Mythos „atmende Wand“

Mythos „atmende Wand“

(Anzeige). Wände müssen atmen und sollten daher nicht gedämmt werden. Sonst droht in der Wohnung zu feuchte Luft und Schimmel. Seit rund 170 Jahren hält sich diese Vorstellung in den Köpfen der Deutschen. Doch sie ist falsch. Dies ist eines der Themen dieses Bauen und Wohnen-Spezials in der NRWZ.

Eine Sonderveröffentlichung mit freundlicher Unterstützung durch

Foto: txn/licht.de/Paulmann

Neues Energielabel für Lichtquellen gilt

Schluss mit Plus auf den Verpackungen von Lichtquellen wie LEDs: Das neue Energielabel ist seit 1. September 2021 gültig und zeigt nur noch die Effizienzklassen A (beste) bis G (schlechteste), erklärt die Brancheninitiative licht.de.

Die Umstellung wurde nötig, weil LEDs immer stromsparender werden. Damit die oberen Klassen zunächst frei bleiben, wurden Lichtquellen heruntergestuft: „Zuvor auf dem Markt erhältliche Lichtquellen mit A++ erhalten mit dem neuen Label maximal Effizienzklasse D bis F“, erläutert Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer von licht.de. Erst mit weiteren Effizienzsteigerungen können Leuchtmittel höheren Klassen zugeordnet werden.

Schon seit den 90-er Jahren hilft das Energielabel Verbrauchern, auf einen Blick stromsparende Produkte zu erkennen und eine umweltbewusste Kaufentscheidung zu treffen. Damals gab es bereits die Ampelskala von Grün bis Rot mit einem zugeordneten Buchstaben für Energieeffizienzklassen von A bis G. So kehrte das Energielabel nun zu seinen Anfängen zurück.

„Bei Einführung der Kennzeichnung mussten zunächst nur Lampen ein Label tragen. Jetzt sind es alle Lichtquellen – also Lampen und LED-Module. Eine Leuchte ist nur dann betroffen, wenn ihre Lichtquelle nicht für eine Überprüfung durch die Marktüberwachungsbehörden entnommen werden kann. Dann wird sie als Lichtquelle eingestuft“, ergänzt Waldorf. Was hat sich noch geändert?

Ein wichtiger Fortschritt ist der QR-Code auf dem neuen Label. Damit können Käufer über ihr Smartphone zusätzliche Informationen zur Lichtquelle aus der europäischen Produktdatenbank „EPREL“ abrufen. Im Handel werden bis zum Ende der Übergangsfrist am 1. September 2023 auch noch Produkte mit dem Plus-Zeichen zu finden sein.

Eine Sonderveröffentlichung mit freundlicher Unterstützung durch

Zinssicherheit, Prämien, Flexibilität: Bausparverträge ermöglichen vielen Deutschen den Weg ins eigene Zuhause. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)

Berufsstart, Immobilienkauf, Modernisierung: Für wen sich Bausparen lohnt

„Bausparen lohnt sich nicht“, „Die Zeit des klassischen Bausparens ist vorbei“ – es gibt viele Vorurteile über das Bausparen. Doch die Zahlen zeigen: Bausparen ist populär. 2020 hatte fast jeder zweite Haushalt mindestens einen Bausparvertrag – insgesamt 25 Millionen Verträge über 919 Milliarden Euro. Ralf Oberländer, Finanzberater bei Schwäbisch Hall, erklärt, für wen sich Bausparen besonders lohnt.

Bausparverträge lohnen sich für Berufseinsteiger und Prämiensparer, denn: „Je früher man beginnt, desto mehr Vorteile kann man nutzen: Junge Leute müssen sich mit ihrem Bausparvertrag nicht gleich für eine eigene Immobilie entscheiden“, so der Experte. Denn Bausparer unter 25 Jahren können das Guthaben auf ihrem ersten Vertrag frei verwenden.

Für die wichtigste Bausparförderung, die Wohnungsbauprämie (WoP), gelten seit 2021 höhere Einkommensgrenzen und Förderbeträge. Für eigene Einzahlungen in den Vertrag erhalten Bausparer jetzt bis zu 70 Euro pro Person und Jahr. Ein Familienvater mit zwei Kindern bekommt so bis zu einem Bruttoarbeitslohn von 76.700 Euro die WoP. Fließen die vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber in den Bausparvertrag, gibt es weitere 43 Euro extra vom Staat als Arbeitnehmersparzulage. Und für Bausparer, die mindestens 4 Prozent ihres sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens anlegen, hält der Staat die Wohn-Riester-Zulage bereit. Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr. Für den Nachwuchs zahlt der Staat 300 Euro Kinderzulage. Berufseinsteiger, die vor ihrem 25. Lebensjahr einen Vertrag abschließen, erhalten vom Staat einen einmaligen Bonus von 200 Euro.

Finanzierer: Zinsen sichern und Eigenkapital verbessern                      

Wer seine Immobilie langfristig zinssicher finanzieren möchte – egal ob in fünf oder zehn Jahren – der sollte sich günstige Darlehenszinsen mit einem Bausparvertrag sichern. „Gegen steigende Immobilienpreise können sich Bausparer nicht absichern, gegen höhere Darlehenszinsen schon“, erklärt Oberländer. Ein weiterer Vorteil für Immobilienerwerber: Bausparverträge können als Eigenkapital in Finanzierungen eingebracht werden. Hier gilt: Je mehr Eigenkapital, umso geringer der spätere Finanzierungsbedarf und die dafür anfallenden Kosten. Außerdem: Bausparverträge können für die Anschlussfinanzierung genutzt werden, nicht nur für Bau, Kauf oder Modernisierung.

