Verkaufshit Drohnen: Nicht ohne Versicherung fliegen

Welche Regeln Hobby-Piloten beim Einsatz von Drohnen zu beachten haben

Kommt es beim Flug mit einer Drohne zu einem Unfall, haftet derjenige, der die Drohne fliegt. Daher sind grundsätzlich alle Flugobjekte versicherungspflichtig. Foto: AXA

Sie stei­gen per Knopf­druck in die Luft, sind häu­fig mit hoch­auf­lö­sen­den Kame­ras aus­ge­stat­tet und ermög­li­chen ein­zig­ar­ti­ge Per­spek­ti­ven: Droh­nen sind in Deutsch­land längst ein Ver­kaufs­schla­ger. Rund 300.000 von ihnen gin­gen hier­zu­lan­de allein im Jahr 2015 über den Laden­tisch, schätzt der Bun­des­ver­band Tech­nik des Ein­zel­han­dels (BVT) – Ten­denz stei­gend. Nicht jeder, der eines der Flug­ob­jek­te kau­fen oder ver­schen­ken möch­te, ist sich jedoch der Risi­ken der Nut­zung bewusst.

Beinahe-Kollisionen

Dabei war in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der von gefähr­li­chen Zusam­men­stö­ßen mit Per­so­nen und Autos sowie Bei­na­he-Kol­li­sio­nen mit Flug­zeu­gen zu hören. Nicht ohne Grund gibt es eine Rei­he von recht­li­chen Regeln, mit denen sich Füh­rer der klei­nen Luft­fahr­zeu­ge unbe­dingt ver­traut machen soll­ten. Und auch um den Ver­si­che­rungs­schutz soll­te man sich vor dem ers­ten Flug küm­mern.

Darf ich über­haupt eine Droh­ne nut­zen, wo darf ich mit ihr flie­gen und wer haf­tet für die Schä­den, wenn sie abstürzt? Mit dem Ein­satz einer Droh­ne gehen vie­le Fra­gen ein­her, die beim Kauf nur sel­ten beant­wor­tet wer­den – obwohl es kla­re Bestim­mun­gen gibt: So ist die Nut­zung von Droh­nen „zu Zwe­cken des Sports oder der Frei­zeit­ge­stal­tung“ in Deutsch­land grund­sätz­lich jedem gestat­tet. Selbst Kin­der dür­fen die klei­nen Flug­ob­jek­te steu­ern. Ange­sichts der Risi­ken soll­ten sie Droh­nen aber nur unter Auf­sicht von Erwach­se­nen flie­gen. Eine expli­zi­te Erlaub­nis brau­chen Hob­by­pi­lo­ten nur, wenn das Flug­ob­jekt ein Gewicht von fünf Kilo­gramm über­steigt oder über einen Ver­bren­nungs­mo­tor ver­fügt. In die­sem Fall muss bei der zustän­di­gen Lan­des­be­hör­de eine Auf­stiegs­ge­neh­mi­gung bean­tragt wer­den. Anders ver­hält es sich bei der gewerb­li­chen Nut­zung einer Droh­ne: Sie erfor­dert zwin­gend eine Geneh­mi­gung – egal wie viel das Flug­ob­jekt wiegt. Die Gebüh­ren hier­für vari­ie­ren je nach Bun­des­land.

