Erste gemeinsame Bilanz-Pressekonferenz: Frank Karsten Willer (Vorstandsmitglied), Dr. Udo Schlipf (stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Rainer Fader (Vorstandsmitglied), Dr. Hans-Joachim König (Aufsichtsratsvorsitzender) sowie Jürgen Findeklee (Vorstandsvorsitzender). Foto: wede

Die Genossen der ehemaligen Volksbank Schwarzwald-Neckar haben durch die Fusion mit der Volksbank Donau-Neckar schon gewonnen: Sie erhalten, so die Vertreterversammlung am Dienstagabend zustimmt, 3,5 Prozent Dividende. Dies berichtete der Vorstandsvorsitzende Jürgen Findeklee auf der Bilanz-Pressekonferenz in Tuttlingen.

Die Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar, wie sie seit fest genau einem Jahr heißt, hat die Fusion gut bewältigt, das bestätigten alle Beteiligten. Auch wenn die technische Fusion erst im März erfolgte –das Rechenzentrum habe zu viel zu tun gehabt und erst dann Zeit gefunden, berichtete Findeklee.

Einer der Effekte der Fusion war eine moderate Verringerung der Beschäftigtenzahl. Zwar vermeldete Vorstandsmitglied Rainer Fader: „Es gab keine fusionsbedingten Kündigungen.“ Aber es gab 18 Altersteilzeitverträge und 14 Aufhebungsverträge. Die seien samt und sonders freiwillig und ohne Druck abgeschlossen worden – hauptsächlich von Teilzeitbeschäftigten, die einen nun weiter werdenden Weg zur Arbeit nicht machen und auch nicht die angebotene alternative Arbeitsstelle annehmen wollten. Ende 2015 seien 446 „Köpfe“ bei der Bank gewesen, Ende 2016 noch 421.

Dass für drei Jahre keine Filialen geschlossen werden, sei Teil des Fusionsvertrags, berichtete Findeklee. Er rechne sogar mit fünf Jahren. Was aber danach passiere, könne er jetzt noch nicht sagen, denn die Leistungen der Zweigstellen würden immer weniger gefragt. Andererseits bekräftigte Vorstandsmitglied Frank Karsten Willer: „Die Filiale ist die Wurzel unseres Geschäftsmodells.“ Derzeit sind es 32 Filialen und 47 Geldautomaten.

Negativzinsen wie andere Banken will die Volksbank auch 2017 nicht verlangen. Allerdings wolle seine Bank auch nicht „Überlaufbank“ werden für Kunden, die anderswo Zinsen für ihre Einlagen zahlen müssten. „Da schauen wir schon drauf“, sagte er. Wenn sich an der Zinslage nichts ändere, werde sich die Bank aber für 2018 überlegen müssen, Negativzinsen zu verlangen. Findeklee hofft allerdings, dass die Banken nicht mehr lange bei der Zentralbank für ihre Einlagen zahlen müssten. Auch „versteckte Negativzinsen“ schloss der Bankchef aus: „Wir haben nicht vor, die Kontoführungsgebühren 2017 und 2018 zu erhöhen!“

Und noch ein paar Zahlen: Die Bilanzsumme ist 2016 um 3,9 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro gewachsen, berichtete Findeklee. Nach wie vor gebe es in der Bank Wachstum auch in der Kreditnachfrage, vor allem von Firmen, aber auch im Wohnungsbau. Das Betriebsergebnis belaufe sich auf 1,5 Prozent der Bilanzsumme, als 27 Millionen Euro. Die fusionierte Bank hat 45.018 Mitglieder, davon rund 15.000 im Bereich Schramberg, und 92.000 Kunden.