Saisonstart der Landesliga bei bestem Wetter

Segelfliegen

Blick aus dem Discus bT von Markus Heller auf Meßstetten und Albstadt mit der Wolkenstraße voraus. Fotos: Heller

Feuchte und küh­le Luft­massen in Kom­bi­na­tion mit der kräfti­gen Früh­lingssonne sor­gen am ersten Liga-Woch­enende für ide­ales Segelflug­wet­ter. Flache Quell­wolken, die sich zu Wolken­straßen aufrei­hen, ermöglichen den Piloten des Aero-Club Klip­pe­neck Geschwindigkeit­en von weit über 100 Kilo­me­tern pro Stunde im Durch­schnitt. Die Schwäbis­che Alb bestätigt ein­mal mehr ihren Ruf als Rennstrecke für Segelflieger.

 

Nach langer Wartezeit startet die Segelflug-Lan­desli­ga in die neue Sai­son. An den achtzehn fol­gen­den Woch­enen­den wird jew­eils sam­stags und son­ntags um Geschwindigkeit­en und Punk­te gekämpft. Jed­er teil­nehmende Vere­in kann an diesen Woch­enen­den Flüge ein­re­ichen, von denen die jew­eils besten drei in die Wer­tung aufgenom­men wer­den.

 

Mit einem furiosen Start bei nahezu ide­alen Bedin­gun­gen am ersten Woch­enende posi­tion­iert sich der Aero-Club Klip­pe­neck unter den besten zehn Vere­inen in Baden-Würt­tem­berg und schafft sich somit eine solide Grund­lage für eine erfol­gre­iche Sai­son. Markus Heller erflog sich in seinem Dis­cus bT mit 126,44 Punk­ten (133,08 km/h) den ersten Platz in der Mannschaftswer­tung. Friedrich-Wil­helm Oert­mann belegte mit sein­er ASG29 E/18m den zweit­en Platz mit 116,77Punkten (135,17 km/h). Markus Büh­ler posi­tion­ierte sich im Vere­ins-Dis­cus bT auf dem drit­ten Platz mit 107,17 Punk­ten (112,79 km/h). Math­ias Haf­fel­mann lan­dete in sein­er DG 808 C/18m mit 102,98 Punk­ten (116,88 km/h) auf dem vierten Platz. Hen­rik Haller im Vere­ins-Dis­cus bT belegte den fün­ften Platz mit 81,81 Punk­ten (86,1 km/h). Auf dem sech­sten Platz lan­dete Jörg Ott, eben­falls im Vere­ins-Dis­cus bT mit 59,48 Punk­ten (62,2 km/h).

Markus Heller im Cock­pit seines Dis­cus bT

Markus Heller startete am zweit­en Wer­tungstag gegen 11.30 Uhr am Klip­pe­neck und fliegt in Rich­tung Osten zur Donau. Zwis­chen Beu­ron und Sig­marin­gen drehte er nach Nor­den und flog bis Win­ter­lin­gen, von wo er unter ein­er Wolken­straße die näch­sten 100 Kilo­me­ter ohne einen einzi­gen Kreis nördlich an Ulm vor­bei bis Hei­den­heim an der Brenz flog. In diesem Streck­en­ab­schnitt erre­ichte er mit Rück­en­wind die höch­ste Durch­schnitts­geschwindigkeit mit 164,25km/h. Etwas östlich von Neresheim set­zte er seinen ersten Wen­depunkt und flog gegen den Wind zurück bis Fridin­gen an der Donau. Auch diese Strecke legte er großteils im Delfin­flug zurück und kreiste lediglich dreimal in einen Ther­mik-Bart ein. Nach einem kurzen Abstech­er nach Trossin­gen flog er an der Alb-Kante Rich­tung Osten, wo bei Trochtelfin­gen der let­zte Streck­en­ab­schnitt der Wer­tung endete. Gegen 15.40 Uhr lan­det er wieder auf dem Klip­pe­neck.

 

Friedrich-Wil­helm Oert­mann startet eben­falls am Son­ntag. Um 12.30 Uhr flog er zuerst in Rich­tung Süd­schwarzwald, vor­bei an Donaueschin­gen und Titisee-Neustadt bis nach Ober­ried. Von diesem Wen­depunkt ab ging es für ihn wieder in Rich­tung Alb. Ab Win­ter­lin­gen flog er auf der nahezu gle­ichen Strecke wie Markus Heller bis zu seinem zweit­en Wen­depunkt südlich von Neresheim. Oert­mann erre­ichte auf diesem 200 Kilo­me­ter lan­gen Streck­en­ab­schnitt eine Durch­schnitts­geschwindigkeit von 164,36 km/h. Auf dem Gegen­wind-Schenkel ging es zurück in Rich­tung Klip­pe­neck. Bei Münsin­gen endete die Wer­tungsstrecke, und Oert­mann geri­et unter der zunehmend geschlosse­nen Wolk­endecke immer niedriger. Mit vie­len Kreisen in der nach­lassenden Ther­mik kämpfte er sich über Alb­stadt bis nach Dot­tern­hausen, wo er schließlich, für eine sichere Heimkehr, den Tur­bo­mo­tor startete. Um 17.30 Uhr lan­dete er wohlbe­hal­ten auf dem Klip­pe­neck.

