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Samstag, 4. Juli 2020
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    „Man kann wieder essen gehen“: Gesellige Gasthausbesuche können stattfinden

    (Anzeige). Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA hat die jüngste Lockerung der Kontaktbeschränkungen für Restaurantbesucher in Baden-Württemberg begrüßt. „Man kann wieder essen gehen – auch im Freundeskreis“, fasste ein Sprecher die Lage zusammen. Zudem teilt der Verband mit, dass für Beschäftigte im Außenbewirtungsbereich von Gaststätten keine Maskenpflicht besteht.

    Das wird nun wieder etwas erträglicher für die Angestellten in Restaurants und Gaststätten mit Außenbereich: Das für Auslegungsfragen im Zusammenhang mit der Corona-Verordnung Gaststätten zuständige Wirtschaftsministerium habe klargestellt, dass Beschäftigte zwar in allen Räumen der Gaststätte mit Gästekontakt eine Mund-Nasen-Bedeckung  zu tragen haben, diese Pflicht aber nicht für den Außenbewirtungsbereich einer Gaststätte gilt.

    Das teilte der Branchenverband DEHOGA am Donnerstag mit. Im Innenbereich gilt zudem keine Maskenpflicht für Beschäftigte, wenn ihnen dies aus medizinischen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist oder ein anderweitiger mindestens gleichwertiger baulicher Schutz besteht.

    „Man kann wieder essen gehen“

    Durch die bereits vor einigen Tagen in Kraft getretene Änderung der Corona-Verordnung des Landes dürfen nunmehr bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten an einem Gasthaustisch oder an der Theke Platz nehmen, auch wenn der Abstand zwischen diesen Personen geringer als 1,5 Meter ist. Bislang durften lediglich Personen aus zwei Haushalten gemeinsam ohne Mindestabstand an einem Wirtshaustisch sitzen. Damit waren viele gesellige Runden und Treffen unter mehreren Freunden in der Gastronomie nicht möglich.

    „Man kann wieder essen gehen – auch im Freundeskreis“, so Daniel Ohl, Sprecher des DEHOGA Baden-Württtemberg. Das sei den Menschen vielleicht gar nicht so bewusst, aber die Lockerungen bedeuteten auch, dass wieder mehr Geselligkeit möglich sei.

    „Auf diese Lockerung haben viele Gastronomen und auch viele Gäste gewartet“, sagt der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt. „Die jetzt in Kraft getretene Lockerung ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“, betont der Verbandsvorsitzende. Es sei dringend erforderlich, medizinisch verantwortbare Lockerungen der  Corona-Beschränkungen so schnell wie möglich umzusetzen, denn viele gastgewerblichen Betriebe könnten mit den aktuell erzielten Umsätzen noch nicht wirtschaftlich arbeiten.

    Offene Auslegungsfragen geklärt

    Wichtige Klärungen zur Auslegung der „Corona-Verordnung Private Veranstaltungen“ hat der DEHOGA zudem vom zuständigen Sozialministerium erhalten. Sie betreffen private Veranstaltungen in angemieteten Nebenräumen.

    Die „CoronaVO Private Veranstaltungen gibt vor, dass – wo immer möglich – ein Abstand zu allen Anwesenden (mit Ausnahme des engeren Familienkreises) von mindestens 1,5 m einzuhalten ist. Damit gibt diese „Spezialverordnung“ eine strengere Regelung vor als die allgemeine Corona-Verordnung – zumindest, wenn es um Veranstaltungen bis 20 Personen geht.

    Dieser Widerspruch ist nun aufgelöst: Wie das zuständige Sozialministerium auf Nachfrage des DEHOGA heute erklärte, ist die Corona-VO Private Veranstaltungen so auszulegen, dass auch bei privaten Feiern in dafür vorgesehenen Räumen (etwa Nebenzimmer Gastronomie) bis zu 20 Personen aus unterschiedlichen Haushalten ohne Einhaltung von Abstandsregelung an einem Tisch zusammensitzen können.

    „Wenn ein Wirt fünf Tische mit bis zu 20 Personen in seinen Saal bekommt, dann sind ja die erlaubten 99 Menschen bei einer solchen privaten Veranstaltung möglich“, rechnet DEHOGA-Sprecher Ohl vor.

    Für Kochschulen gilt entsprechend der obigen Klarstellung nach Auffassung des DEHOGA, dass eine Gruppe bis zu 20 Teilnehmenden ohne Einhaltung von Mindestabstand gemeinsam in einem dafür vorgesehenen Raum ohne weiteren Publikumsverkehr unter Einhaltung der Vorgaben der „CoronaVO Private Veranstaltungen“ zulässig ist.

    Der DEHOGA Baden-Württemberg weist allerdings darauf hin, dass diese Personengruppe etwa beim Gang ins öffentliche Restaurant nur noch in einer Zehnergruppe ohne Einhaltung des Mindestabstands an einem Tisch sitzen darf, und dass der Abstand zu anderen Tischen und Gästen eingehalten werden muss.

    Das Sozialministerium hat laut DEHOGA am 15. Juni des Weiteren klargestellt, dass sich der Anwendungsbereich der „CoronaVO Private Veranstaltungen“ auch auf angrenzende Freiflächen der für den Zweck privater Veranstaltungen angemieteten Räume, wie insbesondere Terrassen erstreckt. „Damit ist geklärt, dass Gäste einer privaten Feier neben dem angemieteten Innenraum auch die angrenzende Terrasse nutzen dürfen, wenn diese ausschließlich den Veranstaltungsteilnehmern zur Verfügung steht“, hält der Verband fest.

    Unabhängig von den genannten Klarstellungen des Sozialministeriums sind bei privaten Veranstaltungen im Übrigen sämtliche Vorgaben der „CoronaVO Private Veranstaltungen“, insbesondere zur Kontaktnachverfolgung und zum erforderlichen Hygienekonzept, einzuhalten.