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Mittwoch, 11. Dezember 2019
Start Schram­berg San­dra Paru­szew­ski: Blon­di­ne mit Kämp­fer­herz

Sandra Paruszewski: Blondine mit Kämpferherz

Sul­ge­ne­rin bei den Rin­ger-Welt­meis­ter­schaf­ten in Paris

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SCHRAMBERG (pm/him) – Damit hat­te sie schon nicht mehr gerech­net: Ein Auf­ent­halt in Paris Ende August. Doch ihr Traum ist wahr gewor­den und die vom Sul­gen stam­men­de Rin­ge­rin San­dra Paru­szew­ski ist Anfang der Woche nach Paris gefah­ren, um bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in der Klas­se bis 55 Kilo­gramm anzu­tre­ten.

Als sie bei den Euro­pa­meis­ter­schaf­ten im ser­bi­schen Novi Sad Anfang Mai nur den sieb­ten Platz beleg­te, waren ihre Hoff­nun­gen auf Paris fast schon dahin. Das änder­te sich nach ihrem drit­ten Platz bei einem gro­ßen Tur­nier in Polen. Da gelang ihr mit einem 2 zu 0‑Punktsieg über die amtie­ren­de Euro­pa­meis­te­rin Bili­ya­na Dubo­va aus Bul­ga­ri­en der inter­na­tio­na­le Durch­bruch. Frau­en-Bun­­­des­­trai­­ner Patrick Loes rief weni­ge Tage spä­ter an und sag­te der 24-Jäh­­ri­gen, sie sei in Paris dabei.

Umzug nach Gengenbach

Vor drei Jah­ren zog Paru­szew­ski mit ihrem Lebens­ge­fähr­ten von Schram­berg nach Gen­gen­bach. In Offen­burg stu­diert sie Betriebs­wirt­schafts­leh­re und trai­niert am Olym­pia­stütz­punkt Frei­burg. Unter der Woche geht sie außer­dem bei ver­schie­de­nen Rin­ger­ver­ei­nen in der Orten­au zum Trai­ning und am Wochen­en­de schwitzt sie beim AV Sul­gen.

Letz­tes Jahr war Paru­szew­ski  schon bei der Stu­­den­­ten-Welt­­­meis­­ter­­schaft dabei. Nun also die Frau­en-WM in Frank­reich, ihr bis­lang größ­tes Tur­nier. Vor­be­rei­tet hat sie sich bei einem zehn­tä­gi­gen Vor­be­rei­tungs­lehr­gang des Deut­schen Rin­ger­bun­des in Kiew in der Ukrai­ne. Am Wochen­en­de gab es noch zu Hau­se ein zwei­tä­gi­ges Trai­nings­la­ger beim AV Sul­gen. Jetzt also Paris.

Keine Illusionen

Mög­lichst oft als Sie­ge­rin die Mat­te ver­las­sen möch­te San­dra Paru­szew­ski auch die­se Woche in Paris. Foto: Her­zog

Die 1,60 Meter klei­ne Blon­di­ne mit gro­ßem Kämp­fer­herz freut sich auf Paris, macht sich aber kei­ne Illu­sio­nen:  „Es wäre ver­mes­sen, von einer Medail­le zu spre­chen, das wäre unrea­lis­tisch.“ Die inter­na­tio­na­le Kon­kur­renz bis 55 Kilo­gramm sei sehr groß. Viel wer­de von der Aus­lo­sung abhän­gen, glaubt die Sport­le­rin und  setzt sie sich eine Plat­zie­rung nicht als Ziel. Wenn sie gegen eine Top-Geg­­ne­­rin knapp ver­lie­re und aus­schei­de, wäre das schon ein gutes Ergeb­nis, ver­si­chert sie. Sie wol­le sich als Teil­neh­me­rin für Euro­­pa- und Welt­meis­ter­schaf­ten eta­blie­ren.

Außer­dem macht sie sich Hoff­nun­gen auf eine Olym­pia­teil­nah­me 2020 in Tokio. Es sei schwie­rig zu sagen, wie ihre Olym­pia-Chan­cen aus­se­hen wer­den, denn: „Natio­nal wer­den eini­ge Rin­ge­rin­nen auf­hö­ren, Jün­ge­re neu hin­zu­kom­men.“ Außer­dem wer­de es nach der Welt­meis­ter­schaft in Paris neue Gewichts­klas­sen bei den Frau­en geben. Doch jetzt kommt erst ein­mal Paris: Am Diens­tag, 22. August wer­den die Ath­le­tin­nen gewo­gen, ab Mitt­woch wird es ernst für Paru­szew­ski.

Unab­hän­gig von ihrem Abschnei­den bei der WM wird der AV Sul­gen bei sei­nem Gar­ten­fest am 26. und 27. August ihr einen gro­ßen Emp­fang berei­ten.

 

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