Im Zuge der Dis­kus­sio­nen und Gerichts­ur­tei­le um Fahr­ver­bo­te für die­sel- und ben­zin­be­trie­be­ne Autos hat der Rott­wei­ler Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ger­hard Aden (FDP) beim Land­rats­amt und bei der Lan­des­re­gie­rung nach den Aus­wir­kun­gen für Fahr­zeug­be­sit­zer im Kreis Rott­weil gefragt. Aden woll­te von der Regie­rung auch wis­sen, wie sich die Luft­be­las­tung in der Umwelt­zo­ne in Schram­berg ent­wi­ckelt hat und ob auch dort Fahr­ver­bo­te drohen.

In der Ant­wort des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums wur­de dem­nach auf eine posi­ti­ve Ent­wick­lung bei der Luft­qua­li­tät in Schram­berg ver­wie­sen. So habe man 2016 erst­mals sowohl die Grenz­wer­te für Fein­staub als auch für Stick­oxi­de ein­hal­ten kön­nen. Das Minis­te­ri­um sehe laut der Ant­wort kei­nen wei­te­ren Hand­lungs­be­darf in Form einer Ver­schär­fung der Umwelt­auf­la­gen oder gar von Fahr­ver­bo­ten. „Die Ent­wick­lung ist erfreu­lich für die Schram­ber­ger. Den­noch muss die Tal­stadt­um­fah­rung her, um die Stadt von den ande­ren Neben­wir­kun­gen des Ver­kehrs zu ent­las­ten“, bewer­tet der FDP-Abge­ord­ne­te die Ant­wort des Verkehrsministers.

Schlech­te Nach­rich­ten gebe es aber für die Eigen­tü­mer von Die­sel­fahr­zeu­gen mit schlech­te­rer Norm als Euro-6. Nach einer Ant­wort des Land­rats­amts Rott­weil waren im April im gesam­ten Land­kreis nur 5664 Fahr­zeu­ge nach der der­zeit höchs­ten Norm klas­si­fi­ziert. „Das ent­spricht ledig­lich 19 Pro­zent der zuge­las­se­nen Die­sel mit Euro-Klas­si­fi­zie­rung. Die übri­gen rund 30.000 Die­sel­fahr­zeug­hal­ter kön­nen dem­nach wohl künf­tig nicht mehr ohne Ein­schrän­kung nach Stutt­gart fah­ren“, zitiert Aden die Sta­tis­tik. Bezie­he man die Fahr­zeu­ge mit Ben­zin­mo­tor in die Rech­nung ein, dür­fen dem­nach von allen Euro-genorm­ten Fahr­zeu­gen im Kreis nur noch zwei Drit­tel ohne Ein­schrän­kung ver­keh­ren. „Die Zah­len zei­gen, dass die Die­sel­fahr­ver­bo­te, die das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart ange­ord­net hat, einen erheb­li­chen Anteil der Auto­be­sit­zer betrifft“, so Aden.

Zwar sei die Zahl der Bewoh­ner im Kreis Rott­weil, die durch Stutt­gart fah­ren müs­sen und einen Die­sel ohne Euro-6 besit­zen, ver­mut­lich rela­tiv gering. Den­noch erwar­te Aden, dass auch Bür­ger aus der Regi­on von Fahr­ver­bo­ten betrof­fen sei­en. „Die Fahr­ver­bo­te kom­men für Alle, die ein älte­res Fahr­zeug besit­zen, einer Teil­ent­eig­nung gleich“, fasst der FDP-Poli­ti­ker zusam­men. Selbst wer nicht nach Stutt­gart fah­ren müs­se, lei­de unter dem zu erwar­ten­den Wertverlust.

„Vor allem sind aber Hand­wer­ker und Selbst­stän­di­ge, die Auf­trä­ge in Stutt­gart wahr­neh­men, betrof­fen. Selbst Finanz­prü­fer des Finanz­amts wer­den durch ein Fahr­ver­bot behin­dert. Die Regie­rung legt die Kos­ten, die es bräuch­te, um effek­ti­ve Luft­rein­hal­te­maß­nah­men in Stutt­gart durch­zu­füh­ren, ein­fach auf die Fahr­zeug­be­sit­zer im Land um“, kri­ti­siert der FDP-Poli­ti­ker. „Der Die­sel wird zum allei­ni­gen Sün­den­bock dafür gemacht, was Auto­fah­rer, Haus­hei­zun­gen und Indus­trie gemein­sam ver­ur­sa­chen und das mit Aus­wir­kun­gen weit über Stutt­gart hin­aus“, so der Abge­ord­ne­te weiter.