Polizei warnt vor Betrügern auf Amazon.de

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Ama­zon bekommt Abzock-Masche seit Jah­ren nicht in den Griff”, titel­te Hei­se online am gest­ri­gen Mon­tag. Nur einen Tag spä­ter mel­det sich auch die Poli­zei zu Wort – und warnt vor „Ama­zon-Betrug mit fal­schen Inter­net-Shops.”

Superbilliger Produktpreis und die Aufforderung, vorab per E-Mail Kontakt aufzunehmen: Das könnte ein von betrügern gekaperter Shop auf amazon.de sein. Screenshot: nrwz
Super­bil­li­ger Pro­dukt­preis und die Auf­for­de­rung, vor­ab per E-Mail Kon­takt auf­zu­neh­men: Das könn­te ein von Betrü­gern geka­per­ter Shop auf Amazon.de sein. Screen­shot: NRWZ

Betrü­ger kaper­ten die Shops von seriö­sen Ama­zon-Händ­lern und zock­ten unbe­darf­te Nut­zer ab, warn­te Heise.de. Das „Erstaun­li­che” dabei sei, dass es Ama­zon „seit rund vier Jah­ren” nicht schaf­fe, „das Trei­ben zu been­den”. Min­des­tens seit Anfang 2013 stell­ten Betrü­ger güns­ti­ge Lock-Ange­bo­te auf die Platt­form, for­der­ten Inter­es­sen­ten zur Kon­takt­auf­nah­me per Mail auf und bräch­ten sie mit gefälsch­ten Ama­zon-Bestell­be­stä­ti­gun­gen dazu, Geld ins Aus­land zu über­wei­sen. „Die so bestell­te Ware wird nie gelie­fert”, urtei­len die Com­pu­ter-Exper­ten von Hei­se.

Jetzt reagiert auch die Poli­zei. Beim Online-Händ­ler Ama­zon tauch­ten immer mehr gefälsch­te Shops auf, heißt es in einer War­nung des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen. Dem­nach gebe es bereits zahl­rei­che Ama­zon-Kun­den, die von der­ar­ti­gen Betrugs­fäl­len betrof­fen sei­en.

Keine Chance für die Opfer

Die Masche: Die Fake-Ver­käu­fer bie­ten laut Poli­zei Arti­kel, vor­zugs­wei­se Elek­tro­ar­ti­kel zu sehr nied­ri­gen Prei­sen an, zum Teil nur halb so teu­er wie bei seriö­sen Anbie­tern. „Wer auf das betrü­ge­ri­sche Ange­bot her­ein­fällt und Geld über­weist, hat kaum eine Mög­lich­keit, die Sum­me zurück­zu­be­kom­men”, so die Poli­zei in ihrer War­nung.

Vorher recherchieren

Für Recher­che­mög­lich­kei­ten von übli­chen Prei­sen böten sich vor­ab Preis­such­ma­schi­nen wie etwa www.guenstiger.de, www.idealo.de und ande­re an. Zudem exis­tier­ten auf Ama­zon nicht nur gefälsch­te Accounts, auch wur­den seriö­se Händ­ler von Betrü­gern gehackt. „In die­sem Fall pro­fi­tie­ren die Betrü­ger von den guten Bewer­tun­gen der gehack­ten Ama­zon-Händ­ler-Accounts”, so die Poli­zei. Das ist, wovor auch die IT-Spe­zia­lis­ten von Hei­se war­nen.

Wie kann man diesen ‚Amazon-Betrug‘ erkennen?

Ama­zon-Kun­den soll­ten hell­hö­rig wer­den, so die Poli­zei, wenn das gefun­de­ne Ange­bot beträcht­lich güns­ti­ger ist, als dies nor­ma­ler­wei­se beim ent­spre­chen­den Pro­dukt üblich ist.

Fal­sche Shops wickel­ten ihre Geschäf­te außer­dem außer­halb der Ama­zon-Platt­form ab: Der Käu­fer wird auf­ge­for­dert, sein Geld über ande­re Bezahl­diens­te, wie Direkt­über­wei­sun­gen (Bank­ver­bin­dung weicht vom eigent­li­chen Fir­men­sitz ab), Pay­Pal oder Pay­safe zu über­wei­sen. Somit ver­su­chen die Betrü­ger etwa auch an die Kre­dit­kar­ten­da­ten der Ama­zon-Kun­den zu gelan­gen.

Wird man also beim Kauf auf­ge­for­dert, das Geld anders als gewohnt zu über­wei­sen und es direkt an den Händ­ler zu zah­len, soll­ten bereits die Alarm­glo­cken klin­geln”, urteilt die Poli­zei.

Wer nicht ganz sicher ist, soll­te das Pro­dukt, das er kau­fen möch­te, eini­ge Tage lang beob­ach­ten. Mit der Zeit steigt der güns­ti­ge Preis oft­mals etwas an, um Glaub­wür­dig­keit zu sug­ge­rie­ren, bewegt sich aber wei­ter­hin in einem sehr güns­ti­gen Bereich, der zum Kauf locken soll, bevor das gefälsch­te Ange­bot schließ­lich wie­der ver­schwin­det.

Amazon schützt nicht

Wich­ti­ger Hin­weis für alle Ama­zon-Kun­den: Wird der Kauf nicht direkt über Ama­zon getä­tigt, greift auch der Käu­fer­schutz der Platt­form nicht. Daher kann das über­wie­se­ne Geld nicht zurück­er­stat­tet wer­den.