Unser Bild zeigt die Geehrten zusammen mit dem HVW-Vertreter Harald Grathwohl (rechts) und dem Bezirksvorsitzenden Wolfgang Köhl (2. von rechts). Foto: Frohnert

Beim gut besuch­ten Schieds­rich­ter­tag des Hand­ball­be­zirks Neckar-Zol­lern, in Dun­nin­gen, konn­te Schied­rich­ter­war­tin Alek­san­dra Koc­bek den Bezirks­vor­sit­zen­den Wolf­gang Köhl, Harald Gra­th­wohl als Ver­tre­ter des HVW, den Gast­re­fe­ren­ten Ecki Noth­durft und Ver­tre­ter des Bezirks­aus­schus­ses begrü­ßen.

Susan­ne Käp­pe­ler brach­te in den Gruß­wor­ten des gast­ge­ben­den TSV Dun­nin­gen die Freu­de dar­über zum Aus­druck, dass so eine wich­ti­ge Ver­an­stal­tung auch ein­mal in einer Rand­ge­mein­de des Hand­ball­be­zirks statt­fin­det.

Der Bezirks­vor­sit­zen­de Wolf­gang Köhl, sprach in sei­nem Blick in die Zukunft dar­über, was alles für Maß­nah­men geplant sind um das aktu­el­le Pro­blem, feh­len­de Schieds­rich­ter, etwas bes­ser in den Griff zu bekom­men.

Harald Gra­th­wohl, der den HVW-Schieds­rich­ter­wart Dirk Zei­her ver­trat, ging auf das Pro­blem mit feh­len­den Schieds­rich­tern ein. Davon sei nicht nur der Bezirk, son­dern auch der Ver­band stark betrof­fen.

Alek­san­dra Koc­bek gab dann einen Über­blick über All­ge­mei­nes im Schieds­rich­ter­we­sen. In die­sem Jahr sind zehn neue Schieds­rich­ter dazu gekom­men. Somit ver­fügt der Bezirk der­zeit über 115 ein­teil­ba­re Schieds­rich­ter, von denen 17 im Ver­band im Ein­satz sind und somit kaum im Bezirk ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Dies ist der nied­rigs­te Schieds­richt­er­stand, den der Bezirk je hat­te. Teil­wei­se müs­sen an einem Wochen­en­de bis zu 80 Spie­le ein­ge­teilt wer­den, und daher kommt es ver­mehrt zu Dop­pel­ein­sät­zen. Auf Grund des Schieds­rich­ter­man­gels muss­ten Spie­le der Bezirks­li­ga und der Bezirks­klas­se der Män­ner teil­wei­se schon von Ein­zel­schieds­rich­tern gelei­tet wer­den. Außer­dem ver­fügt der Bezirk der­zeit über zwölf Beob­ach­ter, die hel­fen sol­len, das Niveau der Schieds­rich­ter zu ver­bes­sern.

Ecki Noth­durft, der bis vor kur­zem noch Co-Trai­ner des Zweit­li­gis­ten HBW Balingen-Weil­stet­ten war, erklär­te den anwe­sen­den Schieds­rich­tern aus der Sicht eines Trai­ners das Ver­hal­ten und gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nen zwi­schen Mann­schaf­ten und Schieds­rich­tern, um eine für bei­de Sei­ten bes­se­re Akzep­tanz zu errei­chen. Dazu gehört die Fähig­keit zu schnel­len Ent­schei­dung und zu schnel­lem Han­deln. Die Schieds­rich­ter soll­ten auch selbst über­prü­fen, wie stark sie men­tal sind und wie ihr kör­per­li­cher Zustand ist. Man mer­ke zu Beginn jeder Sai­son auch ganz klar, wel­che Schwer­punk­te auf den Schieds­rich­ter-Lehr­gän­gen geschult wur­den. Im Ver­lauf der Sai­son wür­de sich das dann aber wie­der nor­ma­li­sie­ren. Wich­tig ist auch die selek­ti­ve Wahr­neh­mung vor und nach dem Spiel. Im ers­ten Angriff legen die Schieds­rich­ter nor­ma­ler­wei­se ihre Linie fest. Für die Spie­ler und Trai­ner ist es daher ganz wich­tig, dass sie die­se dann auch bis zum Schluss durch­zie­hen. Aus Sicht der Trai­ner gehört sei­ner Mei­nung nach die der­zei­ti­ge pas­si­ve Regel wie­der abge­schafft. Alle Mann­schaf­ten, auch in den unte­ren Klas­sen, berei­ten sich ent­spre­chend auf die Sai­son vor, und dazu gehört auch das Ein­stu­die­ren von Spiel­zü­gen. Daher soll­ten die Schieds­rich­ter in das Trai­ning ihrer Ver­ei­ne gehen, um das Hand­ball­spiel bes­ser zu ver­ste­hen. Sei­ner Mei­nung nach kön­nen zu weni­ge Schieds­rich­ter ein Spiel rich­tig lesen. Sei­ner Mei­nung nach soll­ten auch alle Trai­ner einen Schieds­rich­ter-Lehr­gang machen, damit sie sich bes­ser in die Situa­ti­on des Schieds­rich­ter ver­set­zen kön­nen und auch regel­kun­di­ger wer­den. Sein Schluss­wort war dann: Ver­hal­ten hängt von inne­ren Begrif­fen und Über­zeu­gung ab.

