Die erste Herrenmannschaft des TTC nach ihrem vorerst letzten Landesklasse-Spiel gegen Ergenzingen II, von links: Stefan Reichelt, Philipp Rieger, Timo Lehmann, Herwig Lehnert (knieend), Gerd Müller (knieend), Julius Schwicker und Markus Wöhrstein. Foto: ttcrw

Als am Don­ners­tag die Klas­sen­ein­tei­lun­gen für die Sai­son 19/20 ver­öf­fent­licht wur­den, fehl­te ein bekann­tes Gesicht in der Lis­te der Lan­des­klas­se: Der TTC Rott­weil. Um den Vize­meis­ter der Lan­des­klas­se 5 zu fin­den, muss­te man in die Lan­des­li­ga schau­en.

Nach der Ent­täu­schung, als in der Rele­ga­ti­on Mit­te Mai gegen die TTG Unter­rei­chen­bach-Denn­jächt der sport­li­che Auf­stieg knapp mit 7:9 und eige­nen Match­bäl­len ver­spielt wur­de, erfolg­te die­ser nun am grü­nen Tisch. Mög­lich mach­te es ein Rück­zug eines Ver­bands­klas­se-Teams, das einen Ket­ten­ef­fekt erzeug­te, wodurch auch der TTC Rott­weil pro­fi­tier­te. Was bis zum ver­söhn­li­chen Ende der Geschich­te gesche­hen war, erklärt die Rück­schau auf die ver­gan­ge­ne Sai­son.

Nach der Rück­run­den­meis­ter­schaft in der Sai­son 17/18 und damit dem Klas­sen­er­halt nach punkt­lo­ser Vor­run­de gal­ten die Rott­wei­ler man­chen als Geheim­fa­vo­rit auf den Titel 18/19. Die TTCler selbst spe­ku­lier­ten auf das vor­de­re Drit­tel, doch schien klar, dass bei Nor­mal­ver­lauf der TTC Reut­lin­gen das Meis­ter­schafts­ren­nen für sich ent­schei­den wür­de.

Der Start des Leh­mann-Sex­tetts ver­lief mit vier Sie­gen viel­ver­spre­chend, doch Ende Okto­ber war erst­mals ersicht­lich, dass die Sai­son kein Selbst­läu­fer wür­de. Beim 8:8 gegen nomi­nell stark ersatz­ge­schwäch­te Goma­rin­ger bekle­cker­ten sich die Rott­wei­ler nicht mit Ruhm. Bis zum Ende der Vor­run­de hielt die Form­kri­se an. Nach einem Arbeits­sieg gegen Kel­ler­kind Rot­ten­burg folg­ten ent­täu­schen­de Auf­trit­te gegen Deren­din­gen, den TTC Reut­lin­gen und schließ­lich Ergen­zin­gen II. Nach die­sen drei so unnö­ti­gen wie unglück­li­chen Nie­der­la­gen lagen die TTCler zum Vor­run­den­en­de nur dank des bes­se­ren Spiel­ver­hält­nis­ses auf Rang drei. Zum Rück­run­den­auf­takt, bei dem erst­mals Win­ter­neu­zu­gang Sebas­ti­an Hirsch­berg zum Ein­satz kam, erreich­te man in Met­zin­gen zunächst einen knap­pen Arbeits­sieg. In der fol­gen­den Par­tie wur­de Det­tin­gen mit pas­sa­bler Leis­tung bezwun­gen, bevor die Rott­wei­ler zwei hohe Sie­ge gegen Abstiegs­kan­di­da­ten ein­fuh­ren. Ende Febru­ar gab es in hei­mi­scher Hal­le beim 9:7-Krimi gegen Deren­din­gen den ers­ten Form­check, den der TTC ohne Hirsch­berg bestand.

Vor einem schwe­ren Sai­son­fi­na­le, den Par­ti­en gegen TTC Reut­lin­gen und TTC Ergen­zin­gen II, stol­per­ten die Leh­män­ner nicht und sicher­ten sich wei­te­re vier Punk­te. Lei­der schwapp­te aus­ge­rech­net zum Duell beim TTC Reut­lin­gen eine Krank­heits­wel­le her­ein. Ersatz­ge­schwächt ver­kauf­ten sich die Rott­wei­ler gut, aber ver­lie­ßen die Tische als Ver­lie­rer. Damit kam es zum End­spiel zu Hau­se gegen Ergen­zin­gen II. Der Sie­ger die­ser Par­tie wür­de als Zwei­ter in die Auf­stiegs­re­le­ga­ti­on gehen. Trotz des Heim­vor­teils lag die Favo­ri­ten­rol­le bei den Gäs­ten, die zum einen vom Papier her stär­ker wirk­ten und weil zum ande­ren Hirsch­berg bei den Haus­her­ren fehl­te. Trotz ungüns­ti­ger Vor­zei­chen brann­ten die Rott­wei­ler ein wah­res Feu­er­werk ab und ver­wie­sen ihre Kon­tra­hen­ten mit einem über­ra­schen­den 9:0-Sieg aus der Hal­le. Dem Jubel folg­ten drei Wochen inten­si­ve Vor­be­rei­tung, die aller­dings weit­ge­hend ohne den ange­schla­ge­nen Gerd Mül­ler statt­fand.

Kurz vor dem „Tag der Wahr­heit“ flat­ter­te die Infor­ma­ti­on, dass der Lan­des­li­ga-Ach­te aus Deiß­lin­gen nicht zur Rele­ga­ti­on antre­ten wür­de, ins Haus. Somit müss­te ein ein­zi­ges Spiel gegen Unter­rei­chen­bach-Denn­jächt ent­schei­den. Wie ein­gangs erwähnt, konn­ten die TTCler die­ses nicht sieg­reich gestal­ten. Mit einer unge­wohnt rie­si­gen Geräusch­ku­lis­se – in der Hal­le fan­den zeit­gleich acht Spie­le ver­schie­de­ner Wett­be­wer­be statt – sowie unge­wohn­ten Spiel­be­din­gun­gen kamen die Rott­wei­ler schlech­ter klar als ihre Geg­ner. Zwei Drit­tel der Reichs­städ­ter ver­kauf­ten sich im Ein­zel unter Wert, Mann­schafts­füh­rer Leh­mann und der Vor­sit­zen­de Mar­kus Wöhr­stein lie­ßen zudem unglück­li­cher­wei­se meh­re­re Auf­stiegs­bäl­le unge­nutzt, des Wei­te­ren ging nur ein Dop­pel an den TTC. Die Unter­rei­chen­ba­cher hin­ge­gen zeig­ten sich in engen Situa­tio­nen abge­klär­ter und gewan­nen knapp, aber ver­dient.

Wie mitt­ler­wei­le fest­steht, tritt der TTC Rott­weil in der Sai­son 19/20 nun doch in der Lan­des­li­ga an. Dort kann das Ziel nur Klas­sen­er­halt lau­ten, wenn­gleich sich der Spie­ler­pool der Reichs­städ­ter erwei­tert hat: Mit Jen­ni­fer Käs­ham­mer, die bis­her für den TSV Bet­zin­gen haupt­säch­lich in der 3. Bun­des­li­ga Damen spiel­te, stößt eine Ver­stär­kung hin­zu.