Das Ziel der Veranstaltung: Sportler mit Handicap und ohne Behinderung (hier beim Weitsprung) versuchen gemeinsam, die Vorgaben für das Deutsche Sportabzeichen zu erfüllen. Alle Fotos: kw

Ein Leucht­turm­pro­jekt soll neben dem eigent­li­chen Zweck eine ganz beson­de­re Signal­wir­kung für mög­lichst zahl­rei­che Fol­ge­pro­jek­te haben und auch ent­spre­chend in der  Öffent­lich­keit wahr­ge­nom­men wer­den. Die von der Akti­ons­ge­mein­schaft GIEB und dem Sport­kreis Rott­weil am Sonn­tag gemein­sam durch­ge­führ­te Sport­ver­an­stal­tung unter dem Mot­to „Mit dem deut­schen Sport­ab­zei­chen auf dem Weg zur Inklu­si­on” in Sul­gen war ein sol­ches Vor­ha­ben. Dar­über waren sich alle Ver­ant­wort­li­chen einig.

Sport­ler mit und ohne Behin­de­rung ver­such­ten auf dem Sul­ge­ner Sport­ge­län­de und im nahe gele­ge­nen Hal­len­bad „bad­sch­nass“, die Vor­ga­ben für das Deut­sche Sport­ab­zei­chen in den Kate­go­ri­en Aus­dau­er, Koor­di­na­ti­on, Kraft und Schnel­lig­keit zu erfül­len. Natür­lich schaff­ten nicht alle Sport­ler mit Han­di­cap die Vor­ga­ben. Doch das war letzt­lich auch sekun­där. Sie erhiel­ten den­noch eine Teil­nah­meur­kun­de. Alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, mit und ohne Beein­träch­ti­gung, sol­len die Mög­lich­keit haben, an allen Ver­an­stal­tun­gen, Ange­bo­ten und Pro­zes­sen im jewei­li­gen Lebens­um­feld und im gan­zen Land­kreis teil­zu­neh­men. Die­ses Ziel hat sich die Initia­ti­ve im Land­kreis –zur GIEB zäh­len meh­re­re Trä­ger der Behin­der­ten­hil­fe – auf ihre Fah­nen geschrie­ben.

Und die­se Akti­on war auf sport­li­chem Gebiet ein ers­ter gro­ßer Schritt in die­se Rich­tung, ja gera­de­zu ein Para­de­bei­spiel für die­ses Ansin­nen. Trotz hei­ßer Tem­pe­ra­tu­ren gin­gen 35 Teil­neh­mer mit Han­di­cap, beglei­tet von ihren Betreu­ern, und 15 Sport­ler ohne Behin­de­rung an den Start. Da man kei­nen Aus­weich­ter­min hat­te fin­den kön­nen und für die­se Ver­an­stal­tung im Vor­feld schon sehr vie­le Stun­den Arbeit auf­ge­wandt wur­den, kam eine Absa­ge wegen der Glut­hit­ze nicht in Betracht. Es wur­de dafür gesorgt, dass sich alle Sport­ler nach den Dis­zi­pli­nen im Schat­ten auf­hiel­ten und genü­gend Flüs­sig­keit zu sich nah­men. Geträn­ke stan­den bereit, eben­so Was­ser­ei­mer sowie aus­rei­chend schat­ten­spen­den­de Son­nen­schir­me. Zudem war ein DRK- Team anwe­send, das zum Glück nicht ein­grei­fen muss­te. Der Lang­stre­cken­lauf wur­de auf spä­ter ver­scho­ben.

Sport­kreis­prä­si­dent Karl-Heinz Wach­ter ging kurz dar­auf ein, wie es zu die­ser Gemein­schafts­ak­ti­on kam. Er erin­ner­te dar­an, dass der Sport­kreis vor zwei Jah­ren eine Ver­an­stal­tung mit Geflüch­te­ten durch­ge­führt habe. Wach­ter bedank­te sich bei den betei­lig­ten Per­so­nen aus dem Umfeld der Akti­ons­ge­mein­schaft GIEB unter Feder­füh­rung von Pro­jekt­lei­te­rin Sil­via Gme­lin und den Hel­fern an den ein­zel­nen Sta­tio­nen. Sein Dank galt ins­be­son­de­re den bei­den Sport­kreis­re­fe­ren­ten Dirk Theis und Klaus Wal­ter. Sie hat­ten zusam­men mit dem GIEB- Mit­ar­bei­ter­stab in zahl­rei­chen Bespre­chun­gen die­se Inklu­si­ons­ver­an­stal­tung orga­ni­siert.

Die Vize­prä­si­den­tin des Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­sport­bun­des (WLSB), Chris­ti­ne Voll­mer, brach­te mit ihrem Besuch zum Aus­druck, welch gro­ßen Stel­len­wert der WLSB die­ser vom Sport­kreis Rott­weil mit­ge­tra­ge­nen Ver­an­stal­tung bei­maß. Die Leicht­ath­le­tik­an­la­ge in Sul­gen bie­te bes­te Bedin­gun­gen, beton­te der Schram­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter und Schirm­herr Tho­mas Her­zog bei der Begrü­ßung der Sport­teil­neh­mer und der Betreu­er. Für den ver­hin­der­ten Land­rat sprach Sozi­al­de­zer­nent Bernd Hamann ein Gruß­wort. „Jeder hat durch sei­ne Teil­nah­me jetzt schon eine Medail­le ver­dient, pas­sen Sie auf sich auf und den­ken Sie an ihre Gesund­heit “, rief Hamann den Sport­lern zu. GIEB- Pro­jekt­lei­te­rin Sil­via Gme­lin ent­schul­dig­te den frü­he­ren Behin­der­ten­sport­ler Frank Höf­le, der die Schirm­herr­schaft über­neh­men woll­te. Unter den Gäs­ten befan­den sich auch der Behin­der­ten­be­auf­trag­te des Land­krei­ses Rott­weil, der frü­he­re Dun­nin­ger Schul­tes Ger­hard Wink­ler, sowie der Funk­tio­när des Würt­tem­ber­gi­sche Fuß­ball­ver­ban­des, Wil­li Her­zog wie auch Doro­thee Eisenlohr, die Kan­di­da­tin für den Schram­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter­pos­ten. (kw)