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Sonntag eine Stunde kürzer – Schlafstörungen im Landkreis Rottweil werden nicht weniger

Darauf ist auch in Pandemie-Zeiten Verlass: Der Sonntag, 29. März wird auch im Landkreis Rottweil schneller vergehen. Um zwei Uhr nachts werden die Uhren um eine Stunde auf drei Uhr vorgestellt.

„Schade“, meint Sabine Fröchte-Mink, Leiterin des Gesundheitsteams bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, „nicht nur wegen der bis zur nächsten Zeitumstellung von uns geborgten Stunde, sondern auch weil unser Körper mit einem Mini-Jetlag reagiert.“ Viele Menschen schlafen in den folgenden Tagen abends schlechter ein und kommen morgens schlechter aus dem Bett.

Laut einer von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2015 hatte damals jeder dritte Erwachsene in Baden-Württemberg die ersten Tage Probleme, manche kämpfen sogar wochenlang mit Umstellungsschwierigkeiten. Die Folgen: Müdigkeit, mangelnde Konzentration bei Schularbeiten oder im Beruf und schlechte Laune. „Vielen ist nicht bewusst, dass ein guter Schlaf die dritte Säule einer gesunden Lebensweise neben ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung ist.“

Dass beim Schlaf einiges im Argen liegt, zeigt die AOK-Auswertung der Versichertendiagnosen im Landkreis: 4.400 Versicherten haben eine behandlungsbedürftige Schlafstörung. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung im Kreis sind das insgesamt 7.600 Personen, also etwa sechs Prozent aller Menschen. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Betroffenen jährlich um vier Prozent gestiegen. Frauen und Männer kämpfen annähernd gleich häufig mit Einschlaf- oder Durchschlafproblemen. Hinzu kommt laut AOK eine hohe Dunkelziffer an Personen, die an Schlafstörungen leiden, aber nicht in ärztlicher Behandlung sind.

„Wer dauerhaft an Schlafstörungen leidet, sollte seinen Hausarzt aufsuchen“, empfiehlt Sabine Fröchte-Mink. Oft aber hat man immer mal wieder einen schlechten Schlaf. Was tun? „Ein abendlicher kurzer und gemächlicher Spaziergang, derzeit aber bitte allein oder im Kreis der Familienmitglieder, ruhige Musik hören oder ein Gespräch mit seinen Lieben hilft runterzukommen“, so die AOK-Präventionsexpertin. Wenn man dann doch mal nachts wach liegt, sollte man sich nicht unter Druck setzen. „Der Blick auf die Uhr ist der absolute Schlaf-Killer.“

Am besten sei es, an etwas Schönes zu denken oder sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren. „Wenn das nicht hilft, kann man auch aufstehen und einer ruhigen Beschäftigung nachgehen, beispielsweise lesen oder ein Fotoalbum ansehen.“ Sabine Fröchte-Minks persönlicher Tipp für die Zeitumstellung? „Ich versuche schon im Vorfeld früher ins Bett zu gehen und zeitiger aufzustehen. Dann komme ich besser in den neuen Rhythmus rein.“