Echte Fundgrube oder Quelle von Problemen?

Biotopvernetzungskonzept für Rottweil

Ein Konzept für die Biotopvernetzung wird derzeit für die Gemarkung Rottweil erstellt. Den entsprechenden Bericht stellte Geograf Michael Glaser vom Büro Faktorgrün dem Gemeinderats-Ausschuss vor.

Glaser hatte dabei auf bereits erhobene Daten zu Biotopen im „Offenland“, also nicht im Wald, zurückgegriffen. Bei einem „Runden Tisch“ mit Vereinen und Organisationen, aber auch Kennern des Gebiets wurden weitere Erkenntnisse gewonnen. Dort können und sollen Maßnahmen zum Schutz ergriffen werden. So gibt es entlang der Flussläufe von Neckar und Eschach Trockengebiete. Mittlere Gebiete sind beispielsweise nördlich von Hausen und nördlich von Göllsdorf zu finden. Feuchte Standorte sind bei fließenden Gewässern und bei Nasswiesen.

Die Reaktionen aus dem Rat waren unterschiedlich. So sprach Frank Sucker (Grüne) von einem „vorweihnachtlichen Geschenk“, eine „echte Fundgrube für künftiges Handeln“. Reiner Hils (SPD+FfR) sah es als „notwendige Grundlage“ künftigen Handelns an, auch im Sinne des Artenschutzes. Er betonte aber auch: „Es ist noch ein langer Weg bis dahin“, alle Beteiligten müssten jetzt an einen Tisch – Fachbehörden, Natutschützer, Landwirte und Bürger.

Bedenken hingegen kamen von der CDU-Fraktion: Deren Vorsitzender Günther Posselt sah einen Interessenskonflikt, wenn es um die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete gehe. Beispielsweise würde die Erschließungsstraße fürs neue Baugebiet in Hausen direkt durch den vorgeschlagenen Korridor führen. Und Hans-Peter Alf erinnerte daran, dass ein großer Teil der Fläche im Privatbesitz sei – vor allem von Landwirten, bei denen es um die Existenz gehe. Hubert Nowack (Grüne) wollte dann auch zuerst auf die stadteigenen, verpachteten Flächen abstellen.

„Das Gespräch mit den Eigentümern ist selbstverständlich“, merkte Bürgermeister Christian Ruf an.

Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen, „dankend“.

 

-->

Mehr auf NRWZ.de