 

Markus Büh­ler startete am Son­ntag kurz vor Friedrich Oert­mann. Er flog mit Motorhil­fe bis nach Tut­tlin­gen, wo er den Motor ein­klappte und direkt Anschluss an die Wolken­strasse über der Alb fand. Von dort flog er auf der­sel­ben Strecke wie Markus Heller und Friedrich Oert­mann mit Rück­en­wind und mit lediglich zweima­ligem Einkreisen in die Ther­mik bis kurz vor Neresheim. Auf dieser 132 Kilo­me­ter lan­gen Strecke erre­icht er eine Durch­schnitts­geschwindigkeit von 137,91 km/h. Auf dem Rück­weg brauchte er bis Trossin­gen auch lediglich vier Mal in die Ther­mik einzukreisen und schaffte den Rest der Strecke gegen den Wind eben­falls im Delfin­flug. Auf der kurzen Strecke von Trossin­gen bis zum Klip­pe­neck gab er noch mal richtig Gas und lan­dete um 15.30 Uhr nach einem Liga-opti­mierten Flug wieder auf dem Klip­pe­neck.

 

Math­ias Haf­fel­mann startete mit sein­er DG 808 am Sam­stag kurz nach 11.30 Uhr. Er flog zuerst der Donau ent­lang in Rich­tung Osten. Er nahm seinen ersten Wen­depunkt am Blau­topf bei Ulm und flog dann gegen den Wind zurück bis in den südlichen Schwarzwald über den Schluchsee bis etwas west­lich von Schö­nau. Auf diesem 170 Kilo­me­ter lan­gen Streck­en­ab­schnitt erre­ichte er seine beste Durch­schnitts­geschwindigkeit mit 117,45 km/h. Von hier ging es für ihn über den Feld­berg bis nach Villin­gen-Schwen­nin­gen, wo der let­zte gew­ertete Abschnitt endete. Von dort flog er noch den Schwarzwald hin­auf bis nach Gagge­nau und wieder zurück an den Feld­berg. Dann wieder Rich­tung Osten, ein zweites Mal bis nach Ulm und zurück Rich­tung Klip­pe­neck. Auf der Hälfte dieser Strecke kam Haf­fel­mann durch die zunehmende abschir­mende Bewölkung immer tiefer und musste bei Ehnin­gen schließlich seinen Motor zu Hil­fe nehmen, um es noch bis auf das Klip­pe­neck zu schaf­fen. Um 18.09 Uhr lan­dete er nach sech­sein­halb Stun­den und über 700 geflo­ge­nen Kilo­me­tern auf dem Klip­pe­neck.

 

Hen­rik Haller startet bere­its am ersten Wer­tungstag im Flugzeug-Schlepp und flog über Tut­tlin­gen in den südlichen Schwarzwald bis an den Schluchsee. Von diesem Wen­depunkt flog er an der östlichen Kante des Schwarzwalds ent­lang in Rich­tung Nord bis nach Altensteig. Auf dem Rück­weg nahm er dieselbe Strecke bis nach Lenzkirch, und von da ab ging es wieder direkt zurück auf das Klip­pe­neck, wo er um 17.00 Uhr wieder lan­dete.

 

Jörg Ott startet als let­zter Pilot am Son­ntag um 13.30 Uhr. Er flog in den West­en und drehte bei Winzeln in Rich­tung Nord, flog über Alpirs­bach bis kurz hin­ter Freuden­stadt. Nach einem kurzen Abstech­er nach Sulz wich er den ersten Schauern nördlich der Alb aus und flog in den südlichen Schwarzwald bis nach Titisee. Von hier ging es zurück auf das Klip­pe­neck, wo er um 16.33 Uhr wieder lan­dete.

Die Wolken­straße über der Schwäbis­chen Alb, gese­hen aus dem
Cock­pit von Markus Hellers Dis­cus bT.

Segelflug-Lan­desli­ga Baden Würt­tem­berg, Run­den­wer­tung 1: 1. FLG Donz­dorf 411,23 Speed, 44 Punk­te; 2. SFG Sin­gen 403,39 Speed, 43 Punk­te; 3. FG Gien­gen 380,61 Speed, 42 Punk­te; …9. Aero­club Klip­pe­neck 350,38 Speed, 36 Punk­te.