Ein klasse Rugbyspiel mit Spannung vom Anfang bis zum Ende“

Zweite Rugby-Bundesliga Süd

Die Rottweiler (gelbe Trikots) erkämpften sich den Sieg. Fotos: Fritz Rudolf

Recht­zei­tig zur Auf­wär­mung zu die­sem wich­ti­gen Spiel kam die kal­te Dusche von oben. Bei reg­ne­ri­schem, küh­lem Wet­ter gewann der RC Rott­weil vor knapp 100 Zuschau­ern gegen den Tabel­len­zwei­ten StuS­ta Mün­chen mit 19:15 (Halb­zeit 5:12). Der RCR bleibt somit wei­ter auf dem sechs­ten Platz in der star­ken Grup­pe Süd.

 

Bei­de Mann­schaf­ten muss­ten sich den Platz­ver­hält­nis­sen erst ein­mal anpas­sen und begin­gen eine Rei­he indi­vi­du­el­ler Hand­ling­feh­ler, da das Ei bei den Zuspie­len schwer zu kon­trol­lie­ren war. Bereits nach weni­gen Minu­ten konn­te sich der RCR unter der Beob­ach­tung des eng­li­schen Trai­ners Ste­ve Ball und des Spie­lers Adam Almond vom eng­li­schen Erst­li­gis­ten Bath vor der Mal­li­nie der Bay­ern fest­setz­ten – ein erfolg­rei­cher Abschluss blieb aber aus.

Bei den Stu­den­ten­städ­tern war die Bewäl­ti­gung die­ser Anfangs­pha­se wie eine Befrei­ung und sie konn­ten das Spiel mit wei­ten Kicks in die Hälf­te der RCRler ver­la­gern. Ihr Ver­such zum 0:5 war der Abschluss die­ser Drang­pha­se. Bei­de Mann­schaf­ten lie­fer­ten sich in der Fol­ge einen tol­len, aber auch har­ten Schlag­ab­tausch. Es gelang den Schwarz-Gel­ben nur spo­ra­disch, in die Hälf­te des Geg­ners vor­zu­drin­gen. Mit einer Rei­he mann­schaft­lich geschlos­se­ner Angrif­fe sowohl mit dem Sturm als auch mit der schnel­len Drei-Vier­tel-Rei­he kamen die Gäs­te immer wie­der ins Vier­tel­feld der „Schwarz-Gel­ben“. Nach einem RCR-Foul am offe­nen Gedrän­ge und dem fol­gen­den Straf­tritt fiel auch der zwei­te Ver­such für das StuS­ta-Team zum 0:10. Nach der erfolg­rei­chen Erhö­hung lagen die Gast­ge­ber mit 0:12 zurück.

In der Fol­ge des Spie­les besan­nen sich die Reichs­städ­ter mehr auf ihre Stär­ken und kon­trol­lier­ten in den letz­ten Minu­ten der ers­ten Halb­zeit die Stan­dard­si­tua­tio­nen an Gedrän­gen und Gas­sen. Der RCR hat­te viel Ball­be­sitz und konn­te ihn auch in Raum­ge­winn umset­zen. In Gedrän­ge­halb Mari­an Toa­der und Ver­bin­der Cos­ti­nel Cro­ituru hat­ten sie zwei umsich­ti­ge Spiel­ma­cher, die das Spiel geschickt lenk­ten und mit dem Sturm in des Geg­ners Hälf­te ver­la­ger­ten. Fol­ge­rich­tig kam es in der 32. Minu­te zu einem Ver­such durch Ers­te-Rei­he-Stür­mer Swen Engel­hardt, der nach meh­re­ren offe­nen Gedrän­gen frei­ge­spielt wur­de und an der Außen­li­nie zum 5:12 ein­lief.

Schon kurz nach Sei­ten­wech­sel bau­ten die Bay­ern in der 43. Minu­te nach einem RCR-Foul (Hoch­hal­ten) und einem Straf­tritt ihren Vor­sprung zum 15:5 aus. Das Spiel in der zwei­ten Hälf­te ver­lief genau­so inten­siv wie im ers­ten Durch­gang. Bei­de Mann­schaf­ten streb­ten danach, ihr Punk­te­kon­to zu erhö­hen, und beschäf­tig­ten den auf bei­den Sei­ten star­ken Sturm, um mit schnel­len wei­ten Bäl­len das Spiel auf die Drei-Vier­tel zu ver­la­gern. Auf bei­den Sei­ten konn­te man sich aber häu­fig mit gro­ßen kämp­fe­ri­schen Anstren­gun­gen aus den Gefah­ren­si­tua­tio­nen befrei­en.

