Rott­weil hat sich für die Lan­des­gar­ten­schau im Jahr 2028 bewor­ben. Dar­an erin­nert die Stadt­ver­wal­tung in einer Pres­se­mit­tei­lung. Sie zeigt dar­in auf, was die Ver­an­stal­tung aus Rott­weil machen könn­te, und das am Bei­spiel von Horb. Weil der Text ein Ziel hat, näm­lich die Wer­be­trom­mel für Rott­weils Bewer­bung für die Lan­des­gar­ten­schau zu rüh­ren, bringt die NRWZ ihn zwar im Wort­laut, aber deut­lich gekenn­zeich­net als …

(Anzei­ge). Die Begeis­te­rung bei vie­len Grup­pen, aber auch in der Bevöl­ke­rung ins­ge­samt, ist groß. Vie­le Ide­en und Vor­schlä­ge gibt es bereits aus ganz unter­schied­li­chen Ecken, wor­über sich Rott­weils Stadt­ver­wal­tung sehr freut.

Rott­weil heu­te …
… und nach den Umbau­ten für die Lan­des­gar­ten­schau. Fotos: pm

Aber was ist über­haupt eine Lan­des­gar­ten­schau? „Gar­ten­schau­en lie­fern Impul­se für städ­ti­sche Ent­wick­lun­gen. Sie sind viel mehr als ein Event. Sie schaf­fen Frei­räu­me und Wer­te – Blei­ben­des, Ver­bin­den­des für eine Kom­mu­ne und ihre Bür­ger. Des­halb stif­ten Gar­ten­schau­en auch Iden­ti­tät. Sie för­dern die Lebens­qua­li­tät, das sozia­le Umfeld, die Infra­struk­tur, das Stadt­kli­ma und die wirt­schaft­li­che Bilanz der teil­neh­men­den Städ­te und Gemein­den“, schreibt bwGrün, die För­de­rungs­ge­sell­schaft für die baden-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­gar­ten­schau­en auf ihrer Home­page.

Seit 1980 fin­den in Baden-Würt­tem­berg Lan­des­gar­ten­schau­en statt. Und das zumeist mit beein­dru­cken­den Besu­cher­zah­len: Knapp eine Mil­li­on kamen im Jahr 2012 zur Lan­des­gar­ten­schau nach Nagold, eben­falls knapp eine Mil­li­on Besu­cher waren es auch 2010 in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen. Damit ver­bun­den sind wirt­schaft­li­che Impul­se für Han­del und Gas­tro­no­mie. Mehr noch: Durch die Gar­ten­schau­en soll nicht nur die Lebens­qua­li­tät, son­dern auch das öko­lo­gi­sche Kli­ma in den Städ­ten ver­bes­sert wer­den. Eine Gar­ten­schau stei­gert also die Attrak­ti­vi­tät einer Stadt für Besu­cher und Bewoh­ner glei­cher­ma­ßen.

Was man­cher viel­leicht etwas nase­rümp­fend als „Blüm­chen­schau“ abkan­zelt, ist also weit­aus mehr als Schau­gär­ten und ein paar Tipps zum Gärt­nern. Zwar kom­men die Besu­cher zunächst wegen der Schau­gär­ten, der Work­shops und aller­lei Ver­an­stal­tun­gen. Aber vie­les wird im Zuge einer Lan­des­gar­ten­schau neu­ge­stal­tet. Denn die Infra­struk­tur muss pas­sen, damit eine Stadt über­haupt sol­che Besu­cher­zah­len auf­neh­men kann. In Rott­weil soll der grü­ne Ring um die Innen­stadt wie­der­be­lebt wer­den, Indus­trie­ge­län­de am Neckar sol­len ent­sie­gelt und der Fluss wie­der näher an die Stadt gerückt wer­den. Nach der Gar­ten­schau bleibt so eine gan­ze Men­ge Lebens­qua­li­tät, von denen die Ein­woh­ner in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten pro­fi­tie­ren kön­nen.

Horb: vorher und nachher

Fotos: pm

Seit 2001 wech­seln sich die „gro­ßen“ Lan­des­gar­ten­schau­en mit den „klei­nen Lan­des­gar­ten­schau­en“, den so genann­ten Grün­pro­jek­ten, ab. So fand bei­spiels­wei­se im Jahr 2010, in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen, die Lan­des­gar­ten­schau statt. Ein Jahr spä­ter folg­te in Horb das Grün­pro­jekt. In Horb wur­de vor allem der Neckar, der bis dato eigent­lich gefühlt nur an dem schmu­cken Städt­chen vor­bei­floss, wie­der inte­griert, Ufer­we­ge wur­den ange­legt, das alte Frei­bad­ge­län­de wie­der­be­lebt und vie­les mehr. Allein an die­sem Bei­spiel lässt sich able­sen, was alles mög­lich ist. Die dies­jäh­ri­ge Lan­des­gar­ten­schau fin­det in Lahr statt und soll im April eröff­net wer­den.

Das Land stellt bei Grün­pro­jek­ten einen finan­zi­el­len Zuschuss in Höhe von maxi­mal zwei Mil­lio­nen Euro und bei den Lan­des­gar­ten­schau­en in Höhe von fünf Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Durch die Lan­des­gar­ten­schau wür­den Rott­weil vie­le Mög­lich­kei­ten gebo­ten, städ­te­pla­ne­ri­sche Zie­le zu rea­li­sie­ren und sich auch struk­tur­för­dernd ein­zu­set­zen. Zudem ist die Lan­des­gar­ten­schau ein gro­ßer Bei­trag für das Stadt­mar­ke­ting. Nicht nur wäh­rend der eigent­li­chen Ver­an­stal­tung wird Rott­weil in aller Mun­de sein, die Groß­ver­an­stal­tung wird zudem noch über eine lan­ge Zeit nach­klin­gen. Über die direk­te För­de­rung für die Umset­zung einer Lan­des­gar­ten­schau hin­aus erhal­ten Städ­te wei­te­re Zuschüs­se. So geht die Stadt Rott­weil davon aus, dass die Gesamt­kos­ten von rund 20 Mil­lio­nen Euro zu 50 Pro­zent durch För­der­mit­tel gedeckt sind.

Rottweil: vorher und nachher

 

Bereits im April kommt die Bewer­tungs­kom­mis­si­on. Hin­ter den Kulis­sen lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen für den Besuch auf Hoch­tou­ren. Einen vir­tu­el­len Rund­gang über das Gar­ten­schau­ge­län­de hat das Stadt­mar­ke­ting der Stadt Rott­weil gemein­sam mit der Agen­tur Hak Design erst kürz­lich vor­ge­stellt. Unter www.rw2028.de erfährt man auf einer inter­ak­ti­ven Kar­te eine gan­ze Men­ge dar­über, wel­che posi­ti­ven Ver­än­de­run­gen die Lan­des­gar­ten­schau in Rott­weil bewir­ken könn­te. Ein Besuch lohnt sich!

INFO: Bei der Bür­ger­infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung am Mon­tag, 19. März, ab 19:00 Uhr (Ein­lass 18:30 Uhr) im Kapu­zi­ner Son­nen­saal, wird die Stadt­ver­wal­tung ihre Kon­zep­ti­on für die Lan­des­gar­ten­schau prä­sen­tie­ren. Aber auch Bür­ger, Grup­pen und Insti­tu­tio­nen haben die Mög­lich­keit, sich ein­zu­brin­gen und ihre Ide­en vor­zu­stel­len.