Lothar Neudeck mit Ehefrau Marianne und Tochter und Nachfolgerin Sumi Storz. Foto: him

SCHRAMBERG  –  Da hat­te Lothar Neu­deck doch zu schlu­cken: Die Urkun­de des Ehren­vor­sit­zen­den hat­te er ent­ge­gen­ge­nom­men, vie­le Dan­kes­wor­te gehört. Als aber sei­ne Nach­fol­ge­rin im Amt der Vor­sit­zen­den der Sport­ge­mein­schaft Schram­berg, Sumi Storz, bekannt gab, der Vor­stand habe beschlos­sen, die Gym­nas­tik­hal­le im „Lothar-Neu­deck-Hal­le” umzu­be­nen­nen, da rang er sehr um sei­ne Fas­sung.

42 Jah­re war Neu­deck zunächst Vor­sit­zen­der des Turn­ver­eins Sul­gen und nach der Fusi­on mit der Tur­ner­schaft Schram­berg Chef der neu­en Sport­ge­mein­schaft Schram­berg 1858. Nach die­ser unge­wöhn­lich lan­gen Zeit berei­te­ten die Mit­glie­der ihrem lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den einen über­aus herz­li­chen Abschied. 

Ein Geschenk war sicher auch, dass Neu­deck sei­ne 42. Mit­glie­der­ver­samm­lung und sei­ne Nach­fol­ge­re­ge­lung völ­lig pro­blem­los über die Büh­ne brin­gen konn­te. Nach nicht ein­mal einer Stun­de waren die Regu­la­ri­en abge­wi­ckelt, der Vor­stand ent­las­tet und sei­ne Toch­ter Sumi  ein­stim­mig zu sei­ner Nach­fol­ge­rin gewählt.

Mit einem sat­ten Plus von 47.000 Euro in der Kas­se, noch immer gut 2200 Mit­glie­dern und einem enga­gier­ten Vor­stands­team hin­ter­lässt Neu­deck den größ­ten Sport­ver­ein im wei­ten Umkreis in bes­ter Ver­fas­sung.

Der neue SG-Vor­stand (von links): Geschäfts­füh­re­rin Sabi­ne Har­ter, Anne­ma­rie Neu­mann, Jens Schroth, Clau­dia Mül­ler, Stef­fen Schroth, Ger­trud Nöh­re, Sumi Storz und Maxi­mi­li­an Neu­deck.

In sei­ner Abschieds­re­de hat­te Neu­deck ver­si­chert, der Ver­ein kön­ne den Leit­spruch „Wir bewe­gen Schram­berg“ guten Gewis­sens so belas­sen. Er berich­tet, dass  die Ath­le­ten­ab­tei­lung lei­der geschlos­sen wer­den muss­te, weil nach eini­gen Abgän­gen von Leis­tungs­trä­gern kei­ne Sub­stanz mehr vor­han­den gewe­sen sei. Der ehe­ma­li­ge Ath­le­ten­bund lebe aber im Namen der Ath­le­ten­hal­le wei­ter – und durch die  sehr erfolg­rei­che Taek-Won Do-Abtei­lung, die ja aus dem Ath­le­ten­bund her­vor­ge­gan­gen sei.

Bei etli­chen der 31 Abtei­lun­gen berich­te­te Neu­deck von sport­li­chen Erfol­gen. Die Hand­bal­ler wür­den sich künf­tig im Jugend­be­reich mit den Dun­nin­gern zusam­men tun. Zu Zukunft wol­le er sich nicht mehr äußern, das über­las­se er sei­ner Nach­fol­ge­rin.

Er erin­ner­te an die vie­len Weg­be­glei­ter aus den ver­gan­ge­nen vier Jahr­zehn­ten im Vor­stand und mein­te: „Es war manch­mal anstren­gend, aber nie läs­tig oder demo­ti­vie­rend.“

Lothar und Mari­an­ne Neu­deck lau­schen den Wor­ten ihrer Toch­ter.

Sei­ne ein­stim­mig gewähl­te Nach­fol­ge­rin Sumi Storz berich­te­te, ihr Vater habe den Vor­stand bekniet, kein gro­ßes Ding um sei­nen Abschied zu ver­an­stal­ten. Inso­fern als kei­ne  aus­wär­ti­gen Fest­red­ner ein­ge­la­den waren und alles im Kreis der Ver­eins­fa­mi­lie abging, hielt sich der Vor­stand auch dran.

Aber mit einem Video, in dem sehr vie­le Abtei­lun­gen, Weg­be­glei­ter, Sports­ka­me­ra­den, aber auch Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog und sein Vor­gän­ger Her­bert O. Zinell sich von Lothar Neu­deck ver­ab­schie­de­ten und ihm für sei­ne Arbeit dank­ten, gab es doch ein beson­de­res Geschenk. Die „First Lady“, sei­ne Ehe­frau Mari­an­ne hat­te als Letz­te im Film einen Wunsch an ihren Lothar: „Viel­leicht kön­nen wir jetzt ja den Tan­go-Kurs besu­chen. Die Tanz­schu­he haben wir ja schon seit 20 Jah­ren!“

Storz erin­ner­te an die unzäh­li­gen Ver­an­stal­tun­gen, Aktio­nen, Fes­te, Hal­len­sa­nie­run­gen Kri­sen­ge­sprä­che und Sit­zun­gen, die ihr Vater in den ver­gan­ge­nen 42 Jah­ren orga­ni­siert hat­te. Wie viel Zeit er dafür auf­ge­wandt habe, las­se sich  nur erah­nen: „Für mich als Dei­ne Nach­fol­ge­rin ist das wohl auch bes­ser so“, scherz­te sie. 

Lothar Neu­deck beim Aus­pa­cken des neu­en Hal­len­schilds. Fotos: him

Die SG schenk­te den bei­den ein Wochen­en­de mit einem Schnaps­brenn­se­mi­nar, er erhielt die Ernen­nungs­ur­kun­de zum Ehren­vor­sit­zen­den – tja und dann das wohl­ver­pack­te Schild „Lothar-Neu­deck-Hal­le“. Das hat ihm dann doch die Fas­sung geraubt, so sehr, dass er nur müh­sam lächeln konn­te.

Die knapp 100 SG Mit­glie­der erho­ben sich von ihren Plät­zen und dank­ten ihrem Ex-Vor­sit­zen­den mit Minu­ten lan­gem Bei­fall.