50. Klippeneck-Wettbewerb mit 115 Piloten

50. Klippeneck-Wettbewerb mit 115 Piloten

Am Wochenende beginnt der 50. Klippeneck Segelflugwettbewerb. 115 Piloten aus ganz Deutschland, der Schweiz und aus Belgien messen sich in der Woche vom 27. Juli bis 4. August in ihrem fliegerischen Können.

 

Traditionell zur ersten Sommerferienwoche in Baden-Württemberg treffen sich die Piloten mit ihren Flugzeugen auf dem Segelfluggelände Klippeneck bei Denkingen, um sich im fairen Wettkampf in langen Streckenflügen über der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald zu vergleichen.

 

Wie schon in den vergangenen Jahren waren die Teilnehmerplätze in kürzester Zeit schon völlig ausgebucht. Dieses Jahr haben sich 115 Piloten mit 88 Flugzeugen gemeldet. Darunter finden sich zehn Piloten aus Klippeneck-ansässigen Vereinen. Mit sieben Teilnehmern sind die Schweizer Piloten, wie üblich, als stärkste ausländische Gruppe beim Klippeneck-Wettbewerb vertreten. In Bert Schmelzer Senior und Tijl Schmelzer nehmen zwei Mitglieder der namhaften belgischen Flieger-Familie am Wettbewerb teil.

 

Gestartet wird in fünf Wertungsklassen: 15 Meter-, 18 Meter-, Club-, Doppelsitzer- und offene Klasse. Dabei werden die Flugzeuge nach ihrer Spannweite und ihren Flugleistungen den einzelnen Klassen zugeordnet.

 

Die Wettbewerbsleitung übernimmt im dritten Jahr in Folge Martin Trittler. Ihn unterstützt dabei ein eingespieltes Team. Die Flugleitung hat Frank Möbbeck. Gerhard Renner ist für die Streckenplanung zuständig, und Henry Blum kümmert sich als Meteorologe um das passende Wetter. Die Streckenführung wird für jeden Tag, je nach Wetterlage, neu festgelegt und den Piloten und dem Wettbewerbsteam bei einem Briefing mitgeteilt. Bei passendem Wetter werden die Segelflugzeuge dann ab etwa elf Uhr von den bereitstehenden Schleppflugzeugen in die Luft gebracht. Danach sind die Piloten ganz auf ihre Fähigkeiten angewiesen, thermische Aufwinde zu finden und zu nutzen und die richtige Taktik zu wählen, um die vorgegebene Strecke in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen.

 

Diese Startphase und die nachmittäglichen Zielüberflüge ab circa 16 Uhr dürften für die Zuschauer besonders interessant sein.

 

Abgesehen vom sportlichen Teil stellt der Klippeneck-Wettbewerb mit seinem bunten Rahmenprogramm einen Anziehungspunkt für Besucher dar und ist somit schon lange ein fester Bestandteil der Ferienplanung vieler Familien aus dem Umkreis. Mit Kunstflugvorführungen von Thomas Bader in seiner Extra 330, Fallschirmspringer von Skydive Bad Saulgau und dem Fürstenberg-Team, ein Kindernachmittag mit Schminken und Basteln von Flugezug-Modellen, mit Musik und dem traditionellen Feuerwerk zum Schweizer Nationalfeiertag und vielem mehr wird den Gästen einiges geboten. In herzlicher familiärer Atmosphäre empfängt das Bewirtungsteam der SFG Spaichingen-Aldingen um Festwirt Hans-Peter Grimm die Besucher. Mit Frühstück, Tagesessen, Bratwürsten, Steak und Pommes ist bestens für das leibliche Wohl der Teilnehmer und der Gäste gesorgt.

 

Ein besonderer Höhepunkt wird in diesem Jahr der Festakt zum 50-jährigen Jubiläum am 28. Juli um 18.30 Uhr in der Halle 4 auf dem Segelfluggelände. Nach den Grußworten von Denkingens Bürgermeister Rudolf Wuhrer führt ein Vortrag von Walter Streicher die Besucher auf einen Streifzug durch 50 Jahre Klippeneck-Wettbewerb.

 

Angefangen hat der Klippeneck-Wettbewerb als Vergleichswettbewerb unter den am Klippeneck ansässigen Piloten. In den ersten sieben Jahren waren auswärtige Piloten noch in einer außer Konkurrenz startenden Gäste-Klasse aufgeführt. Aber bald wurde das Starterfeld von anfangs 26 Piloten immer größer, und nach Piloten aus benachbarten Vereinen und Flugplätzen kamen die Teilnehmer bald auch aus dem Ausland auf das Klippeneck. Bis heute starteten Piloten aus der Schweiz, Holland, Kanada, Australien, Belgien, Italien, Venezuela und England beim Klippeneck-Wettbewerb. Auch die Flugzeuge und die Technik haben in diesen 50 Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Wurden anfänglich Schnitte von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde geflogen, so sind heutzutage durchschnittliche Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern keine große Ausnahme mehr. Auch die Flugaufzeichnung hat sich erheblich weiter entwickelt. Anfänglich wurden die Flüge noch mit Fotografien der Wendepunkte und Barographenaufzeichnungen, die das Höhenprofil eines Fluges wiedergaben, dokumentiert. Erst Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre ermöglichten fortschreitende Computerentwicklung und GPS die elektronische Aufzeichnung und Auswertung der Flüge. Die Wettbewerbsleitung auf dem Klippeneck nahm dabei des Öfteren eine Vorreiterrolle ein, weil sie innovativen Methoden zum Durchbruch verhalf. Heutzutage werden die Flüge wie selbstverständlich von GPS-Geräten in den Flugzeugen aufgezeichnet, die den Flug sekundengenau dokumentieren und von den Piloten selbst auf die Wettbewerbs-Homepage hochgeladen, wo sie von einer speziellen Software direkt ausgewertet werden. Diese Entwicklungen führten bis hin zum Life-Tracking, bei dem die Wettbewerbsbesucher in diesem Jahr zum ersten Mal auf einem Monitor in der Halle 4 das Fluggeschehen mitverfolgen können.

 

Aber eines hat sich nie geändert, und das ist die familiäre, freundschaftliche Atmosphäre bei diesem Wettbewerb. Viele der Piloten, die heute auf dem Klippeneck-Wettbewerb mitfliegen, waren schon als Kinder mit ihren Eltern auf dem Klippeneck. Oftmals sind die Doppelsitzer auch von zwei Generationen derselben Familie besetzt und die Enkel stehen am Boden und warten sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie groß genug sind, selbst mitzufliegen.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 23. Juli 2018 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/sport/50-klippeneck-wettbewerb-mit-115-piloten/208588