Modernisierer: Die Immobilie klimafest machen                     

Egal ob energetische Sanierung oder altersgerechter Umbau, früher oder später müssen Immobilienbesitzer modernisieren. Mit einem Bausparvertrag können sie ideal vorsorgen. Denn nicht nur das angesparte Guthaben, auch das günstige Bauspardarlehen sorgen für Planungssicherheit und finanzielle Entlastung. „Der Umbau zum klimaneutralen Gebäudebestand wird Haus- und Wohnungseigentümer viel Geld kosten. Gut, wer mit seinem Bausparvertrag vorsorgen kann“, rät Oberländer.

Eine Dämmung verhindert weder den Luftwechsel noch trägt sie zur Schimmelbildung bei. Sie verringert sogar diese Gefahr. Quelle: Zukunft Altbau

Warum Wände nicht zur Lüftung beitragen können

Achtung, hier wird mit einem rund 170 Jahre alten Mythos aufgeräumt. Nämlich dem, dass Wände atmen können müssen, deshalb nicht gedämmt werden sollten. Vielmehr ist es so: Belüftung und Austausch von feuchter, verbrauchter Innenluft erfolgt nicht über die Wände, sondern durch das Öffnen der Fenster oder eine Lüftungsanlage. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Wände selbst können nicht atmen. Schimmel an Wandstellen ist die Folge eines zu geringen Luftwechsels, nicht wegen der Dämmung der Fassade. Eine Dämmung der Außenwände vermindert vielmehr das Schimmelrisiko, da sie die Oberflächentemperatur der Wand erhöht.

Die Vorstellung, gedämmte Fassaden seien schädlich, geht auf einen Messfehler aus dem 19. Jahrhundert zurück. Unterlaufen ist er Max von Pettenkofer. Pettenkofer ist einer der Begründer der modernen Hygiene und schuf eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung des Periodensystems. Doch bei der „Wandatmung“ täuschte er sich. Von fehlerhaften Messergebnissen ausgehend – der offene Kamin wurde nicht verschlossen – kam der Forscher zu dem Schluss, Steinwände seien atmungsfähig. Bereits seit 1928 ist diese Theorie widerlegt. Die Idee war aber in der Welt und bekam ein Eigenleben.

Undichte Fenster lüften unkontrolliert und dauerhaft

Richtig ist: Durch keine Art von Wand ist ein relevanter Austausch von Luft möglich. Die Abgabe von feuchter, verbrauchter Luft nach draußen erfolgt fast ausschließlich über das Lüften oder über undichte Fenster. Letzteres ist besonders in unsanierten Häusern der Fall. „Alte Fenster lassen über undichte Fugen unkontrolliert Außenluft nach innen – aber auch viel Heizwärme ins Freie, und zwar vorwiegend gerade dann, wenn es draußen kalt ist. So entsteht die ungemütliche Zugluft“, bestätigt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Bei neuen Wärmeschutzfenstern ist das nicht der Fall. Sie haben keine undichten Fugen. Dadurch zieht es nicht mehr, die Wohnung muss gezielt gelüftet werden. Geschieht das nicht, drohen dicke Luft und an schlecht gedämmten Bauteilen im schlimmsten Fall sogar Schimmel. Der gesundheitsschädliche Pilz wächst dort, wo warme, feuchte Raumluft auf kalte Oberflächen trifft und kondensiert. Darin sind sich alle Baufachleute einig. „Eine fachgerechte Wärmedämmung vermindert maßgeblich das Schimmelrisiko, denn mit ihr bleiben die Innenseiten der Wände warm. So wird vermieden, dass sich Feuchtigkeit aus der Luft auf ihnen niederschlägt“, erklärt Markus Weißert vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg. „Dämmen ist deshalb eine sehr effektive Strategie gegen die Schimmelgefahr.“

Lüften nicht vernachlässigen: Per Hand oder automatisch

Regelmäßiges Lüften geht am besten so: Die Feuchtigkeit in der Luft wird am besten durch regelmäßiges Querlüften niedrig gehalten. Dreimal täglich für einige Minuten gegenüberliegende Fenster ganz aufzumachen, reicht häufig aus. Auf keinen Fall sollten Fenster längere Zeit gekippt bleiben, auch nicht im Schlafzimmer oder der Toilette. Dadurch kühlen die Wände nur unnötig aus. Hilfreich ist ein Hygrometer, das den relativen Luftfeuchtegehalt misst. Liegt der Wert längere Zeit über 60 Prozent, ist Lüften angesagt.

Wem dies zu aufwendig ist, sollte sich eine automatische Lüftungsanlage zulegen. Denn mit ihr gelingt ein ausreichender Luftaustausch am effektivsten. Moderne Lüftungsanlagen lüften automatisch, die Nutzer müssen sich nicht mehr darum kümmern. Systeme mit Wärmerückgewinnung sparen außerdem wertvolle Heizenergie. Je nach gewähltem System verhindert das maschinelle Lüften zudem, dass Lärm, Feinstaub, Pollen und Insekten in die Räume gelangen. So wird das Wohnen komfortabler. „Es ist wie bei der Geschirrspülmaschine“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Es geht auch ohne, aber wer einmal eine Lüftungsanlage hat, will sie nicht mehr missen.“

Fazit: Wände können nicht atmen, der notwendige Luftaustausch erfolgt über das Öffnen der Fenster oder eine Lüftungsanlage. Eine Dämmung verringert zudem die Schimmelgefahr. Fachinformationen gibt es bei Gebäudeenergieberaterinnen und Gebäudeenergieberatern.

Seite 1 / 1
Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 13. November 2021 von Promotion. Erschienen unter https://www.nrwz.de/service/mythos-atmende-wand/328993