Keine Doppel – Viele Einzelerfolge

Keine Doppel – Viele Einzelerfolge

Tischtennis-Landesklasse Herren: TTC Rottweil – TTC Sulgen 10:2. Der TTC Rottweil trat am Sonntagnachmittag in der heimischen Doppelsporthalle gegen den TTC Sulgen zu unüblicher Zeit zum Lokalderby an. Aufgrund einer Krankheitswelle auf Seiten der Hausherren wurde die Partie um eine Woche verlegt, wobei sich einzig jener Sonntagmittag als geeigneter Termin im Sinne beider Teams herauskristallisierte.

Der Tabellenführer aus Rottweil musste jedoch auch dieses Wochenende auf Jenny Käshammer und Markus Wöhrstein verzichten, fand gleichwohl in Denise Döttling und Ersatzmann Philipp Schumpp hervorragend Vertretung.

Doch nicht nur zeitlich war es ein ungewohntes Terrain. Der Landesverband gab einige Tage vorab den offiziellen Verzicht auf Doppelbegegnungen bekannt. Hintergrund dieser Entscheidungen ist die aktuelle Lage des Corona-Infektionsgeschehens. Die aktuell gültige Landesverordnung erlaubt im Trainingsbetrieb von Kontakt-Sportarten nur noch zehn Teilnehmer – ohne Doppel entfällt im Tischtennis jedoch die definitorische Perspektive einer Kontakt-Sportart.

Während Mannschaftsführer Sebastian Hirschberg einen aggressiv mutigen Anselm Pfaff gerade noch in Schach halten konnte, haderte Gerd Müller gegen Waldemar Reswich zunächst mit altbekannten Anlaufschwierigkeiten. Obwohl sich die heimischen Spieltische anscheinend erneut gegen ihn verschworen zu haben schienen, kämpfte sich der lamentierende Routinier nach reiflicher Analyse der Platten-Verhältnisse zurück in die Partie und drehte dabei sogar einen 0:2-Satzrückstand. Obwohl Philipp Rieger und Denise Döttling jeweils einen Satz gegen Heiko Bihl und Daniel Kopp abgeben mussten, bestimmten beide ihre Partie und obsiegten verdient.

Bei Stefan Reichelt gestaltete sich wiederum ein ausgeglichen spannender Fünfsatz-Krimi, wobei der Noppenspezialist immer wieder mit seinem ansonst so sicheren Vorhandblock haderte. Doch mit taktischer Raffinesse behielt auch er gegen Daniel Reswich die Oberhand.

Ersatzmann Philipp Schumpp schien gegen Azeez Rasheed auf verlorenem Posten – zumindest von der Papierform her. Doch bereits im Zuge der ersten Ballwechsel überraschte der unbeschwert mutig agierende Rottweiler den zunächst eher fahrig reagierenden ehemaligen nigerianischen Jugendnationalspieler. Selbst eine Leistungssteigerung seines Kontrahenten ließ Schumpp an seine Chancen glauben, sodass sich der Sulgener von dessen Gegenwehr insbesondere in den letzten beiden Sätzen deutlich beeindruckt zeigte und eben nicht in sein gewohnt flüssiges Offensivspiel fand. Am Ende setzte sich dennoch hauchdünn der Favorit – wenn auch mit etwas Spielglück – durch, sodass Schumpp trotz eines wackeren Kampfes sowie einer formidablen Leistung unterlag.

Sein zweites Einzel gegen den an diesem Tage zu nervös agierenden Youngster Daniel Kopp gewann er allerdings genauso wie vorab bereits Denise Döttling. Die angeschlagene Döttling musste dann jedoch ihrem Körper Tribut zollen und hatte dem nun plötzlich entfesselt aufspielenden Rasheed nichts mehr entgegenzusetzen.

Ein entnervter Heiko Bihl fand im Einzel gegen Angstgegner Reichelt nicht zu seiner bis dato starken Saisonform und unterlag mit 0:3. Müller verspielte im dritten Satz gegen Pfaff zwar zwei Matchbälle, behielt jedoch die Ruhe sowie das Heft des Handelns und gewann im vierten Satz verdient. Waldemar Reswich spielte im Spitzeneinzel gegen Abwehr-Ass Hirschberg eine taktisch großenteils brillante Partie, musste allerdings trotz hoher Führung im Entscheidungssatz dem fortan offensiv die Initiative ergreifenden Rottweiler noch zum Sieg gratulieren. Analog dazu wendete auch Rieger mit brachialen Rückhandtopspins sein Schicksal gegen den jüngeren der beiden Reswich-Brüder auf den letzten Metern noch ab.

Summa summarum ein in der Höhe etwas zu hoch ausfallender, dennoch verdienter, wenn auch ungewohnter 10:2-Heimsieg der Rottweiler, die damit ihre Tabellenführung konsolidieren.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 26. Oktober 2020 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/sport/keine-doppel-viele-einzelerfolge/287860