Nach einem wei­ten Straf­tritt ins Sei­ten­aus ent­wi­ckel­te sich Mit­te der Spiel­hälf­te für den RCR der zwei­te Ver­such: Die Stür­mer sicher­ten sich bei der fol­gen­den Gas­se den Ball, scho­ben das offe­nen Gedrän­ge Rich­tung Münch­ner Mal­feld. Nach einer wei­te­ren Pha­se leg­te Ladis­lau Sza­ni das Ei zum 10:15 ab. Nach der Erhö­hung von Ver­bin­der Cos­ti­nel Cro­ituru stand es 12:15.

Das Kampf­spiel zwi­schen den Rott­wei­lern und den Münch­nern setz­te sich auch im Spiel­ab­schnitt nach dem Anschluss­ver­such fort, und jedem Spie­ler war klar, dass der nächs­te Ver­such spiel­ent­schei­dend sein kön­ne. Dies gelang den Platz­her­ren weni­ge Minu­ten spä­ter: Nach einem wei­ten Kick in die Münch­ner Hälf­te setz­ten die Schwarz-Gel­ben nach und konn­ten den Ball im offe­nen Gedrän­ge behaup­ten und sichern. Cos­ti­nel Cro­ituru setz­te nach gutem Anspiel zu einem kur­zen Sprint an und leg­te das Ei zum 17:15 ab. Nach sei­ner Erhö­hung stand es 19:15.

Die Schluss­mi­nu­ten waren span­nungs­ge­la­den und gehör­ten den Bay­ern, die mit allen noch ver­füg­ba­ren Kräf­ten sich mit mas­siv vor­ge­tra­ge­nen offe­nen Gedrän­gen gegen die dro­hen­de Nie­der­la­ge stemm­ten. Von den RCR‘lern konn­ten sie nur unter größ­ter Mühe und letz­tem kör­per­li­chen Ein­satz vom Mal­feld abge­hal­ten wer­den.

Unser Ziel war es zunächst, die Stan­dard­si­tua­tio­nen wie Gedrän­ge und Gas­sen auf dem schwe­ren Boden zu gewin­nen. Das haben wir nicht immer geschafft. Im Spiel haben wir aber das umge­setzt, was bei die­sen schwie­ri­gen Wit­te­rungs­be­din­gun­gen heu­te mög­lich war“, erklär­te Spie­ler­trai­ner Micha­el Oswald, „wir haben toll gekämpft und ver­dient gewon­nen, aber das Spiel hat viel Kraft gekos­tet. Sehr posi­tiv war für uns alle das Coa­ching von Ste­ve Ball und Adam Almond wäh­rend des Spiels. Das hat unse­ren Sie­ges­wil­len hoch­ge­hal­ten, immer wie­der neu moti­viert und Kräf­te bei allen frei­ge­setzt.“

Vom ver­letz­ten Oldie Vol­ker „Pau­le“ Frick gab es nach Spie­len­de nur Lob für sei­ne jun­gen Mit­spie­ler: „Das war ein klas­se Rug­by­spiel mit Span­nung vom Anfang bis zum Ende. Die Jungs haben sich nach dem Rück­stand nicht auf­ge­ge­ben, jeder Spie­ler hat toll gekämpft, viel Ein­satz und sehr viel Moral gezeigt. Die­ser Sieg war wich­tig für uns. Die letz­ten Minu­ten mit der Drang­pha­se der star­ken Münch­ner waren für mich ner­ven­auf­rei­bend – von außen viel­leicht mehr wie als Spie­ler.“

Für den Rug­by-Club Rott­weil spiel­ten:

Luci­an David, Swen Engel­hardt, Sza­ni Ladis­lau, Micha­el Oswald, Mar­kus Wie­ner, Nick Long, Robert Leh­mann, Gabri­el Jäger, Mau­rice Ter­nig, Leo­nard Holpp, Mar­tin Storck, Yan­nick Schmidt (alle Sturm); sowie Mari­an Toa­der, Cos­ti­nel Cro­ituru, Tobi­as Oswald, Fabi­an Schü­ler, Simon Wil­de, Juan Sama­nie­go, Cal­vin Bahr, Domi­nic Mühl und Jörg Hügel (alle Ver­bin­dung und Drei-Vier­tel).