Der gemalte Gehweg

Provisorium nervt die Anwohner in Rottweil

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Ungewöhnlich: Fußgängerführung in der Kastellstraße in Rottweil. Foto: gg

Wer geneh­migt so etwas? „In der Kas­tell­stra­ße in Rott­weil wird der Geh­weg ein­fach auf die Stras­se ver­legt. Die Stra­ße ange­malt, ein biss­chen Ver­kehrs­füh­rung, fer­tig. Es ist höchst gefähr­lich dort für Kin­der und Älte­re Per­so­nen. Wie kann man so eine Idio­tie zulassen?”

Die E-Mail eines Rott­wei­ler Bür­gers kommt ohne Anre­de. Der Mann ist stin­kig. Und er ist nicht der ein­zi­ge. Über die eigen­wil­li­ge Ver­kehrs­füh­rung ein­gangs der Kas­tell­stra­ße – wo die Stadt tat­säch­lich den Geh­weg ein­fach auf die Stra­ße gemalt hat, als wären wir in Süd­ita­li­en – ärgern sich eini­ge. Das war auch schon vor der Som­mer­pau­se The­ma im Gemein­de­rat, weil Bür­ger natür­lich auch den Stadt­rä­ten die Levi­ten lesen, wenn ihnen was nicht passt.

Doch: Es gibt Grün­de für die Pin­sel­stri­che. Es han­delt sich zudem um ein Pro­vi­so­ri­um, erklärt der Pres­se­spre­cher der Stadt, Tobi­as Her­mann. Das Eck­ge­bäu­de Königstraße/Kastellstraße ist näm­lich ver­äu­ßert wor­den, es soll künf­tig als Nota­ri­ats­kanz­lei genutzt wer­den. Der Umbau läuft. „Um dem zusätz­li­chen Stell­platz­be­darf gerecht zu wer­den, hat der Bau­herr einen Teil der Stra­ßen­flä­che erwor­ben”, erklärt Her­mann weiter.

Dies war mög­lich, weil die Kas­tell­stra­ße nächs­tes Jahr ohne­hin umge­baut und die­se Flä­che danach nicht mehr als Stra­ßen­flä­che gebraucht wird.” Inso­fern sei die jet­zi­ge Situa­ti­on nur als Zwi­schen­lö­sung gedacht. Des­halb habe die Stadt­ver­wal­tung vor­über­ge­hend eine Geh­weg­mar­kie­rung ange­bracht und zusätz­lich im Ein­mün­dungs­be­reich in Rich­tung König­stra­ße eini­ge Warn­ba­ken auf­ge­stellt, „um die Fuß­gän­ger­ver­keh­re zu sichern”, wie das auf Ver­wal­tungs­deutsch heißt.

Es habe alles sei­ne Ord­nung, so Her­mann: „Die Kas­tell­stra­ße ist Tem­po-30-Zone. Die städ­ti­sche Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de und die Poli­zei tra­gen das Pro­vi­so­ri­um mit. Die Anwoh­ner wur­den laut Bau­amt bereits informiert.”