Konnten auf ihren klaren Erfolg anstoßen: Rottweils 1. Herren-Mannschaft, von links: Stefan Reichelt, Philipp Rieger, Timo Lehmann, Herwig Lehnert, Gerd Müller, Julius Schwicker und Markus Wöhrstein. Foto: ttcrw

Es klingt kaum glaub­haft: Eine Mann­schaft erspiel­te in der gesam­ten Vor­run­de der ver­gan­gen Sai­son kei­nen ein­zi­gen Punkt, um in der Rück­run­de dann fast alles zu gewin­nen und am Ende den direk­ten Klas­sen­er­halt zu errei­chen. Der Abstiegs­re­le­ga­ti­on 2018 gera­de noch auf der Ziel­ge­ra­den ent­wischt, spielt das­sel­be Team 2019 eben­falls wie­der in der Rele­ga­ti­on. Die­ses Mal um den Auf­stieg, nicht um die Ver­mei­dung eines Abstiegs.

In der nächs­ten Epi­so­de die­ser Geschich­te emp­fing der TTC Rott­weil zum End­spiel um Platz zwei die Ver­bands­li­ga-Reser­ve des TTC Ergen­zin­gen. Gegen die Gäs­te hat­te man zuletzt im Febru­ar 2016 gewon­nen. Seit­her trug Ergen­zin­gens gute Jugend­ar­beit immer zahl­rei­che­re Früch­te. Da auf Sei­ten der Haus­her­ren zudem Rück­run­den-Neu­zu­gang Sebas­ti­an Hirsch­berg fehl­te, lag die Favo­ri­ten­rol­le mehr bei den Rot­ten­bur­ger Vor­städ­tern.

Kampf­los geschla­gen geben woll­ten sich die Gast­ge­ber aber nicht. Ihre Stra­te­gie: Eine gut durch­dach­te, über­ra­schen­de Dop­pel­auf­stel­lung und mög­lichst vie­le Unter­stüt­zer auf den Zuschau­er­rän­gen. Der zwei­te Teil des Plans hat­te bereits Erfolg, als man kurz vor Spiel­be­ginn auf die Tri­bü­ne der Dop­pel­sport­hal­le blick­te. Der ers­te Part der Tak­tik lief eben­falls gut an: Sowohl das Dop­pel Müller/Schwicker als auch das Offen­siv-Gewit­ter von Rieger/Reichelt behiel­ten klar die Ober­hand. Kapi­tän Leh­mann woll­te gemein­sam mit Dop­pel­part­ner und Edel­jo­ker Her­wig Leh­nert nach­le­gen und tat dies. Rott­weils Dop­pel 3 kom­plet­tier­te den sehr guten Start mit einem Sieg gegen die Ergen­zin­ger Rou­ti­nier-Paa­rung.

Gerd Mül­ler erhöh­te im Duell mit dem jun­gen Angriffs­spie­ler Schnaidt auf 4:0, bevor Ste­fan Rei­chelt an den Tisch trat. In den letz­ten bei­den Ver­glei­chen mit Ergen­zin­gens Hof­mann hat­te der Rott­wei­ler den Kür­ze­ren gezo­gen, doch ange­feu­ert von vie­len Zuschau­ern begann er mutig. Nach einer umkämpf­ten Start­pha­se ver­ließ er nach vier Sät­zen die Box tat­säch­lich als Sie­ger. Auf den teil­wei­se noch recht jun­gen Gäs­te­spie­lern las­te­te nun ein gro­ßer Druck, denn die Haus­her­ren führ­ten über­ra­schend mit 5:0. Phil­ipp Rie­ger setz­te mit star­ken Schlä­gen gegen den erfah­re­nen Hör­mann gar noch eins drauf zum 6:0-Zwischenstand.

Wenn die Zweit­gar­ni­tur des TTC Ergen­zin­gen ins Spiel zurück­fin­den woll­te, muss­te sie nun anfan­gen zu punk­ten. Aller­dings spiel­te Rott­weils Vor­sit­zen­der Mar­kus Wöhr­stein von Beginn an fokus­siert, mit der rich­ti­gen Mischung aus Angriffs- und Abwehr­bäl­len. Sein Geg­ner, das Nach­wuchs­ta­lent Gus­tedt, ging schnell mit 0:2 in Rück­stand. Wer aber nun dach­te, dass der jun­ge Ergen­zin­ger schnell ein­bre­chen wür­de, sah sich eines Bes­se­ren belehrt. Trotz der bri­san­ten Lage kämpf­te er sich zurück, als er bereits Match­bäl­le gegen sich hat­te. Das Ein­zel droh­te zu kip­pen, aber Wöhr­stein woll­te den Erfolg unbe­dingt. Trotz hef­ti­ger Gegen­wehr gewann er den Ent­schei­dungs­satz zum 7:0.

Da ein Remis bereits zur Vize­meis­ter­schaft gereicht hät­te, muss­ten die Rott­wei­ler nur noch eine Par­tie gewin­nen. Die Gast­ge­ber boten dafür im hin­te­ren Paar­kreuz den erfah­re­nen Juli­us Schwi­cker und den zuletzt form­star­ken Timo Leh­mann auf. Von Beginn an dik­tier­te Schwi­cker das Duell mit dem jun­gen Schenk, wäh­rend Leh­mann Satz eins gegen Knu­plesch knapp abgab. Schwi­cker ließ sei­nen Geg­ner am Neben­tisch wei­ter nicht ins Spiel kom­men und gewann die bei­den nächs­ten Sät­ze. Die Rele­ga­ti­on war damit gesi­chert. Mann­schafts­füh­rer Leh­mann topp­te das aber noch und stell­te in den nächs­ten drei Sät­zen gegen Knu­plesch ein lupen­rei­nes 9:0-Endresultat her. Aus­ge­rech­net im letz­ten Spiel und zudem gegen einen star­ken Geg­ner fuh­ren die Rott­wei­ler ihren höchs­ten Sai­son­sieg ein.

Sei­ne Geschich­te hat das Team von Kapi­tän Timo Leh­mann längst geschrie­ben, aller­dings soll die­se ger­ne noch um ein letz­tes Kapi­tel erwei­tert wer­den. Am 4. Mai ver­su­chen die TTC-ler in der Rele­ga­ti­on in Sin­del­fin­gen, den Auf­stieg in die Lan­des­li­ga zu erspie­len. Dafür müs­sen sie gegen den Lan­des­li­ga-Ach­ten, die SG Deiß­lin­gen, und den Vize­meis­ter der Lan­des­klas­se Schwarzwald/Böblingen, die TTG Unter­rei­chen­bach-Denn­jächt, gewin­nen.