Danach dank­te Alek­san­dra Koc­bek dem lang­jäh­ri­gen Schieds­rich­ter­ein­tei­ler Diet­mar Lim­ber­ger, der nach der letz­ten Sai­son aus­ge­schie­den ist, für sei­ne uner­müd­li­che Arbeit mit einem Geschenk.

Nun gaben die der­zei­ti­gen Schieds­rich­ter­ein­tei­ler Alfred Herr­mann (Teams), Alek­san­dra Koc­bek (Ein­zel­schieds­rich­ter Aktiv) und Hei­ke Hau­er (Jugend) einen Rück­blick. Sie bestä­tig­ten eine gute Zusam­men­ar­beit, bemän­gel­ten aber die vie­len Rück­ga­ben, die teil­wei­se auch sehr spät kom­men und so den Ein­tei­lern die Arbeit umso schwe­rer machen. Es erfolg­te dann ein Rück­blick über die vie­len Lehr­gän­ge und gleich­zei­tig wur­de auf die Halb­zeit­lehr­gän­ge hin­ge­wie­sen die im Janu­ar statt­fin­den.

Harald Gra­th­wohl teil­te dann mit, dass der Schieds­rich­ter­man­gel Land auf Land ab bestehe und nicht nur im Bezirk Neckar-Zol­lern und dass der Ver­band erschre­ckend wenig Inter­es­se zeigt neue Wege zu gehen. Eine Mög­lich­keit wäre zum Bei­spiel, dass Schieds­rich­ter die frei gestellt sind einen der Halb­zeit­lehr­gän­ge besu­chen. Sie könn­ten dann sofort wie­der ein­ge­setzt wer­den und wür­den mit 50 Pro­zent zum Schieds­rich­ter­soll ihres Ver­ei­nes gehö­ren.

Ins­ge­samt wur­den 43 Beob­ach­tun­gen im Bezirk durch­ge­führt und 170 Spie­le von Schieds­rich­ter-Neu­lin­gen wur­den von Paten betreut.

Erfreu­lich waren dann die vie­len Ehrun­gen.

Für 45. Jah­re Wer­ner Nest­le (TV Weil­stet­ten), 35 Jah­re Wolf­gang May­er (HSG Alb­stadt), 30 Jah­re Die­ter Forel­le (TG Schwen­nin­gen), 25 Jah­re Mark Wang­ler (TG Schwen­nin­gen), 20 Jah­re: Andre­as Acker­mann (HSG Rie­t­heim-Weil­heim), Dore­en Kahl (TV Weil­stet­ten), Wolf­gang Vog­ler (TV Strei­chen), 15 Jah­re: Den­nis Bas­ti­an (HSG Fridingen/Mühlheim), Hel­mut Gute­kunst (TSV From­mern-Dürrwan­gen), Alek­san­dra Koc­bek (TG Schöm­berg), Mar­kus Liedl (TSV Dun­nin­gen), San­dra Ratz (TG Schöm­berg), Mark Schön­dienst (HSG Baar), 10 Jah­re: Dani­el Roth­bau­er (TG Schwen­nin­gen), Bernd Seif­fert (HSG Alb­stadt).

Zum Schluss gab Wolf­gang Köhl dann bekannt, dass eine anony­me Umfra­ge gemacht wer­den soll, was kann der Schieds­rich­ter-Aus­schuss bes­ser machen. Außer­dem soll zur bes­se­ren Ein­tei­lung ein Daten­blatt erstellt wer­den, was die Schieds­rich­ter sonst noch für Funk­tio­nen haben. Um weni­ger Rück­ga­ben zu erhal­ten wur­de ange­regt die Ein­tei­lung nicht so lang­fris­tig zu machen, son­dern nur noch für zwei Mona­te im Vor­aus. Das Schluss­wort war dann die erschre­cken­de Mit­tei­lung, dass über 30 Pro­zent aller Stra­fen von Schieds­rich­tern ver­ur­sacht wer­den.