Essen wir zu viel Fleisch? Wahr­schein­lich. Aber in jedem Fall essen wir zu viel min­der­wer­ti­ges Fleisch. Zum Nach­teil von Umwelt, Tier und Mensch. Ein Gast­bei­trag von Micha­el Grimm (Wer­bung).

Fleisch ist ein Lebens­mit­tel. In die­sem Begriff steckt das Wort LEBEN. Das, was die Indus­trie und Mas­sen­tier­pro­duk­ti­on den Tie­ren und letz­ten Endes uns zumu­tet, hat mit wür­di­gem Leben nichts zu tun. Neben der unwür­di­gen Hal­tung der Tie­re belas­tet die inten­si­ve Fleisch­erzeu­gung auch die Umwelt. Hoher Methan-Aus­stoß (Treib­haus­gas), schlech­te Bilanz der Fleisch­erzeu­gung (unge­fähr acht Kilo­gramm Fut­ter, um ein Kilo­gramm Fleisch zu erzeu­gen), und, und, und …

Das Fleisch der Dis­coun­ter und vie­ler Ver­brau­cher- und Super­märkte ist eine mit Anti­bio­ti­ka ange­rei­cher­te Eiweiß­mas­se. Aber die Indus­trie lie­fert, was der Ver­brau­cher ver­langt und bezahlt. Bil­lig muss es sein. Dann aber viel davon. Du bist, was Du isst. Schau­en Sie sich die Prei­se für Bil­lig-Fleisch an. Es braucht wenig Phan­ta­sie, sich vor­zu­stel­len, dass zu die­sen Prei­sen kein Rind auf der Wei­de grast, sich kei­ne Sau im Schlamm suhlt und kein Huhn nach einem Wurm picken kann. Auch so kann die Schöp­fung ver­ra­ten wer­den.

Vie­le Men­schen wur­den so, abge­schreckt durch die­se Mas­sen­tier­hal­tung, zu Vege­ta­ri­ern oder sie opfern den Genuss tie­ri­scher Erzeug­nis­se gene­rell dem Ernährungs-„Zölibat“ und wer­den vegan.

Dabei sind wir Men­schen kei­ne durch die Gene defi­nier­ten „Fleisch­ver­zich­ter“. Allein unser Gebiss zeigt, dass wir Alle­ses­ser sind. Vor­ne schnei­den und rei­ßen (bei­spiels­wei­se Fleisch) und hin­ten kau­en und mah­len (etwa Kör­ner und Gemü­se). Und so soll­te auch unser Spei­se­plan aus­se­hen. Sowohl als auch.

Unse­re Vor­fah­ren waren Jäger und Samm­ler. Sie konn­ten es sich schlicht­weg nicht leis­ten, wäh­le­risch zu sein. Geges­sen wur­de, was man erlegt oder gefun­den hat­te. Und sicher gab es nicht jeden Tag Mam­mut. Es gab sicher vie­le fleisch­lo­se Tage.

Bauernmarkt 1sp-53-4cUnd noch etli­che Jahr­tau­sen­de zuvor, als unse­re Vor­fah­ren von den Bäu­men hüpf­ten, den auf­rech­ten Gang erlern­ten und sich das Gehirn­vo­lu­men ver­grö­ßer­te, brauch­te es dafür viel Eiweiß, was pflanz­lich wohl nicht zu decken war. Und es könn­te durch­aus sein, dass das Fleisch hier einen bedeu­ten­den Bei­trag zur Ent­wick­lung des Men­schen leis­te­te. Es tren­nen uns nur weni­ge Gen-Pro­zen­te von unse­ren nächs­ten Ver­wand­ten. Aber die haben es in sich. Wir sind kom­ple­xer und dafür benö­ti­gen wir eine kom­ple­xe­re Ernäh­rung. Gemü­se, Obst und eben auch Fleisch. Sowohl als auch. Aber eben weni­ger und bes­se­res Fleisch.

Die frü­hen Men­schen pass­ten sich an den natür­li­chen Spei­se­plan an und wur­den durch Selek­ti­ons­vor­teil belohnt. Wer sich nicht anpass­te, fiel den gna­den­lo­sen Geset­zen der Evo­lu­ti­on zum Opfer. Die Mensch­heit ent­wi­ckel­te sich präch­tig. Auch dank einer abwechs­lungs­rei­chen Ernäh­rung. Und wer wis­sen möch­te, wer die­se Geset­ze zu aller Anfang auf­stell­te, muss die Ant­wort in sei­ner jewei­li­gen Reli­gi­on suchen.

