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Dienstag, 25. Februar 2020

Schiedsrichter fehlen

Handball

Beim gut besuchten Schiedsrichtertag des Handballbezirks Neckar-Zollern, in Dunningen, konnte Schiedrichterwartin Aleksandra Kocbek den Bezirksvorsitzenden Wolfgang Köhl, Harald Grathwohl als Vertreter des HVW, den Gastreferenten Ecki Nothdurft und Vertreter des Bezirksausschusses begrüßen.

Susanne Käppeler brachte in den Grußworten des gastgebenden TSV Dunningen die Freude darüber zum Ausdruck, dass so eine wichtige Veranstaltung auch einmal in einer Randgemeinde des Handballbezirks stattfindet.

Der Bezirksvorsitzende Wolfgang Köhl, sprach in seinem Blick in die Zukunft darüber, was alles für Maßnahmen geplant sind um das aktuelle Problem, fehlende Schiedsrichter, etwas besser in den Griff zu bekommen.

Harald Grathwohl, der den HVW-Schiedsrichterwart Dirk Zeiher vertrat, ging auf das Problem mit fehlenden Schiedsrichtern ein. Davon sei nicht nur der Bezirk, sondern auch der Verband stark betroffen.

Aleksandra Kocbek gab dann einen Überblick über Allgemeines im Schiedsrichterwesen. In diesem Jahr sind zehn neue Schiedsrichter dazu gekommen. Somit verfügt der Bezirk derzeit über 115 einteilbare Schiedsrichter, von denen 17 im Verband im Einsatz sind und somit kaum im Bezirk eingesetzt werden können. Dies ist der niedrigste Schiedsrichterstand, den der Bezirk je hatte. Teilweise müssen an einem Wochenende bis zu 80 Spiele eingeteilt werden, und daher kommt es vermehrt zu Doppeleinsätzen. Auf Grund des Schiedsrichtermangels mussten Spiele der Bezirksliga und der Bezirksklasse der Männer teilweise schon von Einzelschiedsrichtern geleitet werden. Außerdem verfügt der Bezirk derzeit über zwölf Beobachter, die helfen sollen, das Niveau der Schiedsrichter zu verbessern.

Ecki Nothdurft, der bis vor kurzem noch Co-Trainer des Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten war, erklärte den anwesenden Schiedsrichtern aus der Sicht eines Trainers das Verhalten und gegenseitige Anerkennen zwischen Mannschaften und Schiedsrichtern, um eine für beide Seiten bessere Akzeptanz zu erreichen. Dazu gehört die Fähigkeit zu schnellen Entscheidung und zu schnellem Handeln. Die Schiedsrichter sollten auch selbst überprüfen, wie stark sie mental sind und wie ihr körperlicher Zustand ist. Man merke zu Beginn jeder Saison auch ganz klar, welche Schwerpunkte auf den Schiedsrichter-Lehrgängen geschult wurden. Im Verlauf der Saison würde sich das dann aber wieder normalisieren. Wichtig ist auch die selektive Wahrnehmung vor und nach dem Spiel. Im ersten Angriff legen die Schiedsrichter normalerweise ihre Linie fest. Für die Spieler und Trainer ist es daher ganz wichtig, dass sie diese dann auch bis zum Schluss durchziehen. Aus Sicht der Trainer gehört seiner Meinung nach die derzeitige passive Regel wieder abgeschafft. Alle Mannschaften, auch in den unteren Klassen, bereiten sich entsprechend auf die Saison vor, und dazu gehört auch das Einstudieren von Spielzügen. Daher sollten die Schiedsrichter in das Training ihrer Vereine gehen, um das Handballspiel besser zu verstehen. Seiner Meinung nach können zu wenige Schiedsrichter ein Spiel richtig lesen. Seiner Meinung nach sollten auch alle Trainer einen Schiedsrichter-Lehrgang machen, damit sie sich besser in die Situation des Schiedsrichter versetzen können und auch regelkundiger werden. Sein Schlusswort war dann: Verhalten hängt von inneren Begriffen und Überzeugung ab.

Danach dankte Aleksandra Kocbek dem langjährigen Schiedsrichtereinteiler Dietmar Limberger, der nach der letzten Saison ausgeschieden ist, für seine unermüdliche Arbeit mit einem Geschenk.

Nun gaben die derzeitigen Schiedsrichtereinteiler Alfred Herrmann (Teams), Aleksandra Kocbek (Einzelschiedsrichter Aktiv) und Heike Hauer (Jugend) einen Rückblick. Sie bestätigten eine gute Zusammenarbeit, bemängelten aber die vielen Rückgaben, die teilweise auch sehr spät kommen und so den Einteilern die Arbeit umso schwerer machen. Es erfolgte dann ein Rückblick über die vielen Lehrgänge und gleichzeitig wurde auf die Halbzeitlehrgänge hingewiesen die im Januar stattfinden.

Harald Grathwohl teilte dann mit, dass der Schiedsrichtermangel Land auf Land ab bestehe und nicht nur im Bezirk Neckar-Zollern und dass der Verband erschreckend wenig Interesse zeigt neue Wege zu gehen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass Schiedsrichter die frei gestellt sind einen der Halbzeitlehrgänge besuchen. Sie könnten dann sofort wieder eingesetzt werden und würden mit 50 Prozent zum Schiedsrichtersoll ihres Vereines gehören.

Insgesamt wurden 43 Beobachtungen im Bezirk durchgeführt und 170 Spiele von Schiedsrichter-Neulingen wurden von Paten betreut.

Erfreulich waren dann die vielen Ehrungen.

Für 45. Jahre Werner Nestle (TV Weilstetten), 35 Jahre Wolfgang Mayer (HSG Albstadt), 30 Jahre Dieter Forelle (TG Schwenningen), 25 Jahre Mark Wangler (TG Schwenningen), 20 Jahre: Andreas Ackermann (HSG Rietheim-Weilheim), Doreen Kahl (TV Weilstetten), Wolfgang Vogler (TV Streichen), 15 Jahre: Dennis Bastian (HSG Fridingen/Mühlheim), Helmut Gutekunst (TSV Frommern-Dürrwangen), Aleksandra Kocbek (TG Schömberg), Markus Liedl (TSV Dunningen), Sandra Ratz (TG Schömberg), Mark Schöndienst (HSG Baar), 10 Jahre: Daniel Rothbauer (TG Schwenningen), Bernd Seiffert (HSG Albstadt).

Zum Schluss gab Wolfgang Köhl dann bekannt, dass eine anonyme Umfrage gemacht werden soll, was kann der Schiedsrichter-Ausschuss besser machen. Außerdem soll zur besseren Einteilung ein Datenblatt erstellt werden, was die Schiedsrichter sonst noch für Funktionen haben. Um weniger Rückgaben zu erhalten wurde angeregt die Einteilung nicht so langfristig zu machen, sondern nur noch für zwei Monate im Voraus. Das Schlusswort war dann die erschreckende Mitteilung, dass über 30 Prozent aller Strafen von Schiedsrichtern verursacht werden.

 

 

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