Eine Klasse für sich war Werfer Simon Schneider. Fotos: pm

Bei den Deut­schen Senio­ren­meis­ter­schaf­ten im Rasen­kraft­sport hol­te der Wurf­spe­zia­list und Trai­ner der SG Schram­berg, Tors­ten Simon, gleich vier Deut­sche Meis­ter­ti­tel.

 

Die­se urdeut­sche Sport­art beinhal­tet drei Wurf­dis­zi­pli­nen, auf­ge­teilt in Gewichts­klas­sen, ähn­lich wie beim Gewicht­he­ben. Neben dem leicht­ath­le­ti­schen Ham­mer­wer­fen (7,26 kg) und dem Gewicht­wurf (12,5 kg), ist das Stein­sto­ßen (15 kg), wie es auch beim Deut­schen Sport­ab­zei­chen durch­ge­führt wer­den kann, Teil des Wurf­drei­kamp­fes.

Thors­ten Simon hat­te im Vor­feld die­ses Wett­kamp­fes eini­ge Hür­den zu meis­tern. Zum einen konn­te er nicht für die SG Schram­berg star­ten, da die­se kei­ne Abtei­lung für Rasen­kraft­sport besitzt wie St. Geor­gen oder Tri­berg. Daher star­te­te Simon in die­sem Wett­kampf, wie schon in den 90-er Jah­ren, für den VfL Waib­lin­gen. Zum ande­ren kämpf­te der Schram­ber­ger Wurf­trai­ner mal wie­der mit erheb­li­chen Rücken­pro­ble­men, die sein Ortho­pä­de und sein Phy­sio­the­ra­peut in letz­ter Minu­te noch in den Griff beka­men. „Mit die­sen hohen Wurf­ge­wich­ten sind die Belas­tun­gen ins­be­son­de­re auf den unte­ren Rücken enorm. Das wird mit zuneh­men­dem Alter nicht bes­ser”, sag­te der 40-Jäh­ri­ge.

Selbst ohne eine Unter­tei­lung in Gewichts­klas­sen wäre Simon, der mit 85 Kilo zu den leich­ten Wer­fern gehört, ganz oben auf dem Trepp­chen gelan­det. Inner­halb sei­ner Gewichts­klas­se war er jedoch eine Klas­se für sich. Beim Gewicht­wer­fen hol­te er sich mit 19,25 Metern und gewal­ti­gen fünf Metern Vor­sprung den ers­ten Deut­schen Meis­ter­ti­tel an die­sem Sams­tag. Nur eine hal­be Stun­de spä­ter folg­te der Titel im Stein­sto­ßen mit 8,63 Metern. Obwohl Simon die­se Dis­zi­plin im Vor­feld kaum trai­nie­ren konn­te, ver­half im sei­ne lang­jäh­ri­ge Rou­ti­ne aus frü­he­ren Jah­ren mit die­sem Wurf­ge­rät zum Sieg.

Beim abschlie­ßen­den Ham­mer­wer­fen wur­de zwar kein offi­zi­el­ler Deut­scher Meis­ter­ti­tel ver­ge­ben, jedoch hat­te sich Simon die­sen Titel bereits im Juni in Zit­tau geholt. Gute 47,27 Meter kom­plet­tier­te das her­vor­ra­gen­de Drei­kampf­ergeb­nis des Obern­dor­fer Stu­di­en­rats, das ihm den drit­ten Titel ein­brach­te. Die­ser Titel­flut folg­te noch ein vier­ter Deut­scher Meis­ter­ti­tel durch die Mann­schafts­wer­tung, zusam­men mit sei­nen Team­kol­le­gen des VfL Waib­lin­gen aus den bei­den ande­ren Gewichts­klas­sen.

Für Simon ist die­ser Wett­kampf ein ver­söhn­li­cher Sai­son­ab­schluss nach dem ent­täu­schen­den Abschnei­den bei den Senio­ren-Euro­pa­meis­ter­schaf­ten in Däne­mark. „Ob und was die nächs­te Sai­son mit sich bringt, hängt sehr stark von einer ver­let­zungs­frei­en Vor­be­rei­tungs­zeit im Win­ter ab. Ich kann mir 2018 aber auch ohne Wett­kämp­fe vor­stel­len”, spe­ku­liert Simon.