Was aber wür­de gesche­hen, wenn wir den Erzeu­gern durch ihr Ein­kom­men ermög­li­chen wür­den, die Tie­re art­ge­recht auf der Wei­de auf­zu­zie­hen?

Das hoch­wer­ti­ge Fleisch wäre zwangs­läu­fig etwas höher­prei­sig. Wir wür­den statt sechs- bis sie­ben­mal in der Woche viel­leicht nur zwei- bis drei­mal Fleisch essen. Aber von ganz ande­rer Qua­li­tät und ganz ande­rem Geschmack und sicher mit einem ganz ande­ren und bes­se­ren Gefühl.

Nir­gends wird weni­ger Geld für Lebens­mit­tel aus­ge­ge­ben als in Deutsch­land. Wir bau­en die sta­bils­ten Häu­ser, fah­ren die größ­ten Autos, haben mehr Han­dys als Ohren und fah­ren häu­fig in Feri­en. Aber für das, was wir täg­lich zu uns neh­men, geben wir kaum Geld aus.

Bei einem Durch­schnitts­preis von 2,84 Euro pro Fla­sche Wein in Deutsch­land lei­det vor allem der Geschmack. Bei den Prei­sen für die Erzeug­nis­se im Acker­bau lei­det zusätz­lich die Natur. Aber bei den der­zei­ti­gen Prei­sen für tie­risch erzeug­te Lebens­mit­tel lei­det die Krea­tur. Bei die­sen Prei­sen für Fleisch kann kein natur­nah und bewusst arbei­ten­der Land­wirt und Metz­ger leben. Und das Tier hat ohne­hin eigent­lich nie gelebt. Wir geben gemäs­te­ter Indus­trie­wa­re den Vor­zug. Du bist, was Du isst. Wol­len Sie das sein? Gemäs­te­te Indus­trie­wa­re? Dabei muss die Qua­li­tät des Lebens­mit­tels und die dadurch gesi­cher­te Qua­li­tät des Lebens der Tie­re nicht teu­er sein. Aber sei­nen Preis eben wert! Respekt­vol­le Hal­tung der Tie­re. Respekt vor dem Geschöpf und vor der Natur. Kei­ne oder kur­ze Trans­port­we­ge der Tie­re, stress­freie Schlach­tung, …

Fra­gen Sie Ihren Metz­ger oder Ihr Hof­gut. Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, sich Lebens­mit­tel für eine Art-gerech­te Ernäh­rung zu besor­gen. Und es ist wich­tig, dass wir dies unse­re Kin­der leh­ren.

Geschmack, Natur und Tier wer­den es Ihnen dan­ken.

 

1 Kommentar

  1. Ok ich spie­le jetzt mal den Spiel­ver­der­ber. Aber der obi­ge Text ist wie­der nur eine Metho­de um sich ein gutes gewis­sen ein­zu­re­den. Glaubt der Autor wirk­lich man könn­te einem Tier das auf­ge­zo­gen wird ein schö­nes Leben berei­ten? Was nutzt es einem Huhn das locker zehn Jah­re alt wer­den kann vier Wochen lang ein wenig Aus­lauf zu geben und es dann zu schlach­ten? Eine Ganz kann 40 Jah­re alt wer­den und wird nach weni­gen Wochen ”Leben” geschlach­tet. Die Bau­ern wür­den Käl­ber am liebs­ten direkt nach der Geburt zu Döner ver­ar­bei­ten da sonst die kos­ten zu hoch sind. Doch der Gesetz­ge­ber hat hier auch vor­ge­se­hen, dass Kälb­chen zumin­dest ein paar Wochen Leben müs­sen.
    Man kann ja Fleisch essen. Aber dann soll man sich nicht ein­re­den, dass die Tie­re ein schö­nes Leben gehabt hät­ten. Wenn ein Säug­ling stirbt sage ich ja auch nicht, dass er ein schö­nes Leben hat­te. Da sagt man dann, dass er sein gan­zes Leben noch vor sich hat­te.

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