgungsgrad der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg liegt mit 98,4 Prozent auf Landesniveau“, berichtet Teufel.

„Ich freue mich, dass die beruflichen Schulen in Baden-Württemberg ein differenziertes, passgenaues Angebot an Bildungsgängen in Teilzeit und Vollzeit anbieten. Dadurch können Auswirkungen von Konjunkturschwankungen auf junge Menschen vor und während einer Ausbildung abgefedert werden“ so Teufel. Individuelle Förderung und sprachsensibler Unterricht sind als durchgängige Unterrichtsprinzipien in allen Schularten etabliert. „Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten zur Umsetzung der individuellen Förderung im Unterricht. Das Kultusministerium hält in Form von entsprechenden Publikationen, Fortbildungsangeboten und klassischen sowie digitalen Lernmaterialien ein differenziertes Informations-, Unterstützungs- und Beratungsangebot vor“ so Teufel weiter. Sonderpädagogische Dienst und Maßnahmen zur individuellen Unterstützung an beruflichen Schulen, Jugendberufshelferinnen und -helfer, ausbildungsbegleitende Hilfen der Bundesagentur für Arbeit sowie auf die vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus geförderten Ausbildungsbegleiter-/innen.

Die Berufliche Orientierung an Schulen umfasst sowohl Maßnahmen der Ausbildungsorientierung als auch der Studienorientierung, die schulartspezifisch verankert und umgesetzt werden. Die Förderung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Werkrealschule ist eine zentrale Aufgabe dieser Schulart, um Schüler auf einen reibungslosen und unmittelbaren Übergang in die berufliche Ausbildung vorzubereiten. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung der Kompetenzen in Deutsch und Mathematik. So hat das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Mercator-Institut der Universität Köln und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg zum Schuljahr 2020/2021 das Förderprogramm „Textprofis“ für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 der Haupt- und Werkrealschulen ins Leben gerufen. Das Programm, an dem in der ersten Tranche 56 Haupt- und Werkrealschulen teilnahmen, zielt darauf ab, die Leseflüssigkeit, das Leseverständnis und die Rechtschreibfähigkeit zu stärken.

Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Zugewanderte: hier fördert das Land rund 50 „Kümmerer“. Diese unterstützen geeignete Zugewanderte beim Übergang in Ausbildung, z. B. durch Hilfe bei der Bewerbung. Von Januar 2016 bis September 2020 konnten 2.666 Zugewanderte erfolgreich in eine berufliche Ausbildung vermittelt werden. In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sind zwei „Kümmerer“ tätig.

Im Rahmen des DigitalPakts Schule, aus dem 650 Millionen Euro auf Baden-Württemberg entfallen, können Schulträger seit Herbst 2019 für die digitale Infrastruktur ihrer Schulen Förderanträge stellen, die als zuwendungsfähige Leistungen ausdrücklich auch Aufbau oder Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und auf Schulgeländen sowie WLAN einschließen. In Ergänzung zum Digitalpakt Schule wurden seit Mai 2020 von Bund und Ländern weitere Initiativen, wie z. B. das „Sofortausstattungsprogramm“ für Schülerendgeräte (65 Mio. Euro Bund + 65 Mio. Euro Land) und das Förderprogramm „Leihgeräte für Lehrkräfte“ (65 Mio. Euro) auf den Weg gebracht. Hinzu kommt ein Zusatzprogramm zum DigitalPakt Schule (65 Mio. Euro), über das der Bund die IT-Administration an Schulen unterstützt, sowie ein Landesprogramm (40 Mio. Euro), mit dem ebenfalls Digitalisierungsmaßnahmen finanziert werden können. Die Schulträger erhalten die Mittel je nach Programm auf Antrag bzw. haben sie bereits von der Geschäftsstelle DigitalPakt BW im Kultusministerium überwiesen bekommen.

Checkliste Ausbildung

In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sind jedenfalls immer noch viele freie Ausbildungsstellen gemeldet – das Angebot reicht von A wie Augenoptiker bis Z wie Zerspanungsmechaniker. Höchste Zeit also, sich mit der Berufswahl zu beschäftigen. Eine Anleitung für die ersten Schritte und wichtige Tipps sind in der Checkliste zusammengestellt.

Stärken entdecken

Wer in Deutschland eine Ausbildung beginnen möchte, hat die Wahl zwischen über 300 Ausbildungsberufen. Um herauszufinden, in welche Richtung es beruflich gehen soll, und als Vorbereitung für ein Beratungsgespräch empfiehlt sich Check-U: Der Selbsttest hilft, die eigenen Fähigkeiten, Interessen und beruflichen Vorlieben zu erkennen. Als Ergebnis erhält man ein persönliches Kompetenzprofil. In der Testauswertung steht, welche Ausbildungs- oder Studienfelder zu den eigenen Stärken passen.

Berufe checken

Wie kann ich mehr über meinen Wunschberuf herausfinden? Hier ist ein Praktikum nach wie vor die erste Wahl. Es lohnt sich, trotz Corona und ausgefallener Schulpraktika aktiv auf Unternehmen zuzugehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Seite BERUFE.TV der Bundesagentur für Arbeit mit vielen interessanten Videos zu Ausbildungs- und Studienberufen. In den Filmen kommen Lehrlinge, Studierende, Berufstätige und Ausbilder zu Wort. Sie bieten einen Einblick in ihre Arbeit, erklären, was ihnen an ihrem Beruf gut gefällt und zeigen, welche Fähigkeiten und Voraussetzungen für den Einstieg gefragt sind.

Kontakte knüpfen

Viele Unternehmen stellen sich online auf Berufsmessen vor und bieten die Gelegenheit, sich über das Ausbildungsangebot zu informieren und die Ansprechpartner kennenzulernen. Ausbildungsplatzsuchende sollten auch ihre persönliche Kontakte und Beziehungen nutzen. Es lohnt sich, Familie oder Freunde in die Suche einzubeziehen und herauszufinden, ob sie von offenen Stellen in ihren Betrieben wissen oder Ansprechpartner kennen.

Stellen finden

Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche bietet die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Die Berufsberater kennen das Ausbildungsangebot in der Region und können passende Stellen für eine Bewerbung vorschlagen. Wer direkt auf eigene Faust loslegen möchte, kann die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit für die Suche nach freien Ausbildungsstellen nutzen. Die kostenlose App AZUBI WELT bringt das Angebot zudem direkt auf das Handy – hier kann man einen Suchauftrag speichern und sich automatisch über neue Stellen informieren lassen. Fündig geworden? Dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Weg!

Unterstützung holen

Nicht immer läuft alles nach Plan. Wer unsicher bezüglich seiner Berufswahl ist oder das Gefühl hat, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, sollte sich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen. Die Berufsberater können dabei helfen, geeignete Alternativen zu entwickeln. Von der Berufsberatung gibt es zudem Informationen zu Fördermöglichkeiten und zu finanziellen Hilfen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Weitere Tipps und Tricks unter #AusbildungKlarmachen:

Das Internetportal www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen bündelt Angebote rund um das Thema Ausbildung. Die Plattform bietet für Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und Arbeitgeber weiterführende Informationen.

Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen:

Telefon: 0800 4 5555 00 (kostenfrei)

E-Mail: [email protected] (für den Schwarzwald-Baar-Kreis), [email protected] (für den Landkreis Rottweil) und [email protected] (für den Landkreis Tuttlingen).

Video-Chat: Wer ein Beratungsgespräch im Video-Chat führen möchte, sollte vorab einen Termin per E-Mail oder telefonisch vereinbaren.

Hier geht es zur Webseite der Berufsberatung

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