Vor Start Versicherungsschutz prüfen

Kommt es beim Flug mit einer Droh­ne zu einem Unfall, haf­tet der­je­ni­ge, der die Droh­ne fliegt. Daher sind grund­sätz­lich alle Flug­ob­jek­te ver­si­che­rungs­pflich­tig. Ob der Betrieb über die eige­ne Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung gedeckt ist, hängt vom Ver­trag ab. Vie­le Poli­cen bie­tet kei­nen Schutz für Droh­nen. Eine Aus­nah­me bil­det die Pri­vat­haft­pflicht BOX­flex von AXA.  Mit ihr sind pri­va­te Nut­zer von Flug­ge­rä­ten mit einem Gewicht von höchs­tens fünf Kilo­gramm bis zu einer Deckungs­sum­me von maxi­mal fünf­zig Mil­lio­nen Euro abge­si­chert. „Hob­by­pi­lo­ten soll­ten unbe­dingt die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ihrer Haft­pflicht­po­li­ce kon­trol­lie­ren und sich erkun­di­gen, ob Unfäl­le mit Droh­nen abge­deckt sind. Und auch die ent­spre­chen­de Deckungs­sum­me gilt es zu über­prü­fen, ansons­ten kann ein Flug den Besit­zer teu­er zu ste­hen kom­men“, mahnt Moritz Tit­ze, Lei­ter Geschäfts­feld Sach- und Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen bei AXA. Für die gewerb­li­che Nut­zung gilt eben­falls eine Ver­si­che­rungs­pflicht. Über den Pro­fi-Schutz von AXA etwa ist die gewerb­li­che Nut­zung von Droh­nen mit einem Gesamt­ge­wicht von bis zu fünf Kilo­gramm ver­si­chert. Für ande­re Gerä­te gibt es indi­vi­du­el­le Lösun­gen.

Wo Drohnenflüge verboten sind

Damit es erst gar nicht zu einem Scha­den kommt, gibt es beim Flug eben­falls eini­ges zu beach­ten: So dür­fen Droh­nen in Deutsch­land maxi­mal 100 Meter hoch und nur in Sicht­wei­te bewegt wer­den, was etwa einem Umkreis von 300 Metern ent­spricht. Das heißt auch, dass Flug­ob­jek­te, die sich bei­spiels­wei­se per GPS selbst steu­ern, hier­zu­lan­de ver­bo­ten sind. Ein Über­flie­gen von Men­schen­men­gen, Natur­schutz­ge­bie­ten, mili­tä­ri­schen Objek­ten, Kran­ken­häu­sern, Kraft­wer­ken und Gefäng­nis­sen ist eben­falls nicht erlaubt. Um gefähr­li­che Ein­grif­fe in den Luft­ver­kehr zu ver­mei­den, gilt bei Flug­hä­fen und Lan­de­plät­zen zudem ein Sicher­heits­ab­stand von 1,5 Kilo­me­tern. Son­der­re­ge­lun­gen schrän­ken in vie­len Städ­ten die Flug­ge­bie­te wei­ter ein. In Ber­lin etwa dür­fen Droh­nen ohne Son­der­er­laub­nis nicht inner­halb des S-Bahn­rings flie­gen.

Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt werden

Auch beim Flug in der Nach­bar­schaft lau­ern Fal­len: Wer sei­ne Droh­ne über das Grund­stück des Nach­barn len­ken möch­te, soll­te vor­her um Erlaub­nis fra­gen, ins­be­son­de­re wenn das Flug­ob­jekt mit einer Kame­ra aus­ge­stat­tet ist. Macht ein Hob­by­pi­lot aus der Luft ohne Erlaub­nis Bil­der oder Vide­os von Nach­barn und stellt die­se ins Inter­net, macht er sich straf­bar. Denn: Das Recht am eige­nen Bild gilt auch für Luft­auf­nah­men. Und selbst bei Bil­dern von Gebäu­den gibt es Ein­schrän­kun­gen: Das Gebäu­de darf nur so gefilmt wer­den, wie es von der Stra­ße aus zu sehen ist. Auf­nah­men, die etwa den Gar­ten oder Innen­hof zei­gen, dür­fen nicht wei­ter­ver­brei­tet wer­den. Ein­zig auf dem eige­nen Grund­stück dür­fen sich Droh­nen­be­sit­zer voll und ganz aus­to­ben – zumin­dest, wenn sie sich dort nicht in einer Flug­ver­bots­zo­ne befin­den.